Kapazitäten gehen zur Neige Benningen plant Kindergarten-Provisorium

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Für einen gewissen Zeitraum wird ein Provisorium benötigt. Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Die Plätze in den bestehenden Kindergärten reichen in Benningen bald nicht mehr aus. Darauf hat die Gemeinde nun reagiert: Auf dem Parkplatz der Gemeindehalle sollen Container aufgestellt werden.

Benningen - In Sachen Kinderbetreuung immer alle Wünsche zu erfüllen sei schwierig, so der Benninger Bürgermeister Klaus Warthon in der Gemeinderatssitzung am Montag. Nichtsdestoweniger versuche die Gemeinde ihr Möglichstes. Wegen der Coronakrise im Frühjahr hatten sich zwar die Planungen für das kommende Kindergartenjahr verzögert. Jetzt wurde aber schnell klar, dass die bestehenden Kapazitäten in den sechs Einrichtungen nicht ausreichen werden, um alle Kinder aufzunehmen.

Das liege an mehreren Faktoren, erläuterte Warthon. Zum einen halte der Trend, dass die Kinder mit der Vollendung des zweiten Lebensjahres die Einrichtungen besuchen, unvermindert an. Allerdings belegen diese Kinder rein rechnerisch zwei Plätze. Zum anderen werden heuer im Vergleich zu den Vorjahren relativ wenige Kinder eingeschult. Dazu kommt, dass im Jahr 2018 in Benningen rund 80 Geburten zu verzeichnen waren – und damit etwa 30 Prozent mehr als im langjährigen Mittel.

Weil die Geburtenzahlen 2019 und voraussichtlich auch 2020 wieder auf „Normalmaß“ von rund 60 Geburten zurückgingen und -gehen, dürfte sich die aktuell angespannte Situation nach einem Jahr wieder beruhigen. Für diese Zeit muss aber in Form eines Provisoriums eine Lösung gefunden werden, denn rein rechnerisch fehlt von September an in Benningen eine komplette Kindergartengruppe.

Doch wohin mit dieser? Das Haus der Begegnung, das zuletzt als Kita-Provisorium genutzt wurde, scheidet aus, da es größtenteils durch das Pfarrbüro belegt ist, weil das Pfarrhaus in der Kirchstraße saniert wird. Auch die Möglichkeit, die übrige Gruppe etwa an den Kindergarten Sankt Franziskus anzuhängen und die Container-Lösung auf der Pfarrwiese anzustreben, wäre schwierig, so Warthon. Das liege an der Fläche und an der Tatsache, dass dann die Max-Eyth-Straße gesperrt werden müsste.

Als beste Lösung habe sich nach einigen Überlegungen eine Zusatzgruppe zur Kindertagesstätte Steinlanden entpuppt, erläuterte Warthon in der Sitzung. Hier könnte eine Außengruppe auf dem südwestlichen Teil des Parkplatzes der Gemeindehalle entstehen – und zwar in Form von Containern, wie sie beispielsweise vor einigen Jahren auf dem Parkplatz der Bottwartalhalle in Kleinbottwar aufgestellt waren, als dort der Kindergarten saniert wurde.

Die Container für den Parkplatz der Gemeindehalle sollen gemietet werden und zum neuen Kindergartenjahr auf dem Parkplatz der Gemeindehalle aufgestellt sein. Die Gemeinderäte gingen mit diesem Vorschlag der Verwaltung einstimmig mit. Allerdings machten sich Thomas Waldvogel (FWV) und Edgar Brucker (CDU) Gedanken um die Grundschule und wollten wissen, ob hier dann vier Jahre später die Kapazitäten ausreichen, wenn der große Jahrgang eingeschult werde. Da müsse man sich keine Sorgen machen, so Bürgermeister Klaus Warthon. „Die Schule ist groß genug.“