Hirschbraten to go Bei vielen Erdmannhäusern bleibt die Küche kalt

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Mit den üblichen Sicherheitsmaßnahmen wurde das Essen Foto: avanti

Eine entspannte Essensabholung garantierte der Musikverein am Sonntag mit dem „Kirbeessen to go“.

Erdmannhausen - Essen to go hat in Coronazeiten offensichtlich Hochkonjunktur. Auch in Erdmannhausen haben Bewohner oder Unterstützer des Musikvereins das Angebot kräftig genutzt: Hirschbraten und Spätzle oder der schwäbische Klassiker, Linsen mit Spätzle, gab es risikoarm direkt im Vereinsheim der Musiker abzuholen. Denn aufgrund der Corona-Problematik konnte die Kirbe in diesem Jahr nicht wie sonst in der Halle auf der Schray gefeiert werden. Auch das traditionelle Kirbekonzert musste ausfallen. „Ein Umstand, der uns besonders schmerzt“, wie der Vorsitzende Bernd Schwab im Gespräch verdeutlichte und berichtete, dass dem Verein über die Monate wichtige Einnahmequellen weggebrochen sind.

Eher an eine geordnete Baustelle als an einen Saal erinnerte am Sonntagmittag das Vereinsheim, das mit rot-weißen Absperrbändern klare Wege vorgab. Alles klappte wie am Schnürchen und unaufgeregt konnte die Abholung der wohlduftenden Portionen über die Bühne gehen. Um das zu gewährleisten, hatte die Vereinsspitze vorab viele Regelungen zu lesen und schließlich umzusetzen. Mit Erfolg: Charlotte Ruoff etwa schätzte die Situation vor Ort als „toll geregelt“ ein und transportierte im Korb gleich drei Portionen Hirschkalbsbraten und Spätzle nach Hause. Birne mit Preiselbeeren gab’s obendrein im Becher. „Hoffentlich bleibt von allem noch was übrig – für morgen“, meinte die Erdmannhäuserin schmunzelnd. Eberhard Lillich dachte dagegen an den kalorienbewussten Verzehr und holte innerhalb seines vorgegebenen Zeitfensters „zwei halbe Portionen“ von dem Wildgericht ab. Die Staffelung in feste Abhol-Zeiten sollte den Schutz der Besucher noch einmal erhöhen: „So können wir das Ganze gezielt steuern“, erklärte Vereinsvorsitzender Schwab, der die Gelegenheit zur Generalprobe schon beim „Herbstessen“ im September hatte.

Da jedoch waren es nur etwa halb so viele Essens-Bestellungen. Das lukullische Kirbe-Angebot lockte dagegen rund 220 Besucher, die innerhalb von zwei Stunden ihr Essen abholen sollten. Verantwortlich dafür war Armin Kreidl, Geschäftsführer einer Cateringfirma, der mit seinen Musikerkameraden 65 Kilogramm Rohfleisch verarbeitet hatte.