Instagram Facebook will Teenager zu Pausen ermutigen

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Wirkt sich Instagram negativ auf die psychische Gesundheit aus? Facebook will Jugendliche „anschubsen“, sich weniger schädliche Inhalte anzuschauen. Foto: AFP/LIONEL BONAVENTURE

Nach den schweren Vorwürfen einer Whistleblowerin steht Facebook unter Druck. Nun will der Techkonzern nachbessern – und Jugendliche auf Instagram besser schützen.

Stuttgart - Der US-Techkonzern Facebook will die Fotoplattform Instagram sicherer machen für Jugendliche. Das kündigte Facebooks PR-Chef Nick Clegg am Sonntag in einem Interview mit dem britischen Fernsehsender „CNN“ an.

Demnach will das Unternehmen drei neue Funktionen einführen. Einerseits sollen Eltern in Zukunft mehr Möglichkeiten bekommen, die Surfgewohnheiten ihrer Kinder zu kontrollieren. Außerdem sollen Algorithmen die Teenager besser vor schädlichen Inhalten schützen. „Wir werden etwas einführen, dass einen deutlichen Unterschied machen wird“, sagte Clegg. „Wenn unsere Systeme erkennen, dass Jugendliche sich immer wieder Inhalte anschauen, die nicht förderlich für ihr Wohlbefinden sind, werden wir sie anschubsen, sich andere Inhalte anzuschauen.“

Als dritte Funktion sollen Teenager zu mehr Pausen animiert werden, sagt Clegg in dem Interview. Der Facebook-Sprecher wehrte sich gegen die Vorwürfe, dass sich einer von fünf Jugendlichen in den USA schlechter fühle, weil er Instagram benutze. Für die überwiegende Mehrheit sei Instagram zu benutzen eine positive Erfahrung. „Wir können nicht die menschliche Natur ändern“, sagte Cleggg. Man vergleiche sich immer mit anderen.

Ex-Mitarbeiterin teilt gegen Facebook aus

Facebook war unter Druck geraten, nachdem sich die ehemalige Mitarbeiterin Frances Haugen entschlossen hatte, mit internen Dokumenten des sozialen Netzwerks an die Öffentlichkeit zu gehen. Die Datenspezialistin forderte in einer Anhörung vor dem US-Senat, dass Facebook besser reguliert werde. Haugen wirft dem Konzern vor, Kindern schaden, die Menschen zu spalten und die Demokratie zu schwächen.

In einer Serie von Artikeln im „Wall Street Journal“ warf die Whistleblowerin ihrem früheren Arbeitgeber vor, mit Instagram einen negativen Einfluss auf Teenager zu haben. Die Fotoplattform verstärke demnach vor allem bei jungen Mädchen das Gefühl, unzufrieden mit dem eigenen Körper zu sein. Das wirke sich auf die psychische Gesundheit aus.