Ludwigsburg Russische und französische Klänge vor mediterraner Kulisse

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Die Jungmusiker haben in Frankreich gleich vier Konzerte gegeben. Foto: Reimund Schiffer

Ludwigsburg - Bereits zum dritten Mal hat die Jugendphilharmonie des Landkreises an einem internationalen Jugendorchester-Festival teilgenommen – nach den Gastspielen in Florenz in den Jahren 2013 und 2016 unternahm das Orchester im Rahmen des Provence Youth Orchestra Festivals eine einwöchige Konzertreise in den Süden Frankreichs. Zu diesem Anlass hatte Dirigent Dietrich Schöller-Manno ein fulminantes Programm zusammengestellt, das nach drei erfolgreichen Konzerten im Landkreis nun vier Mal in der Provence präsentiert wurde. Neben der vielseitigen Ouvertüre zu Verdis Oper „Die Macht des Schicksals“, die sich aller Klangfarben von Fanfarentönen bis hin zu Streichermotiven bedient, waren vier Orchesterspieler als Solisten zu hören.

Tobias Reikow verzauberte mit den elegischen Melodien von Elgars Romanze für Fagott und Orchester, Tamina Patricia Frank regte mit dem Concertino für Flöte der französischen Komponistin Cécile Chaminade zum Träumen an. Ebenfalls ein Solowerk französischer Herkunft präsentierte Lavinia Laukner, die Saint-Saens‘ Rondo Capriccioso auf ihrer Violine beeindruckend interpretierte. Auch das vierte Solowerk erklang auf der Violine: Lynn My Le Trinh Stiegler spielte die Zigeunerweisen von Pablo de Sarasate technisch und musikalisch eindrucksvoll.

Die zu Unrecht nahezu unbekannte erste Sinfonie von Wassili Kalinnikow in g-Moll bildete stets den Höhepunkt der Konzerte: Das Werk des russischen Komponisten riss das Publikum stets mit und ließ die gut besuchten Konzerte mit lang anhaltendem Applaus enden. Musiziert wurde unter freiem Himmel im Schatten der massiven Stadtmauer von Aigues-Mortes, auf einer Freilichtbühne in der Ausgrabungsstätte Glanum, auf einem von mediterranen Häusern umringten Platz in Martigues und in der Stiftskirche in île de Sorgue. Das dortige Abschlusskonzert wurde im Wechsel mit einem weiteren Jugendorchester gestaltet und endete mit einer gemeinsamen Zugabe.

Neben den Konzerten war den jugendlichen Spielern auch kulturell einiges geboten – so wurde unter anderem die berühmte Brücke und die Altstadt Avignons mit Papst-Palast besichtigt. Sowohl für die Zuhörer als auch für das Orchester war die Konzertreise ein voller Erfolg, der die Reputation des Orchesters auch im Ausland deutlich gesteigert hat.