Marbach Die ersten Hürden hat sie genommen

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Kathleen Kroll fühlt sich wohl am Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium – und ist dankbar für die Unterstützung von den Damen im Sekretariat und den Kollegen. Foto:  

Marbach - Im Dezember ist es ein Jahr her, dass Kathleen Kroll am Friedrich-Schiller-Gymnasium begonnen hat. Als stellvertretende Schulleiterin oder als „Innenministerin“, wie die 47-Jährige ihre Aufgabe im Gespräch mit unserer Zeitung damals selbst beschrieb. Seit diesem Schuljahr ist Kroll „Außenministerin“. Nach dem Weggang von Christof Martin leitet sie die Schule kommissarisch. „Ich hatte gerade mal vier Monate zur Einarbeitung bis Herr Martin sagte, dass er aufhört“, erinnert sich Kathleen Kroll. „Viel Zeit für die Übergabe blieb nicht.“

Den Beginn des Schuljahres mit all seinen Unwägbarkeiten und Herausforderungen hat die kommissarische Schulleiterin dennoch gut hinter sich gebracht. Die Rückmeldung aus dem Kollegium sei positiv gewesen, berichtet sie. „Es war wohl nicht chaotischer als sonst zum Schuljahresbeginn“, sagt die 47-Jährige und schmunzelt. Sicher habe es zu Anfang noch Dinge gegeben, die sie nicht auf dem Schirm hatte. Auch beim Regierungspräsidium in Stuttgart habe das Telefon häufiger geklingelt. „Aber das ist legitim“, betont Kroll, die davon ausgeht, das ganze laufende Schuljahr die Verantwortung für das Gymnasium zu tragen. Kroll selbst hätte sich auf die Stelle bewerben können, hat es aber nicht. „Ich hielt das für zu früh, denn ich war im Juni noch in der Phase, an der Oberfläche zu kratzen.“

Dankbar ist Kathleen Kroll für die große Unterstützung, die sie von den Damen im Sekretariat ebenso wie von den Kollegen erhält. „Ich könnte es alleine alles gar nicht stemmen.“ Sieben Abteilungsleiter mit unterschiedlichen Aufgabenbereichen bilden ein erweitertes Schulleitungs-Team. Natürlich mit Hierarchien. Für Kroll ist das generell das Modell der Zukunft. „Wenn man verhindern möchte, dass jemand schnell ausgebrannt ist und dann geht.“ Wie Christof Martin steht auch Kathleen Krolls Türe immer offen – außer sie führt Einzelgespräche mit Schülern, Eltern oder Kollegen. Anders als ihr Vorgänger, der schon morgens um 6 Uhr am Schreibtisch saß, beginnt sie ihren Arbeitstag jedoch etwas später. „Ich bin einfach keine Frühaufsteherin“, verrät sie und lacht.

Was war rückblickend in den Wochen seit Schuljahresbeginn am anstrengendsten für die kommissarische Leiterin? Die 47-Jährige überlegt nur kurz. Es habe sie überrascht, in welcher Fülle E-Mails in ihrem elektronischen Postfach landen, wie viele Unterschriften sie setzen muss und wie oft sie Unterrichtsbesuche bei neuen Kollegen zu leisten hat. Kroll selbst unterrichtet fünf Stunden in der Woche Mathematik und Physik. In Mathematik hat sie in der Jahrgangsstufe 1 einen Leistungskurs. „Ich freue mich immer, wenn ich unterrichten gehen kann“, sagt sie und strahlt.

Eine Herausforderung war das Managen des Schulbetriebs parallel zur Sanierung des Pausenhofs. Eigentlich sollte die Umgestaltung in den Sommerferien abgeschlossen werden, doch die Zeit reichte nicht. Und da das Aufbringen eines neuen Belags im laufenden Schulbetrieb nicht möglich gewesen wäre, wurden Pädagogischer Tag, Ausflugstag und ein zweiter beweglicher Ferientag neben dem ohnehin längst eingeplanten Brückentag nach dem 3. Oktober kurzerhand zur schulfreien „Teerwoche“ auserkoren. Eine weitere Hürde, die Kroll genommen hat.

Wer folgt auf Christof Martin?
Die Bewerbungsphasefür den Nachfolger von Christof Martin läuft und nach Informationen unserer Zeitung gibt es  auch schon einen Bewerber. Das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart hält sich  in der Frage der Nachbesetzung bedeckt. Da das Verfahren der Vertraulichkeitspflicht unterliege, könne man  keine Angaben zur Zahl der Bewerberinnen und Bewerber machen, betont Lisa Schlager von der RP-Pressestelle. Die Dauer eines Stellenbesetzungsverfahrens für neue Schulleitungen von der Ausschreibung bis zum Dienstantritt der neuen Schulleitung sei von verschiedenen Faktoren abhängig. „Neben Überprüfungsmodulen müssen zusätzlich verschiedene Gremien beteiligt werden. Im Falle eines erfolgreichen Verfahrens soll die Schulleiterstelle voraussichtlich zum Halbjahreswechsel wieder besetzt werden.“