Marbach-Bottwartal Freude über Öffnung überwiegt

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Auf der einen Seite rein, auf der anderen wieder raus – und genügend Abstand halten. So klappt’s im Bootshaus.Tischdesinfektion in der Trattoria (l.) und Getränkelieferung in der TSG-Gaststätte.... Foto: KS-Images.de

Seit Wochenbeginn dürfen Gaststätten wieder öffnen. Wir haben nachgefragt, ob alles klappt.

Marbach-Bottwartal - Schon vor zwölf Uhr mittags herrscht Hochbetrieb bei zwei Marbacher Gastwirten: dem Biergarten + Restaurant Bootshaus „Bei Pana“
am Neckar und der Trattoria Toscana
in der Marktstraße. „Wir haben schon wieder geöffnet“, sagt Panagiotis Cherakis vom Bootshaus, und wie sehr er sich über die Gäste freut, ist sogar durchs Telefon zu hören. Eugenio Dominech von der Trattoria ist aus verständlichen Gründen etwas kurz angebunden: „Ich muss jetzt kochen!“, ruft er ins Telefon.

Beide sind gleichermaßen gut gerüstet für die Gäste. Beim Bootshaus ging alles ruckzuck: „Gestern Abend haben wir bestellt, heute früh um sechs Uhr wurde die Ware angeliefert, und jetzt sind wir am Vorbereiten – Salate, Schnitzel...“, zählt „Pana“ auf. Vorher schon wurden die Tische mit dem vorgeschriebenen Abstand zueinander gestellt, die Selbstbedienungstheke, zu der man nur aus einer Richtung gelangen kann, mit einer Plexiglasscheibe und das Personal mit Mund-Nasen-Schutz ausgestattet. Auch die Gäste brauchen Schutzmasken, wenn sie die Toilette aufsuchen wollen. Das werde auch kontrolliert, versichert Cherakis. Für Feiertage und das Wochenende habe man extra einen Security-Dienst beauftragt. Die Küche habe man nicht extra putzen müssen, weil man ja während der Schließungszeit einen Lieferservice angeboten habe.

Das hat auch die Trattoria. Deshalb musste man jetzt nur noch beim Rausstellen der Tische abmessen, um den nötigen Abstand einzuhalten. „Jetzt ist bloß noch knapp die Hälfte der Tische“, sagt Eugenio. Am Eingang gibt es Desinfektionsmittel, auf der Toilette auch, die Tische werden desinfiziert, und das Servicepersonal trage Masken.

In der Steinheimer TSG-Gaststätte,
die erst ab 17 Uhr öffnet, wird am Montagvormittag noch geputzt und desinfiziert, um die Mittagszeit kommt der Großhändler mit frischen Lebensmitteln. „Das war kein Problem, wir haben zuverlässige Lieferanten“, betont Konstantin Delimpeis, der sich ebenfalls sehr freut, dass es nun endlich weitergeht. „Natürlich gibt es noch Einschränkungen, es gibt keine Festivitäten, und wir dürfen die Kegelbahnen nicht öffnen, aber es ist besser als nichts“, meint er. Auch er hat etwa die Hälfte der Tische entfernt, damit dazwischen mindestens 1,50 Meter Abstand ist. Und er bittet um eine Reservierung: „Wir müssen wissen, wer wo hinkommt.“

Anders als die anderen öffnet der Gasthof „Zum Ochsen“ in Oberstenfeld
erst am 29. Mai wieder. „Wir haben am Montag und Dienstag immer Ruhetag“, erklärt Renate Schick, deren Mann das Restaurant seit kurzem gepachtet hat (wir berichteten). Wenn wir jetzt schon aufgemacht hätten, hätten wir unseren Leuten zwei freie Tage genommen und den Feiertag auch noch. Und wir hatten schon vor Corona geplant, erst am Freitag aufzumachen.“ Abgesehen davon gebe es auch noch jede Menge zu tun, weil der „Ochsen“ wirklich ganz geschlossen hatte und auch keine Essenslieferung angeboten hat. „Putzen, vorbereiten, Lieferanten bestellen, einkaufen, produzieren“, zählt sie auf. Aber das sei nicht alles, wenn man die Vorgaben des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) umsetzen wolle. „Wir müssen auch noch einen Tischplan erstellen.“

Einfach Tische rauszunehmen sei schwierig. Bis zu acht Personen aus zwei Haushalten dürften an einem Tisch sitzen, dieselbe Zahl oder auch weniger aus drei Haushalten sei dagegen nicht gestattet. „Das bedeutet in der Reservierung viel Aufwand, weil wir das abfragen müssen“, erklärt sie. Für Pfingsten habe man schon etliche angemeldete Gäste, aber was sonst noch komme, könne man überhaupt nicht abschätzen. Die Gäste müssten sich in eine Liste eintragen, wobei das Thema Datenschutz da noch in der Diskussion sei. Das Servicepersonal trägt Mund-Nasen-Schutz, an der Theke, wo Wurst oder Kalbsragout in Gläsern verkauft wird, gebe es eine Plexiglasscheibe, „und für die Toiletten soll man günstigenfalls jemanden abstellen, der die Zahl beschränkt,“ wundert sie sich über die Empfehlung. Schön sei, dass sich die Gäste „schon ganz arg freuen“. Doch: „So wie vorher wird es wohl lange nicht mehr werden“, befürchtet Renate Schick.