Heimspiel-Serie Die Jugend liegt ihm am Herzen

Von Petra Mostbacher-Dix
Matthias Rogel ist 2001 „der Liebe wegen“ nach Erdmannhausen gezogen. Foto: Mostbacher-Dix

Matthias Rogel engagiert sich als Erster Vorstand im GSV- Förderverein Erdmannhausen und als Gemeinderat. Gemeinsinn sowie gesellschaftlicher Zusammenhalt sind ihm wichtig.

Grüße hier, fröhliche Bemerkungen da – wer mit Matthias Rogel in Erdmannhausen unterwegs ist, merkt: An dem Mann kommt man nicht vorbei. Rogel ist bekannt in der Kommune. Nicht nur, weil er seit 2014 im Gemeinderat sitzt sondern vor allem auch, weil er für den Gesang- und Sportverein Erdmannhausen (GSV) viel bewegt hat: Seit elf Jahren ist er Erster Vorstand des Fördervereins. In „seinem Flecken“ engagiert er sich, seit er dort „rei’g’schmeckt“ ist. „2001 bin ich hierher gezogen, der Liebe wegen“, erzählt der gebürtige Stuttgarter, der in Waldenbuch aufwuchs. In Erdmannhausen allerdings, da sei er erst so richtig „ins Ehrenamt hineingewachsen“.

Alle Kinder sollen auf Ausflüge mitkommen können

Zuerst wurde er in der Grundschule zum Elternsprecher, dann zum Elternbeirat gewählt, „was ich sechs Jahre lang machte“. Lebendig schildert Rogel, wie er mit Spendenaktionen erreichte, dass Kinder aus einkommensschwächeren Haushalten auf Ausflüge mitfahren konnten: „Die meldeten sich sonst immer krank, weil das Geld fehlte.“ Oder wie 2008 – zusammen mit der einstigen Rektorin und anderen engagierten Eltern – der Taka-Tuka-Pausenhof in der Astrid-Lindgren-Schule „gerettet“ wurde. Die vier Jahre alte naturnahe Bewegungslandschaft zum Lernen und Spielen mit allen Sinnen musste in Schuss gebracht werden. Das aber hatte die Stadt zurückstellen müssen. „Krise, leere Kassen“, so Rogel. Denn dem gelernten Einzelhandelskaufmann Rogel mit seiner Erfahrung in Eventmanagement aus der Gastronomie kam schließlich die zündende Idee: „Ein Weihnachtsmarkt, auf dem Basteleien der acht Klassen, Gebäck, Glühwein und Rote Wurst verkauft wird!“ Der Riesenerfolg gab ihm Recht, über 8000 Euro kamen zusammen, die Spielgeräte konnten so erhalten werden.

Das „Wir“ statt das „Ich“ ist wichtig

Engagiert hatte er sich auch früh im Förderverein des GSV Erdmannhausen, seine Frau unterrichtete im Turnverein, seine Schwiegereltern waren Mitglieder. „Als ich mal die Schwiegermutter vom Kegeln abholte, traf ich Bernd Hammer und Liane Lemmle. Die sagten ‚Du wirst Vorstand!’“ Lemmles Mann Hermann, der den Posten viele Jahre innehatte, war gestorben. Als idealen Nachfolger sah sie Matthias Rogel, damals zweiter Vorsitzender. Der nahm, nach Rücksprache mit der Familie, an – und organisierte mit anderen Freiwilligen ein Hermann-Lemmle-Gedächtniskonzert mit der Band Wendrsonn: „Sehr ergreifend!“ Die Einnahmen dieser Großveranstaltung flossen – wie alle anderen auch – eins zu eins in die GSV-Nachwuchsarbeit: „Kinder und Jugendliche zu unterstützen, das lag Hermann am Herzen, so geht es auch mir und den anderen.“

Sein Organisationstalent bewies Rogel zudem beim Fasching, den er im Jugendhaus Calypso veranstaltete, wo Trainerinnen und Trainer freien Eintritt hatten. Und freilich beim Weindorf auf dem Rathausplatz: Dort präsentieren immer Anfang Oktober die Winzerinnen und Winzer aus der Region ihre köstlichen Tropfen. Da kommen mitunter fast 1000 Menschen zusammen. „Wir locken die Weinzähne“, schmunzelt der 59-Jährige. „Als die damalige Bürgermeisterin Birgit Hannemann heiratete und ich die Stehtische sah, da dachte ich, dass der Rathausplatz viel zu schade ist, um nicht für ein Weindorf genutzt zu werden.“ Matthias Rogel betont: „Feste und Vereine sind ein wichtiger Bestandteil des Stadtlebens, es geht um Gemeinschaftsgefühl, das ‚Wir’ statt das ‚Ich’, das Wohl der Kinder, unsere Zukunft.“