Marbach Frühlingsfest eröffnet die Freiluftsaison

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Die gelungene musikalische Eröffnung hat den Gästen Freude gemacht. Foto: Avanti

Marbach - Am Wochenende hat der Musikverein Stadtkapelle Marbach mit seinem traditionellen Frühlingsfest die Freiluft-Saison in der Schillerstadt eröffnet. Anders als in manch anderem Jahr hatten die Veranstalter Glück mit dem Wetter, was seinen Teil dazu beitrug, dass das Festzelt schon zum Fassanstich am Samstag um 17 Uhr zu etwa zwei Dritteln mit Feierfreudigen besetzt war.

Sie verfolgten, wie Bürgermeister Jan Trost mit zwei gezielten Schlägen den Zapfhahn im 30-Liter-Fässle versenkte und anschließend, assistiert von Siegfried Mochel, dem Wirtschaftsführer des Vereinsheims, und unter den Klängen von „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ Freibier an die Gäste verteilte. Der Arzt und Stadtrat Dieter Zagel hatte infektionssicher sogar seinen eigenen Bierkrug samt Deckel mitgebracht.

Die Gäste im Festzelt griffen nicht nur beim Freibier, sondern auch auch beim übrigen Getränke- und Speisenangebot kräftig zu und ließen sich Rote und Currywurst, Fleischbrot vom Schweinehals, halbe Hähnchen, Pommes und „wilde Kartoffeln“ schmecken. Nicht jeder, der hinter der Theke Speisen und Getränke ausgab, ist Mitglied des Musikvereins Stadtkapelle, verriet Sonja Aupperle, die stellvertretend für den verhinderten Vorsitzenden die Gäste begrüßte: „Wir spannen unseren Bekanntenkreis ein und fragen einfach nett“.

Die Mühe, die sich der Verein gibt, wussten einige der Gäste im bereits am Donnerstag aufgebauten Festzelt durchaus zu schätzen. „So etwas ist doch total schön für den kleinen Ort, das muss man doch auch honorieren, dass sich die Musikkapelle soviel Mühe gibt“, sagten Sieglinde und Dietmar Riedel, die es sich an einem der hübsch mit gelben Narzissen geschmückten Biertische schmecken ließen. Und sie verrieten darüber hinaus: „Die Fotomontage mit dem Riesenrad auf den Plakaten hat uns neugierig gemacht.“ Vielleicht war das auch der Anreiz für zwei Jungs, die mit den Riedels am selben Tisch saßen. Vom kleinen Vergnügungspark waren sie dann aber eher enttäuscht. Das Karussell sei ja nur was für kleine Kinder, und der Autoscooter sei zu teuer, fanden sie. Andere Besucher nutzten dagegen gern das Angebot der insgesamt elf Buden, die außer mit den genannten Fahrgeschäften auch mit Wurf-, Schieß- und Losbude, jahrmarkttypischen Leckereien und einem „Boxer“-Automaten für die, die ihre Schlagkraft unter Beweis stellen wollten, einen guten Querschnitt verschiedener Attraktionen boten.

Zwei junge Mütter wurden vom schönen Wetter angelockt. „Wir dachten, mit Kind ist die Musik nett, und wir wollten raus und noch was unternehmen“, erzählte die eine und ließ den Nachwuchs im Rhythmus der Musik auf den Oberschenkeln hüpfen. Ihre Begleiterin lobte das Essen: „Die wilden Kartoffeln sind lecker!“ Allerdings wünsche sie sich modernere Musik. Und als ob es der Dirigent Thomas Conrad gehört hätte, stimmten die rund 25 Musikerinnen und Musiker nach den einleitenden Polkas, Walzern und spanischer Folklore ein Eric-Clapton-Medley an, ließen mit „Puttin’ on the Ritz“ einen Jazzklassiker folgen und zeigten so ihr Repertoire aus verschiedenen Musikstilen.

Dem zweistündigen Auftritt der Stadtkapelle folgte am Samstag „Die kloi Besetzung“, ein Quartett, das mit Musik im Egerländer-Stil die Freunde traditioneller Blasmusik erfreute. Am Sonntagnachmittag zeigten nach dem Auftakt der „Großen“ am Vormittag auch die Bläserklassen der Grundschule und das Jugendorchester unter Leitung von Tatiana Kuhnle ihr Können. Der Unterstützung der Jugendarbeit kommt auch der Erlös aus dem Kaffee- und Kuchenverkauf zugute. Den Abschluss bildete der Musikverein Erdmannhausen.