Königherz baut neu Polsterei und Sattlerei will sich vergrößern

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Das neue Gebäude soll inmitten des Gewerbegebiets Kreuzwegäcker Foto: Werner Kuhnle

Die Firma Königherz in Steinheim plant einen Neubau im Gebiet Kreuzwegäcker. Umzugsdatum noch ungewiss.

Steinheim - Über zu wenige Aufträge können sich Anissa Wiener und Lorenzo Puglisi gerade gar nicht beschweren. Im Gegenteil: Die beiden Gründer und Geschäftsführer der Firma Königherz in Steinheim und ihre 14 Mitarbeiter haben alle Hände voll zu tun. Stühle, Eckbänke, Sofas und mehr wollen gepolstert werden, in der Sattlerei stehen Auto- und Motorradsitze, Armaturen und so weiter auf dem Programm. Zudem geht dem Team von Königherz langsam der Platz in den Räumlichkeiten in der Steinheimer Industriestraße 30 aus. Der Ausstellungsbereich der klassischen Polsterei und Sattlerei ist derzeit mehr und mehr mit neuen Stücken belegt, die auf ihre Bearbeitung warten.

Gut also, dass man sich bereits 2018 ein Gelände im Gewerbegebiet Kreuzwegäcker sicherte. „Damals waren wir noch zu acht“, berichtet Anissa Wiener. Dementsprechend sei es mit dem Neubau auch noch nicht so eilig gewesen.

Es geht supereng zu

Inzwischen nimmt die Sache aber deutlich an Fahrt auf. Und das ist auch gut so. Denn die rund 450 Quadratmeter großen Räume in der Industriestraße werden gefühlt immer kleiner. Noch maximal ein weiterer Mitarbeiter könnte hinzukommen, in der Werkstatt geht es „supereng“ zu. „Wir wollen aber viel Platz, damit man sich freier entfalten kann“, betont die Geschäftsführerin.

Noch wichtiger sei das in der Entwicklung. Hier fehle derzeit „der Blick in die Weite“, der so wichtig sei, um die Gedanken schweifen zu lassen, um kreativ arbeiten zu können. Das alles soll künftig möglich sein. Auf dem Grundstück Kreuzwegäcker 19 wird derzeit ein Gebäude geplant, das alles in allem über 1500 Quadratmeter Fläche verfügt. Verteilt sind diese auf drei Ebenen. Im Keller wird der Wareneingang sein, im Erdgeschoss die künftig U-förmige Produktion sowie die Ausstellung. Von Letzterer führt eine Treppe ins Obergeschoss. Dort wird im Herzen des Gebäudes und überhaupt als Herzstück ein riesiger Tisch stehen, wie es ihn in den aktuellen Räumen auch schon gibt. Die morgendlichen Treffen, das gemeinsame Essen der Kollegen – das alles soll auch am neuen Standort weitergeführt werden. Ein gutes Arbeitsklima und dass sich die Mitarbeiter wohl fühlen, soll auch in Zukunft ganz oben stehen, so die Königherz-Geschäftsführerin.

Deswegen werden in den Büros um das Herz die Entwickler mit Weitblick aus großen Fenstern arbeiten. Überhaupt soll das neue Gebäude zahlreiche Fenster haben. Alles soll stylish und hell werden. „Etwas Besonderes“, sagt Anissa Wiener. Die Materialien Leder, Beton, Holz und Glas werden das Ganze dominieren.

Mitarbeiter sind eingebunden

In das Mammut-Projekt sind auch die Mitarbeiter eingebunden. Sie haben alle gemeinsam die neue Werkstatt bereits eingerichtet – mit Kärtchen und Fotos von Wägen, Tischen, Rolltoren und Regalen auf einem großen Tisch. Ein kleineres Team macht sich seither Gedanken um viele weitere Faktoren. Derzeit liegt alles beim Innenarchitekten.

Sobald dieser sein Konzept vorstellt, kann es wieder einen Schritt weitergehen. Zudem warte man noch auf die finale Baugenehmigung vom Landratsamt, sagt die Königherz-Mitbegründerin. Zum genauen Baustart will sie allerdings aus einem anderen Grund keine Aussage machen. „Wir wollten Mitte kommenden Jahres fertig werden.“ Allerdings sei durch die momentanen Lieferschwierigkeiten gerade beim Holz überhaupt nichts mehr sicher. „Das hält uns nicht von unserem Wunsch nach einer Holzhalle ab“, so Anissa Wiener. Weil eine Halle mit Holz eben am schönsten sei.