Marbach/Benningen Mix aus Wasser und Literatur

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Diese Skizze zeigt grob, an welcher Stelle welche Themen bei der Gartenschau bespielt werden könnten. Foto: Planstatt Senner

Marbach/Benningen - Noch ist es ein weiter Weg hin zu einer Gartenschau von Benningen und Marbach. Ziel ist, das Event 2033 zu stemmen. Allerdings soll bereits in diesem Herbst endgültig darüber befunden werden, ob sich die beiden Kommunen bewerben. Basis für die Entscheidung soll eine Machbarkeitsstudie sein, die im Dezember 2017 beauftragt wurde und seitdem immer konkretere Formen annimmt. Am Montagabend stellte Johann Senner vom Büro Planstatt Senner in der Benninger Kelter im Rahmen einer interkommunalen öffentlichen Klausursitzung ein aktuelles Zwischenfazit vor. Der Tenor: Die beiden Partner hätten attraktive Flächen, um das Projekt auszurichten, und mit der Kombination aus Wasser und Literatur ein Pfund, mit dem sich wuchern lässt. „Wir haben so viel Potenzial“, resümierte Senner.

Konzentrieren soll sich die Gartenschau auf Benninger Seite insbesondere auf die Flächen am und um den Neckar herum. Gegenüber in Marbach sollen die Besucher bis hoch zur Schillerhöhe geführt werden, wo ein Literatur- und Kulturpark auf sie wartet. Die Kernzone umfasst jeweils rund 20 Hektar. „Das kann man relativ locker ablaufen“, prophezeite Johann Senner. Wobei manche Strecke vielleicht nicht einmal per pedes zurückgelegt werden muss. Senner erinnerte an die Pläne für einen Schrägaufzug, mit dem das Neckarufer in Marbach mit der Altstadt verbunden werden könnte. Einen nicht minder spektakulären Vorschlag hat der Hauptamtsleiter der Schillerstadt an der Hand: Thomas Storkenmaier kann sich vorstellen, dass Gäste als Attraktion per Drohne von A nach B auf dem Gartenschaugelände befördert werden.

Doch auch an die Kinder hat man gedacht. Auf Benninger Seite will man Wasser vom Neckar ableiten, um einen kleinen Seitenarm einzurichten. Ein Wasserspielplatz ist ebenfalls Teil der Überlegungen. Ferner sollen der Kelterplatz aufgewertet und eine Uferpromenade angelegt werden. Überdies ist angedacht, einen zweiten Steg zwischen Marbach und Benningen zu bauen. Damit könnte ein Rundweg realisiert werden. „Es geht auch darum, dass Marbach und Benningen über den Steg zusammenwachsen“, sagte Senner. Darüber hinaus hätte eine solche Verbindung auf Höhe der Neckarinsel einen weiteren positiven Effekt, wie der Benninger Gemeinderat Harald Hausmann zu bedenken gab. „Das wäre ein sehr guter alternativer Schulweg. Wenn die Kinder jetzt zu Fuß oder mit dem Rad über den bestehenden Steg kommen, landen sie im Verkehrschaos“, erklärte Hausmann.

Ein weiteres Element, das Johann Senner nutzen würde, ist die römische Vergangenheit rund um den Neckar. Die Grundrisse des ehemaligen Kastells könnten beispielsweise an den Eckpunkten über Skulpturen hervorgehoben werden, sagte er.

Auf der anderen Neckarseite wünscht man sich einen Abenteuerspielplatz auf der Schillerhöhe, wie Marbachs Bürgermeister Jan Trost konstatierte. Johann Senner meinte aber auch, dass nicht auf Teufel komm raus gestaltet werden müsse. Einiges sei ja in den vergangenen Jahren schon angepackt worden. Dabei hatte er zum Beispiel das Neckarufer in der Schillerstadt im Blick, das in Teilen renaturiert wurde. Wichtig sei zudem, manches sich selbst zu überlassen, um die Artenvielfalt zu stärken.

Der Benninger Bürgermeister Klaus Warthon zeigte sich am Rande der Klausursitzung vor rund 50 Zuhörern zuversichtlich, dass man mit diesem Konzept gute Karten hat, den Zuschlag für eine Gartenschau zu bekommen und die vielen Konkurrenten aus dem Feld stechen kann. Für eine erfolgreiche Bewerbung spreche vor allem, dass am Neckar lange keine Schau mehr über die Bühne gegangen sei. Zudem könne man die prima ÖPNV-Anbindung in die Waagschale werfen. „Dazu kommt das Thema Literatur mit allem drum und dran und allen Möglichkeiten. Das sind Alleinstellungsmerkmale, die es anderswo nicht gibt“, erklärte Warthon. Ob dieses Paket reichen wird, steht im Sommer 2020 fest. Dann werde beschlossen, ob Marbach und Benningen eine Gartenschau ausrichten dürfen, erklärt Thomas Storkenmaier. Immer vorausgesetzt, die Gemeinderäte geben im Herbst ihr Okay für eine Bewerbung.