Heimspiel-Serie Kinderlachen ist das Schönste

Von Petra Mostbacher-Dix
Wenn Fritz Häfner in der „Stadt am Bach“ werkelt, sammelt sich schnell ein Fanclub. Foto: Mostbacher-Dix

Fritz Häfner pflegt den Spielplatz „Stadt am Bach“ in Großbottwar und engagiert sich auch sonst überall da, wo Hilfe gebraucht wird. Dafür erhielt er die Ehrennadel der Stadt.

Sein Publikum ist ihm sicher. Als Fritz Häfner den „Hochsitzer“ alias „Ferngucker“ neu zusammenschraubt, wollen zwei Steppkes unbedingt mitmachen. Sie sind mit ihrer Mama da. „Der Hochsitz ist in die Jahre gekommen, konnte nicht repariert werden“, erklärt Häfner. „Ich mache einen neuen.“ Bevor er den Akkuschrauber wieder ansetzt, verrät er: „Die Hölzer male ich in vielen Farben an. Manchen Erwachsenen gefällt es anders besser. Aber die Kinder haben sich bunt gewünscht – und für sie ist das ja da!“

Der Zimmermeister entwarf die fast alle Spielstationen

Da, das ist der Spielplatz „Stadt am Bach“ in Großbottwar. Ein Projekt, das anlässlich des 750. Geburtstag der Weinstadt und dem 450. Geburtstag des Rathauses 2006 geplant und 2007 umgesetzt wurde. Schon zuvor hatte man in Workshops überlegt, was eine lebenswerte Kommune ausmacht. Hieraus gründete sich 2004 der Verein „MAG - Miteinander Attraktives Großbottwar“, wo die Idee zur „Stadt am Bach“ geboren wurde.

Kein MAG-Mitbegründer, aber von Anfang an Mitglied und mit Feuereifer dabei war auch Fritz Häfner. Während die Stadt das Gelände bereitstellte, Bauhofmitarbeiter es herrichteten und zwei kleine Seitenläufe des Bottwar-Zuflusses Kleine Bottwar für den Spielplatz ableitete, entwarf und baute Zimmermeister Häfner fast alle Stationen der „Stadt am Bach“ wie auch deren Beschilderung – unterstützt von fleißigen Helfern und Spendern.

Dazu gehörten ein Wasserschöpfer und ein Wasserrädler, wie auch die Hockergruppe „Pilzesitzer“, der Wandelgang „Kletterer“, das Spielhaus „Hüttenbaumeister“ und eine Reihe von Klangspielen. 2009 kam ein weiteres „Juwel“ hinzu, wie es Bürgermeister Ralf Zimmermann nannte: das Piratenschiff. „Die katholische Jugend baute es im Rahmen der 72-Stunden-Aktion, von mir angeleitet“, erzählt Häfner. Er werkelte fünf Jahre später, nachdem das Vorgängermodell zerstört worden war, tagelang daran, ein vollkommen neues Schiff zu errichten. Dabei übernahm Häfner alle Absprachen mit dem TÜV und unterstützte das Projekt finanziell. „Es geht um die Kinder! Die sollen kreativ, fantasievoll und sicher spielen können“, so der zweifache Vater und Großvater.

„Auf den Fritz ist Verlass!“

Der nun 80-Jährige betreut also seit über 15 Jahren die Anlage im Winzerhäuser Tal ehrenamtlich, pflegt und repariert die rund 20 Spielobjekte. Zwei Mal pro Woche begehe er den idyllischen Ort, prüfe Geräte und Schilder, bringe das Nötige in Schuss: „Ist nichts, dauert es eine halbe Stunde, wenn was ist, auch mal mehrere Stunden.“ Wie viel er insgesamt in den Spielplatz gesteckt hat? Das kann der frühere Stadtrat nicht sagen. Auch sein Engagement für andere Vereine und Feste, ob Kinderstadtfest, Historischer Markt oder Weihnachtsmarkt, messe er nicht. Er helfe bei Auf- und Abbau und allem, was anfalle, heißt es in Großbottwar. Und: Häfner arbeitet noch in der Holzbaufirma mit, die er von seinem Vater übernahm und die nun sein Sohn führt. „Auf den Fritz ist Verlass!“, heißt es dort. Der scherzt, er könne wohl nicht Nein sagen – und Vereine und Feste schafften ja auch Gemeinschaft.

Dafür wurde Fritz Häfner – gemeinsam mit Hans Bauer – als erster Bürger mit der Ehrenamtsnadel ausgezeichnet. Die Stadt Großbottwar vergibt diese Auszeichnung an verdiente Bürger, die von anderen Bürgern vorgeschlagen werden. „Ich habe mich sehr gefreut!“ Sein Herzensprojekt bleibt aber die „Stadt am Bach“: „In der Natur spielen ist wichtig! Die Freude, die ich bei den Kindern erlebe – es gibt nichts Schöneres!“