Hunde-Hygienestationen Wohin mit Bellos Häufchen?

Von
Paul Wien (links) und sein FDP-Nachrücker Marco Elminowski Foto: privat

Großbottwarer FDP-Stadtrat fordert mehr Hunde-Hygienestationen.

Großbottwar - Das Thema ploppt immer wieder auf – die so genannten Hunde-Hygienestationen. Also die Tütchen-Spender samt Behältnis für die Hinterlassenschaften von Bello und Co. Geht es nach Herrchen und Frauchen, kann es davon nicht genug geben. Auf der anderen Seite steht aber wie so oft die Frage, „wer das letztlich finanziert“, wie es der Großbottwarer Bürgermeister Ralf Zimmermann formuliert.

Der FDP-Gemeinderat Paul Wien will die Sache auf die Tagesordnung bringen. „Das Thema kommt immer wieder, auch im Gemeinderat wurde es unter dem Punkt ,Sonstiges’ schon öfter formuliert.“ Wien fordert in einer Pressemitteilung nun die Stadt Großbottwar dazu auf, „mehr Hunde-Hygienestationen auf den beliebten Gassi-Routen aufzustellen und damit die Sauberkeit insgesamt zu verbessern“. Im Mitteilungsblatt vom 10. Juni wurde ein Aufruf gestartet, bei dem die Bürger um Ideen für Standorte gebeten wurden.

Drei Bereiche haben sich herauskristallisiert

Insgesamt fünf bis sechs Rückmeldungen habe es bislang gegeben, so Paul Wien auf Nachfrage. „Endlich werden wir Hundebesitzer mal gehört“, habe es unter anderem geheißen. Und dass es „nicht toll ist, wenn man zwei Stunden lang eine stinkende Tüte mit sich herumtragen muss“. Drei Bereiche in und um die Storchenstadt hätten sich in der Umfrage herauskristallisiert, an denen Stationen besonders vermisst werden. „Das ist neben dem Stadtkern insbesondere der Bereich um den Harzberg und die Spazierwege am Wasserrückhaltebecken“, so Wien. Das sei jetzt einmal die Diskussionsgrundlage. Der Bürgermeister tritt bei dem Thema aber etwas auf die Bremse.

Natürlich könne man diskutieren, das stehe jedem Stadtrat zu. Allerdings gibt Zimmermann zu bedenken, dass die Stadt in diesem Bereich in der Vergangenheit „bereits ordentlich investiert“ habe. Dabei sei das Aufstellen der Stationen mit rund 1500 Euro pro Stück noch relativ günstig. Aber es kämen ja noch etwa 40 000 Euro jährlich für die Leerung der Behälter, die Entsorgung und das Nachfüllen der Tüten dazu. Zwei- bis dreimal wöchentlich sei der Bauhof hier unterwegs und „langsam wird’s richtig teuer“, erklärt Ralf Zimmermann. „Da kommen wir zeitlich und finanziell an Grenzen.“

Steuern decken die Kosten nicht

Das Argument, dass Hundehalter ja auch Hundesteuer zahlen, lässt Zimmermann in diesem Zusammenhang nicht gelten. Zum einen „müssen wir die Steuer erheben, das ist gesetzlich so“. Zum anderen dienen Steuern grundsätzlich der Allgemeinheit. Und die Kosten für die Service-Stationen würden sie auch ohnehin nicht decken.

Zumal es sich bei den Hundehygienestationen um eine reine zusätzliche Serviceleistung der Stadt handle. „Grundsätzlich ist der Halter verpflichtet, einen eigenen Hundebeutel mitzuführen und diesen dann in seinem Restmüll zu entsorgen.“ Wobei Zimmermann die Hundehalter auch loben möchte. Die überwiegende Mehrheit würde sehr vorbildlich agieren. Leider komme es aber auch vor, dass die roten Beutel samt Inhalt mitten in der Landschaft landen. Mitten in der Landschaft seien im Übrigen auch die Hunde-Hygienestationen nicht besonders schön anzusehen, findet der Großbottwarer Bürgermeister. Auch in der Altstadt könne man sie nicht „an jede Ecke“ stellen.

Dass das Thema „nicht ganz einfach“ ist, räumt Paul Wien ein. „Man muss abwägen“. Er möchte in die Diskussion einsteigen. Zur Finanzierung könnte er sich auch ein Sponsoring-Modell vorstellen, für das man Hundebesitzer, Vereine oder auch Unternehmen ansprechen könnte.