Handball-Derby in Beistein Mitreißend bis zum Schluss

Von Andreas Hennings
Niklas Hug (rechts) trug mit fünf Toren am Stück maßgeblich zum SG-Sieg bei. Foto: a/vanti

Im an Spannung kaum zu überbietenden Württembergliga-Derby gewinnt die SG Schozach-Bottwartal mit 21:20 (10:9) gegen den SKV Oberstenfeld.

Das Bottwartal-Derby am Samstagabend in Beilstein hatte alles zu bieten, was diese Ansetzung verspricht: einen voll besetzten Zuschauerrang, Emotionen, Kampf, knifflige Szenen, auf beiden Seiten Torhüter mit richtig starken Phasen – und Spannung bis zur letzten Minute. Es bewahrheitete sich die Vorhersage beider Trainer, dass der Tabellenstand keine Rolle spielen werde. Die Teams begegneten sich auf Augenhöhe. Dennoch setzte sich der leichte Favorit hauchdünn durch: Dank eines 21:20 war es der Spielerkreis der SG Schozach-Bottwartal, der im Jubel das obligatorische „Derbysieger, Derbysieger“ herausbrüllte.

Für die Gastgeber hatte die Partie dank ihres starken Keepers Thomas Fink auch gut begonnen. 6:1 führte die SG nach 13 Minuten. Die schwache Trefferquote Oberstenfelds hatte zu einigen einfachen Toren im Tempogegenstoß geführt. Doch nach einer Auszeit gelang dem SKV die Wende – auch dank der nun mitwirkenden Routiniers Martin Kienzle und Manuel Koch, die sonst in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen und einerseits die Durchschlagskraft erhöhten, andererseits die Defensive stabilisierten. Die Folge: Zehn Minuten später stand es 8:8. „Oberstenfeld hat uns da mit seiner massiven Abwehr den Schneid abgekauft. Sie gingen hart, aber nicht überhart zur Sache“, sagt SG-Trainer Henning Fröschle.

In der Folge zog keine Mannschaft mehr als drei Tore davon. Zunächst ging wieder die SG in Führung, beim 13:12 war dann erstmals der SKV vorne (42.). Anton Heling gelang gar ein Doppelpack zum 14:12. „Da hatte Oberstenfeld mehr Schwung als wir und ich befürchtete schon, das Spiel würde kippen“, so Henning Fröschle. Doch Niklas Hug von der SG drehte den Spielstand wieder – mit drei Treffern in Folge zum 16:15. Auch die beiden weiteren SG-Tore zum 18:16 gingen auf sein Konto. Mit dem 19:16 fünf Minuten vor dem Ende schien die SG Schozach-Bottwartal klar im Vorteil zu sein. Doch wieder kämpfte sich Oberstenfeld zurück, das in der Schlussphase nochmals Kienzle und Koch brachte und auf 19:20 verkürzte (58.). Mit dem Tor verbunden war zudem eine Zwei-Minuten-Strafe für Niklas Hug, sodass die SG in Unterzahl zu Ende spielen musste. Beim Stand von 20:21 wurde es aus Oberstenfelder Sicht jedoch bitter: Beim SG-Angriff zeigten die Schiedsrichter bereits Zeitspiel an – kurz vor Schluss erhielt dann Manuel Koch aber bei seiner Abwehraktion eine Zeitstrafe. Ein umstrittene. Die Folge: Das Zeitspiel war dadurch aufgehoben – die SG brachte den Sieg ins Ziel.

Auf Oberstenfelder Seite sorgte das für Frust. „Es war heute Derby pur mit einer gesunden Härte. Mit dem Ende bin ich aber nicht einverstanden. Es ist schade, dass solche Kleinigkeiten entscheiden“, sagt SKV-Trainer Timo Stauch, der sich um den letzten Gegenangriff beraubt sah – sonst aber sehr zufrieden mit seinem Team war und ihm attestierte, dass es „nach dem schwierigen Saisonstart in die richtige Richtung geht“. Auch wenn das nach einer denkbar knappen Derby-Niederlage nur ein schwacher Trost ist.

SG Schozach-Bottwartal: Fink, Oßmann – Gallus, F. Fröschle (1), Linder (1), Pavlak (2/1), Csauth, Gries (3), L. Fröschle (2), Baldreich (2), Kürschner, Keller (1), Hug (8/5), Zluhan (1).

SKV Oberstenfeld: Schniering – Koch (1), Kienzle (2), Wennagel, Pflugfelder, Schad (3), Bollmann, Heling (3), Klinger, Knück (1), Fuhrmann (3/1), Schmid (7/4), Lehmann, Teschke.