Initiative für die Nachbarschaft In Benningen soll ein Tauschkreis entstehen

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Manche können mit der Nähmaschine umgehen, andere nicht. Im Tauschkreis kann man sich gegenseitig helfen. Foto: Tauschring Glemstal

Die Initiative sucht noch weitere Mitstreiter. Bislang sind zwölf Menschen bei dem Projekt aktiv.

Benningen - Das Fenster klemmt, ein Reißverschluss ist kaputt, der Fahrradreifen platt? Meist kann jemand aus der Nachbarschaft helfen. Nur: wer? Dass Menschen, die Hilfe brauchen einerseits, und Menschen, die Unterstützung bieten andererseits, sich finden, dazu sind Tauschkreise oder Plattformen wie nebenan.de da. Auf Letzterer haben sich in Benningen bereits knapp 150 Leute angemeldet. Sehr zur Freude von Wolfgang Büser, der in der Neckargemeinde einen Tauschkreis initiieren will. „Wenn man da so durchklickt, sieht man, dass da Leute dabei sind, mit denen könnte man ein ganzes Dorf bauen“, sagt er.

Deshalb hat er vergangenen Herbst einmal nachgefragt, wer aus der Runde seine Talente in einer Benninger Tauschbörse anbieten möchte. Momentan sind es ein Dutzend Menschen, die unter anderem das Reparieren von allen möglichen Gegenständen, Kochen, Backen, Kinderbetreuung und Ähnliches im Portfolio haben. Oder aber auch mal Zeit haben, Älteren und Alleinlebenden Gesellschaft zu leisten oder einfach sagen: Ich pack’ mal eben mit an. Geklärt ist mittlerweile auch, wie das Ganze ablaufen soll. Die Frage, die man sich stelle, wenn man eine Leistung in Anspruch nimmt, sei ja: „Wie mache ich das wieder gut?“, erklärt Wolfgang Büser. Er hatte zunächst ein Modell im Kopf, bei dem man als Gegenleistung etwas für den guten Zweck spenden könnte. Allerdings sei das dann ein Hilfsangebot gegen Geld, und so käme man wohl schnell mit dem Gesetz in Konflikt. Die zwölf Nachbarn diskutierten und einigten sich schließlich auf das Modell des Tauschrings, bei dem die Dienstbarkeiten auf Zeitbasis gegeneinander aufgewogen werden. „Das ist eine anerkannte Organisation, die auch rechtlich abgesichert ist. In diesem Rahmen kann man sich gut bewegen“, findet Wolfgang Büser und verweist auf ähnliche Initiativen in Remseck oder Schwäbisch Hall.

Dienste werden mit Zeit aufgewogen

„Wer für andere etwas tut, erhält dafür eine Zeitgutschrift auf sein Tauschkonto. Diese kann genutzt werden, um selbst Leistungen von anderen Mitgliedern in Anspruch zu nehmen. Ziel ist ein ausgeglichenes Geben und Nehmen“, heißt es etwa auf der Homepage der Tauschbörse Remseck. Der Austausch muss also nicht gegenseitig sein. Sprich: Kein Fahrdienst gegen Kuchen. Vielmehr wird jeweils Zeit gutgeschrieben. Zudem soll es ein Sozialkonto geben, aus dem Menschen profitieren, die – etwa aus Alters- oder Gesundheitsgründen – nichts anbieten können.

Mitstreiter gesucht

Ganz ausdrücklich möchte die Initiative keine Konkurrenz zu örtlichen Betrieben oder Handwerkern sein, betont Büser. Auch mit den Vereinen will er noch Kontakt aufnehmen, um ein Miteinander zu gewährleisten. Bis zu den Sommerferien, hofft der Sprecher der Initiative, sollen zu den zwölf bisherigen Aktiven noch einige weitere hinzukommen. Erst dann mache auch eine gemeinsame Homepage Sinn.