Marbach Die anarchischen Anfänge sind lange vorbei

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Der Vorsitzende Mark Scheuerle bedankte sich bei seinem Vorstandsteam Foto: KS-Images.de

Der Kulturverein Südlich vom Ochsen hat 20 Jahre auf dem Buckel. Das Jubiläum wird mit den zweiten Marbacher Theaterfestspielen gefeiert – und zwar vom 13. bis 29. November.

Marbach - Theaterfreunde aufgepasst: Jetzt kommt wieder Abwechslung auf die Bühne. Präsentiert vom Verein Südlich vom Ochsen, der am Montag nicht nur den Start in die Theaterfestspiel-Saison feierte, sondern auch sein 20-jähriges Bestehen. Nachdem 2018 im Sommer die Festspiel-Premiere in Marbach gefeiert wurde, ist für den Theaterliebhaber in diesem Jahr erneut große Vielfalt angesagt. Dieses Mal gibt es gleich fünf Möglichkeiten, den Schlosskeller aufzusuchen. Und weil der Verein auch sein Jubiläum feiert, haben die Verantwortlichen „nicht nur die Preise moderat gestaltet“. Als besonderes Bonbon wird den Besuchern zudem der freie Eintritt in „Das Traumfresserchen“ gewährt. Doch jetzt gilt es, das Angebot auch zu nutzen. Denn ohne eine entsprechende Publikumsresonanz kann es in Zukunft keine Vielfalt auf den Brettern mehr geben. Bislang verlief der Vorverkauf nämlich recht schleppend.

Davon aber ließen sich weder die Macher noch die Freunde des Vereins am Abend etwas anmerken. Nach dem Sektempfang begrüßte der Vorstandsvorsitzende Mark Scheuerle die zahlreichen Gäste. Darunter Sponsoren und „die Akteure, die uns die letzten 20 Jahre begleitet haben“. Menschen, die stets mit viel Herzblut, Engagement und Arbeitseinsatz zum Gelingen beigetragen hätten, wie Scheuerle betonte. Für den Vorsitzenden war es der erste öffentliche Auftritt seit gut drei Monaten. Ein heftiger Unfall hatte ihn außer Kraft gesetzt und viele freuten sich, den Mann, der „dem Tod von der Schippe gesprungen ist“, persönlich die Hand geben zu können. Mit einer charmanten Geste dankte er auch dem vierköpfigen Vorstandsteam, das seine Ausfallzeit mit hohem persönlichen Engagement aufgefangen habe.

Doch nicht nur Mark Scheuerle blickte mit Stolz auf die Jahre, die das kulturelle Geschehen in Marbach bereichert haben. Dass der Verein eine Plattform für anspruchsvolles Amateurtheater biete und sich zudem für Musik, Film, Literatur und Kunst engagiere, ist auch für Bürgermeister Jan Trost ein Grund mehr, Anerkennendes zu äußern. So dankte er all jenen Personen, die den Verein geprägt und „uns für das kulturelle Leben hier begeistert haben“. Der Schultes lobte zudem die Vielfalt in der Stadt aufgrund einer reichen Vereinslandschaft und würdigte: „Das ist wirklich das Besondere an Marbach: man kann fast jeden Abend irgendwo hingehen, wenn man kulturell interessiert ist. Das macht das Leben hier so lebenswert!“

Auch Fabian Friedl hatte Anlass, dem Verein zu danken: „Ohne ihn wäre ich vermutlich nicht in meinem heutigen Beruf als Moderator und Entertainer tätig“, gestand der „Zeitzeuge“ aus den Anfängen des Vereins, als dieser noch „recht anarchisch“ gewesen sei. Friedl präsentierte den Jubiläums-Gästen diverse Kostproben seines Humors: gewohnt selbstbewusst, mit geistreich-frechem Zungenschlag und unfallfrei, trotz rasenden Sprechtempos. Von seiner Ukulele begleitet intonierte er etwa ein Weihnachtslied der besonderen Art, weil frei von Rührseligkeit und plauderte aus den Anfängen der „Offenen Talentbühne“. Sehr zur Freude von Mark Scheuerle, der „die erste Vereinshymne willkommen“ hieß, gab Friedl das Lied „Ochsen“ zum Besten, das er auf die Musik zum Police-Song „Roxanne“ getextet hatte. Der gesellige Teil des Abends wurde von einer Diashow aus den letzten beiden Jahrzehnten begleitet.