Marbach/Fußball Für den TSV ist es „das Derby schlechthin“

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Kann Affalterbachs Sascha Diehl Foto: Archiv (avanti)

In der Kreisliga A1 Enz-Murr trifft der TSV Affalterbach am Sonntag auf den GSV Erdmannhausen. Außerdem empfängt der TSG Steinheim den FC Marbach und der TSV 1899 Benningen den GSV Höpfigheim.

Marbach - Mit dem Erzrivalen GSV Erdmannhausen bekommt es am Sonntag in der Fußball-Kreisliga A1 Enz-Murr Tabellenführer TSV Affalterbach zu tun. Der erste Verfolger TSV 1899 Benningen steht parallel gegen Schlusslicht GSV Höpfigheim vor einer vermeintlich leichten Aufgabe. Der mit ehemaligen FClern gespickte TSG Steinheim erwartet den FC Marbach.

TSV Affalterbach – GSV Erdmannhausen, Sonntag 15 Uhr, Kunstrasenplatz, In den Holzäckern, Affalterbach.

„Für uns ist es das Derby schlechthin“, blickt TSV-Trainer Mauro Pedace der Begegnung gespant entgegen. „Immer heiß umkämpft, egal wo beide in der Tabelle stehen, fast wie Pokalspiele“, seien die Duelle mit dem GSV, erzählt er und wundert sich ein wenig, dass der Kontrahent derzeit einen Abstiegsrang einnimmt. Für sein eigenes Team, dessen aktuelle Tabellenführung für Pedace „fast einem Wunder“ gleicht, gelte: „Inzwischen spielen wir phasenweise besseren Fußball als noch vor vier Wochen.“ Angesichts stetiger Umbauten in der Startelf sei dies vor allem „unserem breiten, ausgeglichenen Kader“ zu verdanken. In diesen kehren am Sonntag Agron Istrefi und Steven Sabato zurück.

Nicht wirklich bange ist vor dem Nachbarschaftsduell dem Erdmannhäuser Trainer Andreas Eschenbach: „Gegen starke Teams und aus der Außenseiterrolle heraus haben wir bislang gute Spiele gezeigt“, betont er und verweist auf das 1:3 in Murr oder die knappe 1:2-Niederlage zuletzt gegen den Tabellendritten SV Pattonville. „Nach 1:3 und 1:2 müsste nun eigentlich ein 1:1 an der Reihe sein“, hofft er augenzwinkernd auf das Gesetz der Serie. Den TSV erwartet er von der Spielanlage her mit zwei eng verzahnten Ketten eher tief stehend, um dann über den schnellen Sascha Diehl zum Erfolg zu kommen. TSG Steinheim – FC Marbach, Sonntag 15 Uhr, Riedstadion Steinheim.

Auf reichlich ehemalige Marbacher trifft der FC am Sonntag. Neben TSG-Coach Luciano Adami („Mit Timo Forisch und dem ganz jungen Pierre Fees habe ich noch zusammengespielt.“) stehen im Steinheimer Kader mit Julian Kübler, Timo Schubert, Nico Hammer, Niko Paraskevas, Jakob Schütz, Tobias Feuchtner und Luca Heinrich mehr als ein halbes Dutzend Akteure, die früher das FC-Leibchen trugen. „Daher hat das Spiel für uns schon eine emotionale Komponente“, weiß Adami, stellt aber klar: „Emotion ja, aber sie muss in die richtigen Bahnen gelenkt werden.“ Ein kompliziertes Spiel erwartet FC-Trainer Niko Koutroubis. „Steinheim bekommt zwar viele Gegentore, hat aber Affalterbach geschlagen“, stellt er heraus und vermutet, dass der TSG versuchen wird, das Spiel eng zu machen. Für seine Elf gehe es nach dem nicht eingeplanten Punktverlust in der Vorwoche nun darum, „Anschluss nach vorne zu halten“. Personell sieht es Koutroubis zufolge recht gut aus. Timo Forisch wird trotz Knieproblemen wohl das Tor hüten können. „Er ist eben 42 Jahre alt, da zwickt es schon einmal. Aber Gianluigi Buffon ist auch 42“, schmunzelt er.

TSV 1899 Benningen – GSV Höpfigheim, Sonntag 15 Uhr, Rasenplatz, Benningen.

„Natürlich sind wir der Favorit. Aber Tabellenletzte sind oft die schwersten Gegner. Wir müssen wachsam sein“, mahnt TSV-Coach Thomas Lembeck auch gegen das Schlusslicht volle Konzentration an, um die „Pflichtaufgabe“ zu bewältigen. Mit Blick auf die Tabelle, in der sich die Affalterbacher, seine eigene Elf und der SV Pattonville vorne eingefunden haben, glaubt Lembeck, „dass sich langsam die Favoriten herauskristallisieren“. „Einen ganz besonderen Tag“, so Höpfigheims Spielertrainer Norman Röcker, brauche seine Elf, um in Benningen zu bestehen. „Dieser Gegner gehört vom Potenzial her eigentlich in die Bezirksliga“, begründet er, versichert aber: „Wir werden alles probieren.“ Eine der raren guten Nachrichten beim Tabellenletzten ist immerhin, dass Torjäger Sandro Kraft wieder im Training steht. „Eventuell reicht es für die Bank“, hofft Röcker. SGV Murr – SV Kornwestheim II, Sonntag 15 Uhr, Rasenplatz, Hermannsplatz, Murr.

Im Nachholspiel unter der Woche verpasste es der SGV, sich auf den zweiten Tabellenplatz zu schieben. Bei Aufsteiger FC Gerlingen II kassierte man im Halbdunkel eines schwächlichen Flutlichts eine unnötige 2:3 (1:1)-Niederlage. „Ich war ziemlich angefressen. Gegen so einen Gegner darf man nicht verlieren“, sagt Murrs Trainer Marc Reinhardt, dessen Elf es nach Tim Gassmanns 1:0 (16.) zu locker angehen ließ und sich durch teils haarsträubende Fehler in der Defensive drei Gegentore einhandelte. Auch Gassmanns zwischenzeitliches 2:2 (58.) gab dem Ganzen keine Wende. Wiedergutmachung kann der SGV nun gegen die SVK-Zweite leisten, die Reinhardt jedoch als „schweren Gegner“ ansieht. „Letztes Jahr haben wir nur einen Punkt gegen sie geholt“, erinnert er sich.

TSV Grünbühl – GSV Pleidelsheim, Sonntag 15 Uhr, Kunstrasen Pregelstraße, Grünbühl.

„Wer etwas erreichen will, muss endlich auch einmal so eine Begegnung gewinnen“, sagt GSV-Trainer Roberto Raimondo vor der Partie, die er als sogenanntes Big-Point-Spiel einstuft. Denn der TSV gehört ebenfalls zur erweiterten Spitzengruppe. Mit einem Auswärtsdreier würde der GSV ihn aber bereits in der Tabelle distanzieren. „Eine enge Kiste“, erwartet daher Raimondo, der personell abwarten muss, welche Optionen ihm die grassierende Grippewelle offen lässt.