Hilfsaktionen für Flüchtende Ein Bett frei für Menschen aus der Ukraine?

Von
In Reisebussen kommen Menschen aus der Ukraine nach Deutschland. Foto: dpa/Markus Schreiber

Allmählich erreichen mehr Flüchtende aus der Ukraine auch Deutschland. Mehrere Initiativen versuchen, Hilfesuchende und Angebote zusammenzubringen – zum Beispiel bei der Vermittlung von Unterkünften und Schlafplätzen.

Berlin - Eine Million Flüchtende nach einer Woche Krieg in der Ukraine – diese Zahl meldet das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) an diesem Donnerstagmorgen. Der Krieg hat das Leben zahlreicher Menschen drastisch verändert. Auch in Deutschland kommen nun jeden Tag Menschen aus der Ukraine an, oft über Nachbarländer wie Polen oder Rumänien. Noch sind die Zahlen deutschlandweit zwar gering, doch sie werden wohl in den kommenden Tagen und Wochen deutlich steigen. Und gleichzeitig wollen viele Menschen in Deutschland helfen.

Um Hilfesuchende und Hilfsbereite zusammenzubringen, hat der Digitalunternehmer Lukas Kunert eine Plattform gegründet: Wer ein Zimmer oder Betten frei hat, kann sich im Internet unter unterkunft-ukraine.de unverbindlich registrieren – und wer ein Bett sucht, ebenfalls. Bis Donnerstagmorgen hatten knapp 80 000 Privatleute auf der Plattform bereits mehr als 176 000 Betten angeboten. Seit Mittwoch können nun auch Betten angefragt werden, bislang allerdings wurden erst etwas mehr als 1500 Betten angefragt. Träger der Initiative sind neben Kunerts Firma Elinor noch die GLS Bank, die Suchmaschine Ecosia, die Spendenplattform Betterplace und nebenan.de.

Der Wohnungsvermittler Airbnb will kostenlose Unterkünfte anbieten

Vor wenigen Tagen hat auch der Wohnungsvermittler Airbnb angekündigt, bis zu 100 000 Flüchtenden aus der Ukraine – zumindest vorübergehend – eine kostenlose Unterkunft zu vermitteln. Die Finanzierung solle demnach durch das Unternehmen selbst, durch Spenden für einen Hilfsfonds sowie durch Anbieterinnen und Anbieter von Wohnungen übernommen werden, teilte das US-Unternehmen mit. Um das Ziel zu erreichen, benötige man Hilfe, schrieb der Geschäftsführer Brian Chesky bei Twitter – besonders von Menschen in Polen, Deutschland, Ungarn oder Rumänien. Wer Flüchtende beherbergen könne, solle sich über die Plattform melden.

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Baden-Württemberg rüstet sich für ankommende Flüchtlinge

Die Plattform Wunderflats – wunderflats.com/ukraine – vermittelt ebenfalls möblierte Unterkünfte auf Zeit für Ukrainerinnen und Ukrainer. Dort stehen laut einer Mitteilung des Unternehmens knapp 10 000 Betten zur Verfügung, zwei Drittel davon kostenlos.

Initiativen von Kommunen und Bundesländern

Auch einige Städte und Länder haben eigene Initiativen gestartet, um private Unterkünfte für Menschen aus der Ukraine zu finden und bürokratische Fragen zu klären. In Baden-Württemberg stellt das Ministerium für Justiz und für Migration ein Formular zur Verfügung, über das Menschen Wohnraumangebote melden können.

Das Ministerium verweist allerdings auch darauf, sich besser an die zuständigen Landratsämter oder Bürgermeisterämter zu wenden – dort sei am besten bekannt, welche Hilfe konkret benötigt werde. So wurden etwa in Stuttgart oder Karlsruhe in den Rathäusern eigene Koordinierungsstellen gegründet, die sich um die Suche nach Unterkünften kümmern – und Angebote sichten.

Hilfsorganisationen und Privatinitiativen sammeln Spenden und Hilfsgüter

Wer lieber Geld oder Hilfsgüter spenden möchte, sollte genau darauf achten, an wen gespendet wird – und was benötigt wird. Das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) hat auf seiner Seite im Netz Hilfsorganisationen aufgelistet, die Menschen in und aus der Ukraine unterstützen – und die seriös sind. Bekannte Organisationen, die auch auf Ebene der Länder eigene Aktionen gestartet haben, sind etwa die Diakonie, Caritas, das Deutsche Rote Kreuz oder der Arbeiter-Samariter Bund.

Lesen Sie aus unserem Plus-Angebot: Wo sollen die Geflüchteten wohnen?

Es gibt aber auch einige private Initiativen. Tatjana Kiel – die Geschäftsführerin von Klitschko Ventures, der Firma von Wladimir Klitschko – organisiert in Hamburg beispielsweise Hilfsgütertransporte in die Ukraine. In vielen deutschen Städten haben Privatleute gesammelt und Transporte mit Hilfsgütern Richtung Ukraine losgeschickt – und tun dies weiterhin.