Marbach/Bottwartal Die Liebe zum Wein und zur Region teilen

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Mit dem Segway durch die Weinberge – kann man zum Beispiel mit Lohfinks machen. Foto:  

Weinerlebnisführer zeigen Touristen und Einheimischen das schöne Neckar- und Bottwartal.

Marbach/Bottwartal - Ihre Begeisterung für das Neckar- und das Bottwartal ist nicht zu übersehen: Wolfgang Link, Gerhard Thullner sowie Renate und Günther Lohfink haben sich zu Weinerlebnisführern ausbilden lassen und seither hunderten von Gästen die Schönheiten ihrer Heimat gezeigt und mit ihnen ihre Liebe zum Wein geteilt. Der Herbst sei die ideale Zeit, ein derart tolles Gebiet wie das Bottwartal und das Neckartal zu erkunden, findet Wolfgang Link und Gerhard Thullner ergänzt: „Es drängt einen, das den Leuten zu zeigen.“ Das Besondere sei die Kombination, findet Günther Lohfink. „Wir haben Wald, Wiesen, Streuobstwiesen, Burgen . . . – und dazwischen die Weinberge.“

Seit zehn Jahren gibt es den Verein der württembergischen Weinerlebnisführer mit 168 Mitgliedern. In diesem Zeitraum haben seien 350 000 Gäste geführt, allein im Jahr 2018 waren es 55 000 Teilnehmer an den vielen unterschiedlichen Touren.

In einem Flyer namens „Sonntags in Württemberg“ ist für jeden Sonntag des Jahres eine Tour aufgeführt. Aber es gibt natürlich noch viele Veranstaltungen mehr. „Wir sind jeden Tag unterwegs“, sagt Wolfgang Link und lacht. Ihre Ausbildung haben die vier an der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau Weinsberg gemacht und sind alle heute noch begeistert. „Das ist so eine tolle Ausbildung“, schwärmt Rentate Lohfink. Unter anderem standen Themen wie Sensorik oder die Arbeit im Weinberg auf dem Stundenplan. Die Ausbildung endet mit einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung.

Die Weinerlebnisführer haben aber nicht nur Freude daran, Einheimischen wie Touristen die Schönheiten der hiesigen Gegend näherzubringen. Auch der Erhalt der Kulturlandschaft liegt ihnen am Herzen. „Wir versuchen, bei den Leuten ein Bewusstsein für die Steillagen zu schaffen“, sagt Günther Lohfink. „Das ist ein Riesenthema und das gehen wir bewusst an.“

Doch das sollte eben keinesfalls langweilig sein. „Sich in den Weinberg zu stellen, den Leuten etwas über Wein zu erzählen und Wein auszuschenken – das genügt heute nicht mehr“, weiß Wolfgang Link. Er und seine Kollegen bieten daher ziemlich kreative Touren an. Eine abenteuerliche Piwi-Steillagentour zum Beispiel oder eine mit G’schichtle und Geschichte. Eine mit dem Segway etwa oder ein Weinseminar mit Stadtrundgang. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Die Nachfrage nach den Touren ist gut. Die Weinerlebnisführer müssen eher Interessierten absagen, als dass sie ohne Gäste dastehen. „Das hat sich in den vergangenen zehn Jahren positiv entwickelt“, sagt Gerhard Thullner. „Die Leute wollen etwas erleben und auch etwas lernen.“ Viele Gäste kommen über die Tourismusmesse CMT auf die Weinerlebnisführer, die dort einen eigenen Stand haben. Auch Junggesellenabschiede werden inzwischen gern mit einer Weinerlebnistour gefeiert. „Wein wird jugendlicher“, hat Thullner beobachtet. Hoch im Kurs stehen die bereits konzipierten Führungen ebenso wie individuell erstellte für ganze Gruppen.

Und die Leute sind wissbegierig. „Das Ziel muss sein, dass die Leute gescheiter heimkommen als sie hergekommen sind“, sagt Günther Lohfink. Ziel ist aber auch, den Leuten das Wissen rund um Landschaft und Wein nicht zu komplex nahezubringen. „Wir sind Experten und bespielen das entsprechend“, so Thullner. So merken sich die Gäste auch, dass der Weinberg des Schwarzrieslings weiß leuchtet oder was es mit dem Moussierpunkt im Sektglas auf sich hat.