Marbach Auf Kahlschlag soll neuer Wohnraum folgen

Von
Das Gelände ist inzwischen gerodet worden, ein Baugesuch soll noch in diesem Jahr präsentiert werden. Foto: KS-Images.de

Marbach - Über ein rund 3600 Quadratmeter großes Grundstück zwischen der Güntterstraße und der Schillerstraße wird derzeit in Marbach eine Menge diskutiert. Das liegt daran, dass die vielen Bäume und Sträucher, die dort lange wucherten, inzwischen radikal abgeholzt wurden. Damit schossen auch die Spekulationen ins Kraut, was künftig mit dem Areal geschehen könnte. So wird in der öffentlichen Facebook-Gruppe Die Marbacher gemutmaßt, dass an dieser Stelle Häuser hochgezogen werden sollen. Eine naheliegende Vermutung – die letztlich auch der Wahrheit entspricht.

Der Marbacher Immobiliendienst hat sich das Grundstück Ende 2018 gesichert und möchte es nun bebauen, sagt der Geschäftsführer Rainer Krause. Wie das im Detail ausschauen soll, sei noch nicht festgezurrt, betont der ehemalige Vorsitzende des hiesigen Stadtmarketingvereins. „Wir haben noch kein Baugesuch eingereicht. Aber der Architekt ist dran. Wir versuchen, im Laufe des Jahres etwas hinzubekommen“, erklärt Rainer Krause. Angestrebt werde, die Bagger dann im kommenden Jahr in die Güntterstraße zu beordern.

Bei der Stadt ist man schon gespannt, mit welchen Plänen Krause am Ende im Rathaus vorstellig wird, sagt der Bürgermeister Jan Trost. Wobei der Marbacher Immobiliendienst dabei nicht völlig frei agieren kann. Der Rathauschef weist darauf hin, dass über dem Areal ein Bebauungsplan liege. Das Quartier sei als Mischgebiet ausgewiesen, was bedeute, dass neben Wohnraum auch Gewerbeflächen angeboten werden müssten.

Für Krause ist das aber kein Problem, weil sich diese Vorgabe ohnehin mit seinen Vorstellungen für das Gelände deckt. Dem Geschäftsführer schwebt vor, die Ebene im Erdgeschoss zur Güntterstraße hin für den Einzelhandel und Dienstleister zu reservieren – um so quasi eine Verlängerung der bestehenden Einkaufsstraße zu erreichen. Das korrespondiere auch mit den Ambitionen der Stadt, die Güntterstraße perspektivisch zur Gemeindestraße zurückzustufen und dann dort das Thema Handel stärker zu bespielen, erklärt Rainer Krause.

Auf dem Rest des Geländes, also in den oberen Geschossen und in Richtung Schillerstraße, will er frischen Wohnraum schaffen. Krause hält es für realistisch, auf dem Areal um die 40 Einheiten hochzuziehen. Ein gewisser Teil davon könnte durchaus auch in die Kategorie bezahlbarer Wohnraum fallen. „Dafür sind wir offen“, sagt Krause. Doch dazu müssten zunächst Gespräche mit der Stadt geführt werden.

Eine Blaupause für die Kooperation zwischen dem Marbacher Immobiliendienst und der Kommune gibt es bereits. In der Affalterbacher Straße 37 errichtet das Unternehmen momentan 15 Wohnungen, die anschließend von der Stadt übernommen und zu vergleichsweise günstigen Konditionen vermietet werden. „Da liegen wir voll im Plan“, sagt Krause zum Fortschritt der Arbeiten an diesem Projekt. Die Schlüsselübergabe könne wohl im Februar oder März 2020 erfolgen. „Wenn es früher klappt, ist es natürlich gut.“

In der Güntterstraße befindet sich der Prozess hingegen noch ganz am Anfang. Der Startschuss fiel mit den Rodungsarbeiten, die laut Rainer Krause im Januar und Februar über die Bühne gingen. „Das war aber selbstverständlich mit den Behörden abgestimmt“, betont er. Trotzdem löste der Kahlschlag in den sozialen Netzwerken auch einen kleinen Aufschrei aus. „Es ist ein Zwiespalt zwischen einer Rodung und dem Schaffen von neuem Wohnraum“, stellt Rainer Krause dazu fest. Tatsache sei aber, dass Immobilien gebraucht würden. Zumal die Ausweisung des Neubaugebiets an der Affalterbacher Straße geplatzt sei. „Das wäre nun ein gewisser Ausgleich“, sagt Krause. Außerdem handele es sich um eine innerstädtische Entwicklung.

Artikel bewerten
24
loading