Großbottwar-Winzerhausen Mit dem Tesla zum Kuchen holen

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Wer ein E-Auto ausprobieren wollte, dem bot sich dazu die Gelegenheit. Foto: Frank Wittmer

Großbottwar-Winzerhausen - Das herausragende Merkmal eines Elektroautos ist die Beschleunigung, die einem regelrecht in die Sitze drückt. Maurizio Keppler drückt das „Gaspedal“ des Audi e-tron durch. Wie eine Rakete schießt das nicht gerade leichtgewichtige Gefährt davon.

Ob sich der SUV allerdings zum Ziehen eines Pferdeanhängers eignet, wie Wolfgang Pfeiffer aus Großbottwar wissen will, das bezweifeln die Fachleute doch eher. „Möglich ist das schon, aber man kommt halt nicht so weit“, meint Marc König. „Preis und Reichweite sind derzeit die wichtigsten Kaufargumente“ findet Pfeiffer, der schon elektrisch fährt – mit dem E-Bike.

Dass ein Elektroauto aber durchaus als Transporter geeignet ist, stellt Günter Zimmermann unter Beweis. Mit seinem Tesla, den er seit zwei Jahren fährt, holt er frischen Backhaus-Kuchen für das vom TGV und dem Landwirtschaftlichen Ortsverein gemeinsam auf die Beine gestellten Weinbergfest. Trotz des am Sonntag herbstlichen Wetters ist die Veranstaltung unterm Wunnenstein gut besucht.

Am  Samstag  gab  es  beim  Open-Air-Kino den Film „Dieses bescheuerte Herz“ zu sehen. Am Sonntag startete mit dem „E...MotionDay“ eine weitere Premiere. Zimmermann ist Zweiter Vorsitzender des TGV und Initiator des ersten Treffens ­aktueller Elektrofahrzeuge. Acht Aussteller mit insgesamt 16 Fahrzeugen zeigten die Bandbreite der elektrischen Fort­bewegung von der Oberklasse bis hin zum praktischen Alltagsgefährt.

Markus Wöhrbach aus Erdmann­hausen schaut sich nach einem Familienfahrzeug um. „Das wäre bei einer Neu­anschaffung eine Option“, meint der ­beruflich wie privat an erneuerbaren Energien Interessierte. „Vor allem in ­Verbindung mit Strom aus Solarenergie sind Elektroautos die Zukunft.“

Noch etwas skeptisch ist Gerhard Preiser aus Winzerhausen. Seine Jungs sitzen zwar gerne mal hinterm Steuer eines Tesla oder Jaguar, aber für die fünfköpfige Familie kommt ein Elektroauto „derzeit noch nicht in Frage“. Neugierig ist man aber schon, was es auf dem Markt so gibt.

Zimmermann ist begeistert, was sich in den letzten Jahren getan hat. „Mittler­weile gibt es einige Fahrzeuge mit beachtlicher Reichweite.“ Je nach Fahrweise sind 500 Kilometer möglich, und auch das Ladenetz sei deutlich besser. Auch die ­anfängliche Skepsis weiche nach und nach der Begeisterung für die moderne Form der Mobilität. „Viele schaffen das E-Auto als Zweitfahrzeug an und fahren dann fast nur noch damit.“

Den Spaß am Fahren kann man bei einer Probefahrt erkunden. Lautlos gleitet man dahin. „Der Vor- und Nachteil von Elektroautos ist, dass man sie nicht hört“, stellt Maurizio Keppler beim Rangieren auf dem Parkplatz fest.