Live Entertainment Award Lebenszeichen und Hilferuf einer Branche

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Konzertsituation unter Coronabedingungen – die Branche hofft auf baldige Änderungen. Foto: dpa/Jan Woitas

Konzertveranstalter drängen bei der Verleihung des Live Entertainment Award auf Klarheit. Es brauche endlich genaue Ansagen für das Publikum und die ganze Veranstaltungsbranche.

Frankfurt - „Die Veranstaltungsbranche hat bisher leider kaum Aussichten auf eine Rückkehr zur Normalität“, sagt Jens Michow anlässlich der Verleihung des 15. PRG Live Entertainment Award. Als Präsident des Bundesverbands der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft (BDKV) und Geschäftsführer des Trägervereins des PRG LEA spricht Michow über die Situation der deutschen Veranstalter. Seit 2011 eröffnet die Verleihung des LEA die Frankfurter Musikmesse. Eine Gala – mit großem technischem Aufwand, viel Publikum, prominenten Gästen – musste im Frühjahr bereits zum zweiten Mal in Folge abgesagt werden, Grund war die Coronasituation, die der Branche, dies macht Michow deutlich, auch weiterhin zu schaffen machen wird: „Noch immer“, erklärt er, „sagt uns niemand, welche konkreten Rahmenbedingungen vorliegen müssen, damit das Publikum endlich wieder ohne Einschränkungen – vor allem ohne Abstandsregeln – Konzerte besuchen kann.“

Preis fürs Lebenswerk an Hoppe, Grüße von Sting und Kiss

Nur rund 100 Gäste sind zugegen, als der LEA am Dienstag vergeben wird, nicht in der Frankfurter Festhalle dieses Mal, sondern im Club Gibson. Ingo Nommsen moderiert, international bekannte Künstler senden Videobotschaften: Ian Gillan, Robert Plant, Sting und die Band Kiss gratulieren auf diese Weise Ossy Hoppe, dem Gründer von Wizard Promotions, der ausgezeichnet wird für sein Lebenswerk, den Preis aus den Händen seines Sohnes und Nachfolgers Oliver Hoppe entgegennimmt. In 14 weiteren Kategorien wird der LEA vergeben – unter anderem an die Semmel Concerts Entertainment GmbH für Sarah Conners Arena-Tour „Herz Kraft Werke“, die 2019 startete, jedoch nicht fortgesetzt werden konnte. „Wir nehmen den Preis mit gemischten Gefühlen entgegen“, so Geschäftsführer Dieter Semmelmann. „Wir hoffen inständig, dass wir die wenigen Konzerte, die im August und September 2021 geplant sind, durchführen können.“ Mit der sehr reduzierten Verleihung des Live Entertainment Award sendet die Veranstaltungsbranche ein Lebenszeichen – und drängt auf Veränderung: „Wir unterstützen jede Maßnahme, die in verhältnismäßiger Weise dem Infektionsschutz dient“, so Jens Michow. „Aber ich wünsche mir, dass Bund und Länder nun endlich die gebotenen Entscheidungen treffen und uns das Ziel nennen, welches erreicht werden muss, damit wirtschaftliche Veranstaltungen wieder möglich werden.“