Kirchberg Erweiterung des Rappenbergs nimmt Hürde

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Auf der Ackerfläche (vorne links im Bild) soll ein neues Wohngebiet entstehen. Foto: Werner Kuhnle

Kirchberg - Die Planungen für das Neubaugebiet „Rappenberg 4“ schreiten voran. In ihrer Sitzung am Donnerstag haben die Räte intensiv über den letzten Entwurf des Bebauungsplans beraten, in dem gegenüber dem letzten Entwurf einige Änderungen enthalten sind. Stefanie Hofmann vom Ludwigsburger Planungsbüro KMB stellte den Räten den aktuellen Sachstand vor. „Der Natur- und Artenschutz hat uns lange begleitet“, so die Planerin. Speziell ging es hier um seltene Vögel sowie um Fledermäuse, die nun Nisthilfen in der näheren Umgebung erhalten sollen. Weitere Ausgleichsmaßnahmen sind Großbaumverpflanzungen, das ganze Gebiet wird einen zusätzlichen Spielplatz erhalten, in der Murraue beim Altarm sollen Ackerflächen in Wiesenflächen umgewandelt werden, und ein Streuobstgebiet sowie eine Streuobstbienenwiese sollen angelegt werden. Das vorhandene Totholzkonzept wird ebenfalls berücksichtigt. Damit lägen von behördlicher Seite keine Einwendungen mehr vor, für die Bechsteinfledermaus gebe es eine artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung des Regierungspräsidiums.

Gegenüber der ursprünglichen Planung wird der Finkenweg von fünfeinhalb auf überwiegend sechs Meter verbreitert. Damit kommt man dem Wunsch von Bürgern nach, entlang der Straße parken zu können. Ein großes Anliegen der Bürger sei auch der Drosselweg gewesen. Hier war geplant, vier Grundstücke über den Wendehammer anzubinden; die Anwohner sprachen sich jedoch dafür aus, diesen zu erhalten. Dem wurde gefolgt; die vier Grundstücke sollen nun eine Erschließungsstraße erhalten. Etliche Anlieger äußerten zudem die Furcht, die Gebäude seien mit zwei Stockwerken zu hoch. Ob es da nicht die Möglichkeit eines „sanften Übergangs“ gebe, wollte Christian Berroth (UBK) wissen. Das sei nicht nötig, entgegnete Hofmann: „Die Häuser sind zwar zweigeschossig, aber nicht höher als die anderen; von außen wird das kaum auffallen.“ In manchen Abschnitten gebe es allerdings eine veränderte Baulänge, sodass Mehrfamilienhäuser möglich seien, so die Planerin „Aber die sind auf den Innenbereich konzentriert.“ Was die Entwässerung betrifft, so müssten die Grundstücke im unteren Bereich zwingend über Zisternen entwässert werden, die Regenwasser kontrolliert abgeben. „Sonst packt’s der Kanal nicht“, so die Planerin. Die anderen Grundstücke, erläuterte Bürgermeister Frank Hornek auf Nachfrage von Erich Drexler (Gesundes Gemeinwesen Kirchberg), würden in Richtung Feld durch das gemeindeeigene große Regenrückhaltebecken entwässert; das sei im unteren Bereich jedoch topographisch nicht möglich.

Günter Wolf (Freie Liste Kirchberg) bemängelte, dass keine öffentlichen Stellplätze eingeplant seien. Der Rathauschef erklärte demgegenüber, man habe in Kirchberg ohnehin erhöhte Stellplatzvorschriften gegenüber der Landesbauordnung. Wenn jemand seine Garage als zusätzliche Stellfläche nutze statt fürs Auto, sei das dessen Privatproblem. Zudem gebe es nicht allzu weit entfernt genügend Möglichkeiten, das Auto abzustellen. Nach einigen Diskussionen verständigten sich die Räte jedoch darauf, am künftigen neuen Spielplatz vier Stellplätze vorzusehen. Die Planunterlagen werden nun öffentlich ausgelegt und auf der Homepage der Gemeinde einsehbar sein.

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