Jugendbeteiligung in Marbach Mehr Leben in der Stadt gewünscht

Von Ingo Nicolay
Die Jugendlichen konnten auf Postkarten ihre Wünsche notieren. Foto:  

Was wünschen sich Kinder und Jugendliche von Marbach? Vertreter der Initiative Treffpunkt Q und dem Jugendhaus planet-x haben einfach mal nachgefragt.

Marbach - „Auf viele Ideen wären wir selbst nicht gekommen“, gibt Clemens Mayer ganz unumwunden zu. Gemeinsam mit weiteren Helfern und Georg Stenkamp, Leiter des Jugendkulturhauses planet-x, hat die Initiative „Treffpunkt Q“ am Samstag in der Marktstraße in Marbach mit einem Stand auf sich aufmerksam gemacht. Die aus der Bürgerschaft hervorgegangene Initiative Treffpunkt Q setzt sich für das Miteinander in der Schillerstadt ein. Seit diesem April treffen sich dafür Menschen, denen ein lebenswertes Marbach am Herzen liegt. Gerade für die Kinder- und Jugendthemen wünsche man sich noch Mitstreiter.

Mit Musik und einem Glücksrad zog der Stand die Aufmerksamkeit auf sich. Auf einer Postkarte konnten junge Marbacher dann vor Ort ihre Herzenswünsche für ein für sie lebenswertes Marbach aufschreiben. Als Dankeschön warteten zahlreiche Preise – und auch die ein oder andere Süßigkeit. Was wünschen sich junge Marbacher also für ihre Innenstadt? Was gefällt ihnen an der Kernstadt? Was sind ihre Lieblingsplätze? Wo gefällt es ihnen in der Altstadt? Was müsste sich aus Sicht der jungen Generation ändern? Wo fehlt noch etwas?

Die Altstadt liegt auch den Jüngeren am Herzen

„Da kamen dann ganz pragmatische und handfeste Ideen zusammen“, zieht Clemens Mayer eine Zwischenbilanz der Vorschläge. Die Wunschliste der Jugendlichen ist lang: ein Fitnessstudio für Jüngere, freies W-Lan, ein Kinderkino unter freiem Himmel oder aber Wasserspiele in der Fußgängerzone. Doch auch ein Abenteuerspielplatz oder Straßenmusik, was sich ein 12-Jähriger wünscht, stehen auf der Liste. Neben diesen vielleicht eher jugendtypischen Wünschen erstaunte auch die Bitte einer Zehnjährigen, „auf die alten Gebäude achtzugeben“. Und ganz offenbar sorgen sich die Befragten ebenso wie viele Erwachsene über die wenig frequentierte Innenstadt und wünschen sich wieder mehr Leben in der Kernstadt – gern auch mit einem autofreien Stadtkern.

„Aus Marbach könnten wir doch viel mehr rausholen“, ist Mayer daher überzeugt. Was da an Impulsen von den Jüngsten eingesammelt wurde, dürfte seine Hypothese bestätigen. Die Ideen werden jetzt bis Jahresende in der Projektgruppe aufbereitet und voraussichtlich im Zeitraum Februar bis März auch dem Gemeinderat präsentiert. Auch Georg Stenkamp hofft, dass Marbach bald nicht nur Schillerstadt, sondern auch eine lebenswerte Schülerstadt für ihre rund 4000 Schüler sein möge.

Die Zukunft? Schüler- und Schillerstadt sein!

Als Vorkämpfer, der schon berufsbedingt nah an den Kindern und Jugendlichen der Schillerstadt dran ist, wünscht Stenkamp selbst sich obendrein die Einrichtungs eines „Pop-Up-Store“, also eines Ladens mit stetig wechselndem temporärem Angebot – in diesem Fall speziell für die jüngste Generation. „Wir haben hier so viel bürgerschaftliche Energie, die dadurch einen Kristallisationspunkt gewänne“, führt Georg Stenkamp nur eines der Argumente auf.

Und was hielten die Jüngsten selbst von der Aktion? Der neunjährige Samuel fand es jedenfalls toll. Er knobelte lange an seinen Wünschen beim Ausfüllen der Postkarte, kreuzte dann schließlich einige der vorab herausgearbeiteten Punkte an. „Ja, da waren schon so viele gute Ideen drauf, dass ich nichts an zusätzlichen Wünschen aufgeschrieben habe“, freute er sich. Und wie alle durfte auch er am Glücksrad drehen und strahlte über die gewonnenen Süßigkeiten.