Im Wald bei Großbottwar Mehr Öko-Wissen für den Hardy-Pfad

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Die Wippe steht für das ökologische Gleichgewicht (von links): Waldarbeiter Christian Ruge, Erdmannhausens Bürgermeister Marcus Kohler, Dezernent Christian Sußner, der Murrer Bürgermeister Torsten Bartzsch, Fachbereichsleiter Michael Nill, die Marbacher Erste Beigeordnete Franziska Wunschik und Revierförster Jürgen Weis.Katharina Obermeier führt Schulklassen durch den Wald. Foto: Werner Kuhnle

Der Erlebnisweg durch den Wald zwischen Kleinbottwar und Großbottwar ist besonders bei Familien beliebt. Er bietet jetzt zwei Stationen mehr.

Murr - Regen bringt Segen – das gilt auch für den Wald. Und so waren die Regenschirme am Montagnachmittag gespannt, als zwei neue Stationen des Hardy-Pfades auf Murrer Gemarkung des Hardtwaldes präsentiert wurden. Nicht mehr nur 16, sondern 18 Stationen bietet der besonders bei Familien beliebte Erlebnisweg, den es fast auf den Tag genau seit drei Jahren gibt.

Wie beliebt der Hardy-Pfad in der Zwischenzeit geworden ist, könne nicht durch Nutzerzahlen belegt werden, aber der Parkplatz an der Landesstraße 1115 beim Forsthof von Kleinbottwar sei meistens voll, berichtete Torsten Bartzsch, als Murrer Bürgermeister auch Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Hardtwald, in der sich die Kommunen Marbach, Erdmannhausen, Murr, Benningen, Steinheim, Pleidelsheim und Freiberg zusammengeschlossen haben. Beim Googeln liege der Pfad inzwischen in den Hardy-Aufrufen sogar vor dem Schauspieler Hardy Krüger, erwähnte Bartzsch später am Rande. Er gehe inzwischen von fünfstelligen jährlichen Besuchszahlen aus.

Der Pfad bietet spielerische Elemente und eine unaufdringliche Wissensvermittlung

Der Reiz des 1,5 Kilometer langen Hardy-Pfades besteht in seiner Mischung aus spielerischen Elementen und einer unaufdringlichen Wissensvermittlung. Und genau diesen Aspekt möchte Jürgen Weis, zuständiger Revierleiter und einer von vier für die Waldpädagogik im Landkreis Ludwigsburg zuständigen Förstern, mit den beiden zusätzlich aufgebauten Stationen verstärken.

Der sommerliche Regen zu Beginn der Führung bot eine ungewollt stimmige Kulisse, als die Vertreter der Kommunen die erste neue Station erreichten. Eine Tafel zeigt die Kinderstube der Eiche – was aus den zarten Anfängen einer in den Boden gelangten Eichel alles werden kann, erkennen die Besucher gleich hinter den Tafeln: Dort stehen fast 200 Jahre alte Eichen, die ihr natürliches Höchstalter bald erreicht haben. „In den nächsten zehn Jahren wird hier die Hälfte der Bäume verschwinden“, erklärt Jürgen Weis. Deshalb treibe man dort die Nachverjüngung mit Eichen voran und fälle manch störenden Baum, was wiederum Verwunderung bei Waldspaziergängern hervorrufe. Weis hofft, mit solchen Informationen Vorurteile gegen eine vermeintliche Ausbeutung des Waldes auszuräumen.

Der Förster will zeigen, wie viel CO2 Bäume speichern

Als der Tross nach einigen hundert Metern weiter die zweite neue, von Forstmitarbeiter Christian Ruge aufgebaute Station erreicht, scheint die Sonne. Und indirekt passt es auch zum Thema, denn eine Waage dient nicht nur als Spielgerät, sondern symbolisiert auch das Gleichgewicht zwischen gespeichertem Kohlenstoff im Holz und dem Kohlendioxid, das durch den nachwachsenden Rohstoff jährlich entweicht. „Wir wollen zeigen, wie viel CO2 Bäume speichern“, erläutert Jürgen Weis die dort angebrachten Schaubilder. In jeden Jahr wachsen im Hardtwald fünf Kubikmeter Holz pro Hektar nach, was 2500 Kilo Masse entspreche. Dieser Wert komme 4500 Kilo Kohlendioxid gleich – und zwischen diesen beiden Mengenangaben darf gewippt werden.

Die steigende Bedeutung der Waldpädagogik hob Michael Nill, Fachbereichsleiter Forsten im Landratsamt Ludwigsburg, hervor. Das Ziel sei, jeden dritten Schüler im Landkreis Ludwigsburg im Wald Wissen zu vermitteln. Dafür zuständig ist die Trainee Katharina Obermeier. Sie gab als Ziel an, jährlich rund 270 Veranstaltungen mit Schulen zu bewältigen.