Marbach/Bottwartal Ab August gibt es mehr Busse ins Bottwartal

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Ein nicht ganz alltägliches Bild: acht Bürgermeister und der Landrat Foto: Werner Kuhnle

Marbach/Bottwartal - Mit dem Fahrplanwechsel zum 1. August gibt es in Marbach und im Bottwartal einige Verbesserungen. Grund genug für Landrat, Bürgermeister und VVS, einen „großen Bahnhof“ vor dem Schiller-Nationalmuseum abzuhalten.

Dass acht Bürgermeister und Landrat Rainer Haas zusammen im Bus sitzen, ist schon ungewöhnlich. „Ich hoffe, Sie alle demnächst auch als zahlende Fahrgäste begrüßen zu dürfen“, scherzte der Geschäftsführer der Regionalbus Stuttgart (RBS) Manfred Hovenjürgen.

Sein Unternehmen hat die Ausschreibung für das Linienbündel 6 mit deutlich aufgestockten 1,544 Millionen Wagenkilometern gewonnen, wenn auch beim Regierungspräsidium noch ein Einspruch des unterlegenen Anbieters geprüft werden muss. Die RBS hat die Fahrten an die Tochtergesellschaft, das Omnibusunternehmen Friedrich Müller, weiter gegeben, unter anderem, weil es immer schwieriger sei, Fahrer zu finden.

Die neu angeschafften 21 Busse sind klimatisiert, bieten WLAN und sind nach der strengen Abgasnorm 6d-Temp besonders sauber unterwegs. Für den Marbacher Bürgermeister Jan Trost ist nicht nur die Verbesserung der Luftqualität in der Schillerstadt erfreulich, auch die häufigeren Busverbindungen werden seiner Meinung nach dazu beitragen, dass der Autoverkehr abnimmt. Neu ist zum Beispiel die „Krankenhauslinie“ 443 von Marbach über den Eichgraben und den Energiepark nach Ludwigsburg unter anderem zum Klinikum, mit der man in weniger als 20 Minuten ohne eigenen fahrbaren Untersatz Zugang zur medizinischen Versorgung bekomme. „Der Krankenhausstandort Marbach ist ja leider Geschichte.“

Ebenfalls eine Verbesserung ist der Halbstundentakt vom Bahnhof ins Hörnle und nach Rielingshausen bis um ein Uhr nachts, ins Hörnle geht es im Berufsverkehr sogar im Viertelstundentakt. „Die Bewohner der gewachsenen Wohngebiete profitieren sehr davon“, so Trost, der sich jetzt noch die dauerhafte Einrichtung des Stadttickets in Marbach wünscht. Für 1,40 statt 2,50 Euro kann man im Stadtgebiet fahren, aber nur weil die Stadt und der VVS die Gültigkeit des Kurzstreckentarifs als Pilotprojekt finanziell unterstützen.

Auch Affalterbach durch die Linie 456 und die Kommunen im Bottwartal profitieren von der Ausweitung des Busverkehrs. „Dafür haben wir uns eingesetzt und wir freuen uns, dass es jetzt mit dem Fahrplanwechsel klappt“, teilt der Großbottwarer Bürgermeister Ralf Zimmermann die Begeisterung des Landrats. Der 15-Minutentakt nach Steinheim, auch in den Horrenwinkel, und der Halbstundentakt ins obere Bottwartal wird mit dem Fahrplanwechsel deutlich ausgeweitet. „Wir brauchen das dringend, davon profitiert das ganze Bottwartal, aber auch Winzerhausen und Hof und Lembach.“ Wie nach Prevorst fährt jetzt auch in den Ferien und am Wochenende öfter mal ein Bus in die Teilorte.

Mit den Linien 460 und 461 und dem Schnellbus, der künftig X46 heißt, kommt man – so der Wunsch der Planer – zügig zur S-Bahn. Dass auch der Schnellbus nicht am Stau vorbeifahren kann, dessen ist sich der Landrat bewusst. „Phasenweise ist die Mobilität im Landkreis nicht mehr gewährleistet“, sagt Haas zur Verkehrssituation in dem mit jetzt 544 000 Einwohnern am schnellsten wachsenden Kreis. Die Beliebtheit sei „Segen und Fluch zugleich“, so Haas, der den Ball an die Landesregierung weiterspielte. Man prüfe zwar immer wieder Konzepte, wie der Verkehr zwischen Murr, Marbach und dem Bottwartal verbessert werden könnte, aber wenn es um den Ausbau von Straßen und Busspuren gehen, sei dies Sache des Landes.