Kirchberg Das Schöne liegt direkt vor der Haustüre

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Die Schutzhütte haben die Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Umweltschutz Kirchberg ausgebessert. Quelle: Unbekannt

Kirchberg - Nach jahrelanger Vorarbeit ist am Samstag der neu beschilderte Naturlehrpfad im Kirchberger Wald eingeweiht werden. Bereits in der 1960er-Jahren hatte Helmut Pauleit diesen Weg initiiert. Über 50 Hinweistafeln zu Pflanzen, Tieren sowie historischen und geologischen Besonderheiten waren errichtet worden. Im Jahr 2017 hatte die Aktionsgemeinschaft Umweltschutz Kirchberg (AUK) dann die Neubeschilderung des Naturlehrpfades beschlossen. Die Gemeinde Kirchberg begrüßte die Initiative und sagte umgehend die Kostenübernahme zu. Auch Helmut Pauleit unterstützte die AUK.

Die 26 Tafeln waren bei der Firma Schilder-Stickel in Auftrag gegeben worden, und Vereinsmitglied Rudolf Renz hatte diese auf selbst gefertigten Siebdruckplatten angebracht, die im Juni schließlich Erwin Wägerle, Erich Drexler und Gerhard Schaupp an den zuvor mit Förster Picard ausgewählten und markierten Bäumen befestigten. Allerdings musste noch die Schutzhütte ausgebessert und neu gedeckt werden, was ebenfalls die Vereinsmitglieder übernahmen.

Der Kirchberger Bauhof sorgte für frischen Schotter, sodass die Hütte nun gut zugänglich ist, und schließlich wurde sie in der vergangenen Woche noch mit einer großen Übersichtstafel des Naturlehrpfades ausgestattet. Erwin Wägerle bedauerte sehr, dass Helmut Pauleit in diesem Jahr verstorben sei und die Wiederbelebung des Pfades nicht mehr erleben durfte. An seiner Statt hatten es sich jedoch Pauleits Kinder nicht nehmen lassen, bei der Einweihung dabei zu sein. Bürgermeister Frank Hornek begrüßte „Idealismus, Tatkraft, Zeit und Elan der AUK“ und sagte dem Verein zu, dass sich die Gemeinde an den Kosten für die Instandhaltung des Pfades beteiligen würde.

Die meisten der knapp 60 Einweihungsgäste folgten Erwin Wägerle, um den neu beschilderten Pfad selbst in Augenschein zu nehmen. Schon von weitem leuchten die hellen Tafeln dem Spaziergänger entgegen. Als Wegweiser dient ein buntes Blatt, das Logo der AUK. Unterwegs wies Wägerle bei einzelnen Tafeln auch auf aktuelle Zustände hin, wie etwa auf das besorgniserregende Eschen- und Fichtensterben. Etwa drei Kilometer misst der Weg und ist zum größten Teil bequem begehbar, allerdings sind entlang des Wüstenbaches gutes Schuhwerk und Trittsicherheit gefordert. Doch es gibt vor der Abzweigung zu Götzenbrücke und Wüstenbach auch einen gut begehbaren Ausweichpfad diesseits des Gewässers. Nach gemütlichen eineinhalb Stunden ist man wieder am Ausgangspunkt angelangt. Den Premierengästen hat es gefallen. Ein schöner Weg und eine gute Idee, dem Waldbesucher die einheimischen Besonderheiten und Schönheiten der Natur wieder vor Augen zu führen. Nicht immer muss man in die Ferne reisen, oft liegen sie direkt vor der Haustür – so könnte das Fazit der Eröffnung lauten.