Kirchberg-Zwingelhausen Das Misstrauen sitzt tief

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Bei der Info-Veranstaltung hat es etliche kritische Stimmen gegeben. Foto: Archiv (Werner Kuhnle)

Kirchberg-Zwingelhausen - Dass die Zwingelhäuser und Bewohner anderer Ortschaften rund um den Steinbruch Lukas Gläser in der Vergangenheit keine guten Erfahrungen mit der Kommunikationsbereitschaft der Betreiber gemacht haben, wurde an einem knapp dreistündigen, von einem Mediatorenteam geleiteten Informationsabend am Dienstag in der Werkstatthalle des Steinbruchs deutlich, der den Auftakt zu einem Dialog bilden soll. Unter den etwa 80 Teilnehmern waren etliche kritische Stimmen zu hören. „Es ist schon informativ; man erfährt, was sie alles vorhaben“, meinte etwa ein Mann aus Fürstenhof. „Aber das mussten sie wohl machen, weil sie auch von der Presse Druck bekommen haben.“ Eine Gruppe von Frauen diskutierte in einer kurzen Pause lebhaft, wie ernst es wohl der Firma mit ihrem Dialogangebot sei: „Vielleicht ist das ja bloß eine Beschwichtigung; man bräuchte einen konkreten Umsetzungsplan“, meinte eine, und eine andere: „Mit einer Veranstaltung dieser Art ist es sicher nicht getan, man bräuchte noch Folgeveranstaltungen.“ Noch deutlicher wurde ein Mann: „Wer zahlt das hier? Der Gläser. Wer zahlt die Gutachter? Der Gläser. Und was kommt dann raus? Dass alles in Ordnung ist.“

Doch auch optimistischere Stimmen waren zu hören, die auf das Versprechen der Mediatoren vertrauten, dass alle Fragen beantwortet würden. Dies soll unter anderem im Internet unter www.dialog-lukasglaeser.de geschehen. Die Homepage wird aber erst Mitte Juni freigeschaltet. Und der von Lukas Gläser beauftragte Geologe Axel Dörr betonte, nicht alle der gesammelten Fragen könnten binnen vier Wochen beantwortet werden: „Manches kann erst relativ spät im Planungsprozess geklärt werden.“

Zuvor hatte Gerald Henkel, einer der beiden Geschäftsführer des Unternehmens, die neuen Pläne für den Steinbruch vorgestellt. Das neue Schotterwerk, dessen Bau im vierten Quartal des nächsten Jahres beginnen und ein Jahr später abgeschlossen sein soll, werde über hocheffiziente Entstaubungsanlagen verfügen und zudem an die Abbaukante gerückt werden, sodass es nur noch 15 Meter über die Geländehöhe herausrage.

Eine neue innerbetriebliche Verkehrsführung soll die Fahrbewegungen insgesamt reduzieren und den Stau auf der Landstraße vermeiden. Auch die Sprengtechnik soll verbessert werden, um Erschütterungen zu reduzieren. Hierzu soll es drei Probesprengungen geben, die erste davon bereits am 16. Mai. Auch der Grundstückserwerb für die geplante Erweiterung war ein Thema. Für eine verbesserte Anbindung an die L 1124 wurde bereits ein Acker erworben; ob sich die neue Zufahrt so umsetzen lasse, sei aber Entscheidung der Behörden, betonte Henkel.

In vier Gruppen kamen im Anschluss die Bewohner zu Wort. Unter den Rubriken „Fragen“, „Was darf auf keinen Fall passieren?“ und „Gutes Miteinander“ schrieben die Mediatoren die Wortmeldungen auf farbige Kärtchen.

Ausgeschlossen wurden von den Bürgern weitere Beschädigungen der Häuser, mehr Lastwagen-Verkehr, der Wegfall des Feld- beziehungsweise Radwegs oder der Bushaltestellen oder eine Missachtung der Ruhezeiten.

Ein Hauptproblem für viele ist das sogenannte „Zwingelhäuser Eck“, in dem derzeit noch kein Abbau stattfindet. „Das ist von allen Seiten eingeklemmt, der Druck kann nicht weg, und wir kriegen alles ab“, erklärte eine Anwohnerin. Die Frage, wie lange es dauere, bis dieser Teil abgebaut sei, beantwortete Henkel mit „Je nach Tempo etwa zwei bis drei Jahre.“

Zum Schluss der Veranstaltung stellte Henkel noch in Aussicht, dass noch vor der Sommerpause eine Folgeveranstaltung in Form eines Runden Tischs stattfinden sollte, wie sie von vielen Teilnehmern gewünscht wurde.

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