Kriminalstatistik in Pleidelsheim Keine Beunruhigung trotz Straftaten-Anstieg

Von
Diebstähle führen die Liste der Delikte an. Foto: dpa

Im Pleidelsheimer Gemeinderat ist die Kriminalstatistik präsentiert worden. Die Zahl der Straftaten hat demnach deutlich zugenommen. Aber noch ist die Lage entspannt, beruhigte die Polizei sofort.

Pleidelsheim -

Eine Zahl sticht sofort ins Auge, als Katrin Groß in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die erste Folie ihrer Präsentation auf die Leinwand wirft. Zusammen mit Frank Bartel, seit 1. Januar neuer Leiter des Marbacher Polizeireviers, hat die Leiterin des Freiberger Reviers die jährliche Kriminalstatistik vorgestellt – und in dieser wurde sofort klar: Im Vergleich zu 2018 sind die Straftaten extrem angestiegen. Um satte 14,4 Prozent. Wirklich Anlass zur Beunruhigung gebe es aber nicht, relativierte sie sofort. „Um der Zahl gleich mal die Schärfe zu nehmen: Im Fünf-Jahres-Schnitt liegen die 167 Fälle unter dem Schnitt von 176“, so Groß. Ein Straftatenhoch von 207 Fällen habe es 2015 gegeben.

Damit man noch besser einordnen könne, wo man stehe, präsentierte Bartel die Zahlen im Vergleich zu anderen Kommunen. Hochgerechnet auf 100 000 Bürger werden im Einzugsgebiet des Reviers Marbach, das elf Kommunen umfasst, deutlich weniger Straftaten verübt als im Bereich des gesamten Polizeipräsidiums Ludwigsburg, und in Pleidelsheim wiederum weniger als im Revier Marbach. Man müsse sich also keine Gedanken machen und könne „sicher leben“.

Beim Blick auf die Struktur der Delikte führen Diebstähle die Liste klar an. 2019 verzeichnete die Polizei 53 Fälle, im Vorjahr waren es 20 weniger. Dies wiederum relativiere sich aber auch wieder, wenn man wüsste, dass der Anstieg mit einer Serie von Autoaufbrüchen im April 2019 zu tun hatte. Die Diebe hatten es hier auf Navis und Airbags abgesehen. „Enorm ist zudem die Zahl der Ladendiebstähle gestiegen“, so Groß. Gleich siebenmal musste die Polizei deshalb ausrücken, im Vorjahr war es nur einmal. Die Erklärung hierfür ist aber ebenfalls einfach: Ein offenbar Alkoholkranker ließ sich gleich mehrfach erwischen. Die zweithöchste Zahl der Delikte fällt unter die Rubrik „Sonstiges“. Beleidigungen oder Drohungen sind hier beispielsweise gemeint. Insgesamt gab es 42 dieser Fälle im Jahr 2019. Körperverletzungen stehen insgesamt 21 zu Buche, Sachbeschädigungen und Vermögens- und Fälschungsdelikten mussten die Polizisten jeweils 19 Mal nachgehen. Positiv: „Es gab in 2019 keine Straftaten gegen das Leben“, berichtete Katrin Groß. Sexualdelikte gab es fünf, „aber keine Vergewaltigungen“, so Groß.

Der Blick auf die Struktur der Tatverdächtigen zeigt: Der Täter ist in den meisten Fällen älter als 21, selten heranwachsend oder jugendlich. „Ein großes Lob in diesem Zuge an die Jugendarbeit, so niedrig ist der Anteil in keiner anderen Gemeinde im Bereich des Marbacher Reviers“, lobte Frank Bartel.

Der Anteil Nichtdeutscher an den Tatverdächtigen liegt bei 43,5 Prozent, das sind 1,5 Prozent mehr im Jahr 2018. Bei Schwierigkeiten in der Asylbewerberunterkunft in der Marbacher Straße schließe man sich stets gut mit der Gemeinde, dem Arbeitskreis Asyl und dem Integrationsbeauftragten zusammen, erklärte Bartel, der am Ende stellvertretend für die ganze Polizei noch Lob von den Gemeinderäten für die geleistete Arbeit erhielt. „Alle Achtung für diejenigen, die diesen Beruf ausüben“, sagte etwa Christel Staudenmaier (WIR) nach Vorstellung der Statistik.