Marbach Ein Ort der Gemeinschaft für Naturfreunde

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Etwa 30 Interessierte sind zum Saisonstart gekommen und haben sich über die vergangenen und zukünftigen Projekte informiert. Foto: avanti

Im Garten für alle hat ein erstes Infotreffen für die kommende Gartensaison stattgefunden.

Marbach - Der Frühling naht und damit auch die Zeit der Blüten und Bienen. Der Mitmach-Garten Marbach hat zum Auftakt der Saison zu einem Treffen geladen, um die Bürger zu informieren. Seit Mai des vergangenen Jahres gibt es den ­gemeinsamen Garten, bei dem jeder mitmachen kann. Der biologische Anbau von Gemüse und die Schaffung von Lebensraum für Tiere ­stehen dabei im Mittelpunkt. Zudem soll es auch ein Ort der Gemeinschaft sein, wo sich Interessierte treffen und austauschen können.

An diesem Sonntagnachmittag haben sich rund 30 Naturliebhaber getroffen und sind von Marco Kraft mit ein paar kurzen Worten begrüßt worden. Marco Kraft, ein Teil des Teams, das das Projekt ins Leben gerufen hat, informiert über die Gestaltung des Gartens. Einige Ideen wurden bereits in Angriff ­genommen. In der vergangenen Woche ist eine Wildblumenwiese angelegt worden und die Gemüsebeete wurden in Holzrahmen eingefasst, um sie sichtbar zu kennzeichnen.

Zudem hat die Kerngruppe des Projekts auch einen Antrag auf eine Lernbank gestellt. Diese Holzbank soll mit Infoplakaten auf der Rückenlehne über ein Thema informieren, in diesem Fall über Wildbienen und deren Schutz vor Pestiziden. Zu diesem Anlass kam auch Ralf Zimmermann, Präsident des Lions Club, und überreichte einen Scheck von 900 Euro, mit dem die Lernbank finanziert werden kann.

Alle anfallenden Kosten im Mitmachgarten werden durch Spenden finanziert. Hauptsächlich lebt der Garten aber durch das ­Engagement der Bürger. Dabei ist es der Sinn des Projekts, dass beim Gärtnern jeder seine Freiheiten hat. Eine Möglichkeit ist, zu Hause selbst Setzlinge vorzuziehen und dann im Gemüsebeet einzusetzen. Wichtig für den Garten ist, dass heimische Pflanzen gesät werden. Denn Wildbienen erfreuen sich am meisten an heimischen Blüten.

Die gemeinsame erste Aufgabe für den Tag ist, den Kompost über die Beete zu ­verteilen. Winfred Kraft, auch ein Teil der Kerngruppe, ist es sehr wichtig, mit dem Garten Wissen zu vermitteln, insbesondere an Kinder. Ihnen soll die Gelegenheit gegeben werden, die Natur und die Begeisterung dafür erfahren zu können. Die Leit­linie des Verfechters von Artenvielfalt und Biodiversität lautet: Die Natur fördern und das Bewusstsein dafür erweitern. Maya Esch verteilt Samenbomben, mit Wildkräutersamen gefüllte Erdbällchen, an die Besucher. Sie engagiert sich ebenfalls für den Garten und dessen Ziel, Lebensraum für Bienen und anderen Insekten zu schaffen. Dafür platziert sie Samenboxen mit Wildblumensamen in der Stadt. Maya Esch hat auch das Gefühl, dass seit der Gründung des Mitmach-Gartens das Interesse der Leute dafür gewachsen sei. Auch Martina Glees-Brück aus Erdmannhausen, die das Projekt schon länger verfolgt, ist begeistert. Ihr Wunsch wäre, die Idee des gemein­samen Gärtnerns auch in die Nachbar­gemeinde zu bringen.