Großbottwar Von Zukunftssorgen ist keine Spur mehr

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Robin Hiller und Maike Wüstner sind ein eingespieltes Team. Foto: Werner Kuhnle

Großbottwar - Mit dem Jugendcafé in Großbottwar und dem Jugendtreff Rio in Winzerhausen beherbergt die Storchenstadt zwei Einrichtungen für offene Kinder- und Jugendarbeit. Dass dieses Angebot nicht nur auf dem Papier besteht, sondern auch mit viel Leben gefüllt ist, machte einmal mehr der Tätigkeitsbericht von Maike Wüstner deutlich, den sie am Montag den Stadträten des Verwaltungsausschusses präsentierte. Auch im sechsten Jahr ihres Wirkens in Großbottwar hat die Sozialarbeiterin, die auch die Jugendfeuerwehr leitet, nichts an ihrem Elan verloren. Was ein wichtiger Grund dafür sein dürfte, dass die Besuchszahlen weiterhin hoch sind.

„Vor wenigen Jahren waren wir noch kurz davor zu sagen, dass sich das Angebot bei drei oder vier Besuchern nicht mehr lohnt. Jetzt sind wir bei im Schnitt 15 Besuchern. Das spricht für Sie“, lobte Winzerhausens Ortsvorsteher Friedrich Link (FBWV) mit Blick auf den Jugendtreff Rio. Im Jugendcafé in der Kernstadt liegt der Schnitt bei 20 Besuchern am Tag. „Hier sind es 50 bis 60 regelmäßige Besucher“, freut sich Maike Wüstner. Und sie konnte eine weitere gute Nachricht verkünden, die bei den Stadträten sichtlich gut ankam: „In meinem sechsten Jahr habe ich es endlich geschafft, dass auch Großbottwarer nach Winzerhausen kommen und andersrum.“ Möglich sei das dank ortsteilübergreifender Freundeskreise, die Anreise erfolge jeweils mit dem Bus. Auffällig ist, dass die Besucher in klarer Mehrzahl männlich seien. „Mädchen kommen eigentlich nur mit, wenn sie die Freundin eines Besuchers sind“, sagte Maike Wüstner. Der Anteil an Besuchern mit Migrationshintergrund liege bei 50 Prozent.

Das Jugendcafé Großbottwar hat an vier, der Jugendtreff Rio an zwei Nachmittagen pro Wochen geöffnet. Die Jugendlichen in Winzerhausen sind in neu gestaltete Räume samt Küche, Billard und Tischkicker untergebracht. In der Alten Schule in Winzerhausen hatte man mit dem Roten Kreuz das Stockwerk getauscht. Das Erdgeschoss bringt nun den Vorteil, dass Jugendliche, denen das Laufen schwerfällt, einfacher an der Gemeinschaft teilhaben. „Und über die Spülmaschine freue ich mich natürlich auch“, so Maike Wüstner lachend. Ihr zur Seite steht weiterhin Robin Hiller, der ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte und jetzt an der Dualen Hochschule Soziale Arbeit studiert. „Mit ihm funktioniert das super“, sagt Wüstner, die eine 100-Prozent-Stelle hat, die sich zu 75 Prozent auf Großbottwar und zu 25 Prozent auf Winzerhausen aufteilt. Neu ist, dass die Jugendarbeit regelmäßig eine Biokiste mit regionalem Obst und Gemüse bezieht. Die Zutaten werden beim gemeinsamen Kochen verwertet. Eingeführt wurde ein Tischtennisturnier, dazu kommen ein Fußball- und ein Fifa-Wettbewerb. Zur Haupttätigkeit zählen etwa auch Bewerbungshilfen.