Marbach Die Bürgermedaille krönt 29 Dienstjahre

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Seit seiner Anstellung 1990 hat Gerhard Heim (rechts) unter drei Bürgermeistern gearbeitet – zuletzt mit Jan Trost (links). Foto: avanti

Marbach - Gerhard Heim, Kämmerer wie auch Erster Beigeordneter Marbachs, wurde mit Standing Ovations in den Ruhestand verabschiedet – und mit einer der höchsten Auszeichnungen, die die Schillerstadt vergeben kann. Für seine „Verdienste um das Gemeinwesen“ hat Bürgermeister Jan Trost dem 58-Jährigen am Freitag als Zeichen des Dankes in der Stadthalle die Bürgermedaille verliehen: „Sie haben viel dazu beigetragen, die Stadt voranzubringen und hinterlassen Spuren, die noch lange bleiben werden.“

Eine Geste, welche die Wertschätzung und das Vertrauen ausdrückte, die auch bei den übrigen Rednern zum Ausdruck kamen und sich durch die 29 Dienstjahre von Gerhard Heim ziehen. 1990 wurde er von Bürgermeister Heinz Georg Keppler als Kämmerer eingestellt, „auch wenn es sicherlich schon Überwindung gekostet hat, einem Benninger das Geld der Stadt Marbach anzuvertrauen“, wie SPD-Rat Morlock mit einem Schmunzeln ergänzte. Die Wahl zum Ersten Beigeordneten folgte 1992, bis zu seinem Abschied hatte Heim diese Position inne. Die längste Zeit davon, nämlich 16 Jahre, arbeitete er mit Herbert Pötzsch „als ein unschlagbares Team“ zusammen, wie Heim es selbst formulierte. Der Alt-Bürgermeister ließ es sich daher nicht nehmen, selbst seinen Dank auszusprechen: „Du warst immer ein zielstrebiger und manchmal auch ein verflixt harter Gesprächspartner, wenn es um die Interessen der Stadt ging. Aber dein wichtigstes Ziel war es dabei, eine Lösung zu finden, mit der beide Seiten am Ende gut leben konnten.“

Eine Feststellung, die auch Feuerwehrkommandant Alexander Schroth unterschreiben würde: „Wenn es Probleme zu lösen gab, konnten wir uns immer auf Gerhard Heim verlassen und fühlten uns jederzeit verstanden.“ Egal, ob Bauprojekte oder Neuanschaffungen.

Strategisches Denken habe Heim auch im Gemeindeverwaltungsverband (GVV) stets ausgezeichnet, so Bürgermeister Klaus Warthon aus Benningen, etwa durch frühzeitige kleinere Sanierungen an den Schulen, die heute Geld sparen. Dabei habe er sich durch seine ruhige prägnante Art hervorgetan: „Wir haben alle gerne mit dir zusammengearbeitet.“ Das gilt auch für die Stadträte, wie Ernst Morlock für diese erklärte: „Du warst immer souverän, kompetent, zuverlässig, ruhig und geduldig im Umgang mit uns.“ ­Allerdings habe er das Gremium durchaus auch „aus dem Reich der Träume und Wünsche auf den Boden der Realität zurückgeholt“, wenn es um Finanzierungsmöglichkeiten von Projekten geht: „Deine Sparsamkeit im Interesse der Stadt war absolut legendär.“ Immer habe er noch einen Fördertopf für Marbach ausfindig gemacht.

Diese Fähigkeit honorierten die Räte dann in Form einer Gesangseinlage, für die der neuformierte Chor den Klassiker „Marmor, Stein und Eisen bricht“ mit viel Humor umgedichtet hatten: „Kosten, Preis und Leistung bricht, aber unser Haushalt nicht. Heim kennt noch einen Fördertopf. wir hängen nicht am Tropf!“

Persönliche Töne klangen auch in der Rede von Schultes Jan Trost an: „Während meiner Einarbeitung konnte ich immer auf Ihren Rat zählen.“ Einen besonderen Dank sprach er Gerhard Heim aber für die Unterstützung im vergangenen Jahr aus, als er selbst aufgrund von Krankheit für längere Zeit ausgefallen war: „Sie haben großen persönlichen Einsatz gezeigt.“ Die Expertise, die Weitsicht und das Fingerspitzengefühl von Gerhard Heim werden im Rathaus fehlen.

„Ich bin sprachlos“, zeigte sich Gerhard Heim von den Reden berührt: „Ich habe nur versucht meine Arbeit so gut wie möglich zu machen.“ Er sei froh, dass er all die Jahre unter „hervorragenden Personen“ habe arbeiten dürfen. Der Substanzerhalt sowie auch der Klimaschutz hätten ihm immer am Herzen gelegen, was er auch künftig von „der anderen Neckarseite aus“ beobachten werde. Dort werde er sich dem Weinbau und dem Sport widmen. Einen Wunsch habe er aber noch: „Bitte schenken Sie meiner Nachfolgerin Franziska Wunschik das gleiche Vertrauen wie mir.“