Marbach/Fußball Affalterbach ist im Fernduell unter Zugzwang

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Die Affalterbacher (links Marc Hoffmann) müssen gewinnen, Benningen (rechts Justin Hill) kann zuschauen Foto: Archiv (avanti)

Marbach - Aufgrund der Pfingstfeiertage geht in den Fußballligen des Enz-Murr-Bezirks der anstehende letzte Spieltag der Saison 2018/19 schon am Samstag über die Bühne. Dabei geht es noch für vier Mannschaften aus dem Bottwartal um die Wurst: In der Kreisliga A1 liefern sich der TSV Affalterbach und der TSV 1899 Benningen ein Fernduell um den zweiten Platz, der mit der Teilnahme an der Aufstiegsrelegation gleichbedeutend ist, zudem will der TSG Steinheim unbedingt den Gang in die Abstiegsrelegation vermeiden. Und in der Spielklasse B2 hat der VfR Großbottwar ebenfalls noch die Aufstiegsrelegation im Visier.

Mit einem Punkt Vorsprung, aber dem deutlich schlechteren Torverhältnis geht der TSV Affalterbach
in der Kreisliga A1 Enz-Murr (alle Spiele 15.30 Uhr) als aktueller Tabellenzweiter in den letzten Spieltag, hat dabei jedoch eine ganz schwere Aufgabe vor der Brust. Ausgerechnet bei Meister AKV Ludwigsburg, den man über weite Teile der Rückrunde vor sich hergejagt hat, ist man zu Gast. Zur Untätigkeit ist hingegen der große Rivale TSV 1899 Benningen
verurteilt, denn dessen planmäßiger Gegner, der bereits als Absteiger feststehende FV Oberstenfeld,
hat die Begegnung aufgrund akuten Personalmangels schon am Freitag abgesagt. „Wir haben drei Gesperrte und viele Verletzte. Es tut mir leid für die Affalterbacher, aber wenn wir nur mit sieben Spielern auflaufen, wären wir sowieso kein Gegner für Benningen gewesen“, erklärt FVO-Vorstand Ceyhan Kaplan. Das Spiel wird folglich als 3:0-Sieg für den TSV 1899 Benningen gewertet, sodass dieser nun plötzlich zwei Punkte vor den Affalterbachern liegt und sich am Samstagnachmittag ganz entspannt anschauen kann, was der Konkurrent macht.

„Da ich ohnehin fest mit einem Benninger Sieg gerechnet habe, war mir schon die ganze Woche klar: Wir müssen gewinnen. Dass es dabei gegen den AKV geht, macht die Sache natürlich nicht unbedingt einfacher“, sagt Affalterbachs Trainer Mauro Pedace. Dass man den albanischen Verein im Hinspiel deutlich mit 5:2 abfiedelte (Pedace: „Da haben wir sie beherrscht.“), dürfte noch erschwerend hinzukommen, denn man muss wohl davon ausgehen, dass die Ludwigsburger sich das nicht zweimal bieten lassen wollen. Da im Affalterbacher Kader ebenfalls eine albanische Kolonie vorhanden ist, kennen sich beide Mannschaften zudem gut. Nicht mittun, und zwar war für viele Monate, kann beim TSV allerdings Toptorjäger Luca Grasy, bei dem sich der Verdacht auf Kreuzbandriss bestätigt hat. Routiniers wie Berat Qerimi oder Luca Maurici werden es folglich in Pedaces Angriffsabteilung richten müssen. Mit Abwehrchef Agron Istrefi fehlt darüber hinaus ein weiterer Schlüsselakteur bei den Affalterbachern. Erster Gegner in bestenfalls zwei Relegationsspielen wäre dann Drita Kosova Kornwestheim, das als Tabellenzweiter der Parallelstaffel A2 nicht mehr verdrängt werden kann.

Neben dem FVO stehen mit Anadolu Marbach, der SGM 07 Ludwigsburg/Schlößlesfeld II und dem SGV Freiberg II auch schon die übrigen drei direkten Absteiger fest. Gesucht wird noch der Relegationsteilnehmer. Drei Teams sind dafür in der Verlosung: Mit 35 Punkten und dem besten Torverhältnis geht der TSG Steinheim
ins Rennen, hat jedoch beim GSV Pleidelsheim
die wohl höchste Hürde vor sich. Die Konkurrenten TV Aldingen II (35, gegen den TSV Grünbühl) und SGM Hochberg/Hochdorf (34, gegen den FV Ingersheim) haben dagegen Heimrecht. Nachbarschaftshilfe werde es nicht geben, kündigt Pleidelsheims Coach Roberto Raimondo jedoch mit einer gewissen Verve an: „Nicht gegen Steinheim. Im Hinspiel hat sich unser Spieler Aaron Hachmann schwer verletzt. Dazu gab es nach dem Abpfiff böse Worte einesTSG-Spielers, die nicht vergessen sind“, erklärt er. Für seinen TSG-Kollegen Luciano Adami kommt der noch einmal besonders motivierte Gegner nicht überraschend. „Ich habe das erwartet, und wir wissen um die Brisanz“, erzählt er. Keinesfalls unrecht ist es ihm, dass sich auch der Gegner eine Drucksituation schaffe. „Wir stecken sowieso in einer, und ich erwarte nicht, dass uns etwas geschenkt wird“, sagt Adami, der jedoch auf seinen verhinderten Topangreifer Jan Belsner verzichten muss.

Um nichts mehr geht es dagegen in den Spielen des SGV Murr
beim SGV Freiberg II sowie zwischen Anadolu Marbach
und dem GSV Erdmannhausen.
Diese Partie wurde daher kurzfristig auf den Freitagabend vorgezogen (Spielende nach Redaktionsschluss).

Durchgängig um 13 Uhr erfolgt der Anstoß in den Kreisligen B. In der Staffel B2 wird Meister GSV Höpfigheim
beim Gastspiel beim GSV Pleidelsheim II
endlich auch offiziell geehrt. Sich noch am spielfreien Rivalen TuS Freiberg vorbei auf den zweiten Platz schieben will sich der VfR Großbottwar.
Bei Schlusslicht DJK Ludwigsburg III ist dafür ein Sieg mit mindestens vier Toren Differenz nötig. „Das wirkt zwar machbar, aber im Fußball kann alles passieren“, ist Coach Thomas Rapp vorsichtig optimistisch, dass die Saison für seine Elf heute noch nicht zu Ende geht. Zudem spielen: Club L’Italiano Großbottwar
- FV Ingersheim II, FC Steinheim
SGV Murr II
und Spfr. Mundelsheim 06
FC Marbach II.
In der Parallelstaffel B3 sind angesetzt: TSV Ludwigsburg II – GSV Höpfigheim II,
Dersim Ludwigsburg – TSV Affalterbach II.

Ebenfalls zu Ende geht die Saison am Wochenende in den Nachbarbezirken. Dabei hat der bereits abgestiegene TGV Beilstein
in der Kreisliga A1 Unterland am Samstag um 15.30 Uhr den VfL Eberstadt zu Gast. Für die SVG Kirchberg
stehen dann am Sonntag um 15 Uhr in der Staffel A2 Rems-Murr mit dem Heimspiel gegen den FC Oberrot die letzten 90 Minuten der Saison an.