Höpfigheim/Fußball Ligaerhalt wäre „fast wie eine Meisterschaft“

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Die Mannschaft des GSV Höpfigheim in der Saison 2019/20 (hinten von links): Trainer Norman Röcker, Michael Trautwein, Buba Drammeh, Daniel Michel, Tim Wägerle, Alexander Gyurkovich, Alessio Gamba. Vorne von links: Michael Kraft, Daniel Oliveira, Fabrizio Bergamotto, Alexander Deyhle, Tim Klameth und Ricardo Ille. Foto: privat

Steinheim-Höpfigheim - Vier Jahre, nachdem der GSV Höpfigheim sogar ein Jahr in der Kreisliga C absolvieren musste, hat er wieder den Sprung in die Kreisliga A geschafft. Für die Meisterschaft in der B-Liga zeichneten die Trainer Werner Wägerle und Norman Röcker verantwortlich. Und für Wägerle war der Titel gleichzeitig ein Abschied: Er überlässt Norman Röcker das Feld, an dessen Seite nun Sven Fender, langjähriger Spielertrainer der zweiten Mannschaft, als Co-Trainer steht. „Es war ein fließender Übergang. Werner und ich hatten uns die Trainingsarbeit in der letzten Saison aus zeitlichen Gründen schon etwa je zur Hälfte aufgeteilt“, sagt Röcker, der weiterhin als Spielertrainer fungiert. Die „Zweite“ übernehmen Max Zeisler und Joachim Wagner, die zuletzt die A-Jugend unter ihren Fittichen hatten.

Der Aufstieg bringt für den GSV eine sportliche Herausforderung mit sich. Nachdem er in der Kreisliga B drei Jahre von Sieg zu Sieg eilte, wird die Konkurrenz stärker. „Das wird richtig heftig. Und wir wissen, dass es knapp werden kann. Vielleicht wird am Ende der Abstieg stehen. Ziel ist dennoch, dass wir uns langfristig in der Kreisliga A etablieren. Die B-Liga war auch attraktiv, was sich durch die Abschaffung der C-Liga aber geändert hat“, so Röcker, der große Vorfreude verspürt. „Ich habe richtig Bock auf die Liga, und die Jungs natürlich auch. Ich habe ihnen gesagt, eine so geile Liga hat es wohl noch nie gegeben. Selbst standesgemäße Bezirksligisten wie Marbach, Benningen und Pleidelsheim sind dabei.“ Klares Ziel für den GSV ist also der Klassenerhalt, der für den Verein „fast wie eine Meisterschaft“ wäre, so Röcker. Und über einen Derbysieg würde man sich auch freuen.

Wie schwierig das Unterfangen Ligaerhalt wird, zeigt der Blick auf den recht dünnen Kader. Ins Gewicht fällt hier, dass André Kämpf mit einem Kreuzbandriss monatelang ausfällt. Dazu sind die Offensivkräfte Melvin Kraft und Philipp Weigle von Leistenproblemen geplagt. „Das ist bitter. Bei Melvin dachte ich, er kann jetzt richtig durchstarten“, sagt Röcker.

Sein Team in der Formation 4-4-1-1 stellt sich damit fast von allein auf. Die Qual der Wahl haben die Trainer aber zwischen den Pfosten. Aaron Ott, der nicht mehr regelmäßig trainieren konnte, verließ den Verein zwar, dafür duellieren sich Alexander Deyhle und Neuzugang Fabrizio Bergamotto darum, auflaufen zu dürfen. „Beide sind super. Das wird richtig schwer, sich zu entscheiden. Für diese Liga ist es sicherlich nicht selbstverständlich, zwei solche Keeper zu haben“, freut sich der Coach. In der Innenverteidigung ist auf Anhieb Neuzugang Alessio Gamba gesetzt, der das laut Röcker „überragend macht“. Neben ihm wird Daniel Michel spielen. „Beide harmonisieren auch gut.“ Für Außen ist Kapitän Alexander Gyurkovich vorgesehen, um die verbleibende Position konkurrieren Michael Kraft, Tim Klameth und Michael Trautwein.

Auf der Sechs zieht Röcker als Sprachrohr die Fäden, Unterstützung bekommt er von Buba Drammeh. „Er ist ein Glücksgriff für uns und hat ein gutes Verständnis von Fußball“, attestiert Röcker dem Neuen. Auch Marcel Schanzel ist eine Option, er war jedoch lange außer Gefecht und weilt nun im Urlaub. Auf Links ist das Tempo von Henrik Willberg gefragt, „der enormes Potenzial hat und ein weiterer Fixpunkt im Team ist“. Auf Rechts habe Daniel Oliveira einen Schub gemacht und sich weiterentwickelt. Auf der Zehn kann Tim Wägerle auflaufen, der quasi der Joker des Teams ist und jede Position bekleiden kann. Auch Benjamin Baeck ist weiterhin Teil der Offensive. Das GSV-Urgestein „bringt einfach seine Leistung und ist wichtig für die jungen Spieler. Was er sagt, hat Hand und Fuß“, lobt Röcker.

Im Sturm ruht die Hoffnung auf Sandro Kraft, der vergangene Saison 49 Mal traf. „Auf ihn wartet eine große Aufgabe, weil die Ligen doch unterschiedlich sind. Er wird auf ausgebuffte Verteidiger treffen und hoffentlich nicht durchdrehen, wenn er mal zwei Spiele nicht trifft“, sagt Norman Röcker, der daher „keine Wunderdinge“ erwartet. Ebenfalls im Sturm wirbeln wird Giovanni di Santi, der 20 Tore für die Reserve erzielte. „Er ist jung und hat viel Talent. Wie heißt’s so schön: An ihm werden wir noch viel Freude haben.“