Großbottwar treibt Stadtentwicklung voran Stadtentwicklung erhält neue Grundlage

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Anhand einer tiefgründigen Bestandsaufnahme sollen in Großbottwar Potenziale herausgearbeitet werden. Foto: Werner Kuhnle

Die Stadt lässt ein Entwicklungskonzept erstellen, das alle Bereiche umfasst und nach dem sich Verwaltung und Gemeinderat künftig richten können. Die Bürger sollen dabei maßgeblich beteiligt werden.

Großbottwar - Um die Entwicklung der Stadt und der Stadtteile gezielt voranzutreiben, strebt die Großbottwarer Verwaltung an, ein sogenanntes Integriertes Gesamtstädtisches Entwicklungskonzept erstellen zu lassen. Ein Entwicklungskonzept, das so ziemlich alle Bereiche beleuchten wird: von Bildung und Soziales über den Verkehr und Städtebau bis zur Freizeitgestaltung und zum Natur- und Umweltschutz. Und ein Konzept, bei dessen Erstellung die Bürger maßgeblich beteiligt werden. „Es stellen sich die Fragen: Wohin wollen wir? Was ist uns wichtig? Wie setzen wir Prioritäten?“, nennt Bürgermeister Ralf Zimmermann die Basis der Herangehensweise.

"Das Konzept bietet viele Chancen"

Rund 55 000 Euro kostet die Erstellung durch die Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH. „Das ist eine Hausnummer“, weiß Ralf Zimmermann, der sich dennoch auf den Prozess freut und sich wichtige Erkenntnisse verspricht. „Es wird klar, wo in der Bevölkerung der Schuh drückt, wie die Verwaltung denkt und was im Gemeinderat gewollt ist. Ich bin schon gespannt darauf, welche Maßnahmen sich später realisieren lassen.“ Ein solches Konzept biete viele Chancen. Die einzelnen Entwicklungsbereiche ließen sich transparent darstellen, Ziele ließen sich klar formulieren und später messen. Grundlage sei, dass das Konzept nicht in irgendeiner Schublade verschwinde, sondern „weiterentwickelt und intensiv gelebt“ werde.

Gemeinderat tendiert zur größeren Lösung

Auf das Thema an sich ist Ralf Zimmermann bei einem Seminar gestoßen. „Da habe ich mitbekommen, was aus einem solchen Konzept generiert werden kann.“ Also brachte er das Thema in Großbottwar vor. Im Gemeinderat sei dann besprochen worden, ob man eher zu einer simpleren oder doch der großen Lösung tendiert. Und da ein Entwicklungskonzept inzwischen oft Voraussetzung ist, um bei Sanierungsgebieten Anträge auf Förderung stellen zu können, verständigte sich das Gremium auf die große Lösung.

Die Vorbereitungen laufen an

Inzwischen laufen in der Storchenstadt die Vorbereitungen: Vergangene Woche wurde mit der Wüstenrot Haus- und Städtebau eine To-do-Liste erstellt, die vor dem Startschuss abgearbeitet wird. Sprich: Die Verwaltung stellt notwendige Unterlagen zusammen und lässt sie Wüstenrot zukommen. Auch Meilensteine seien gesetzt worden. Und am Montag wird der Verwaltungsausschuss des Gemeinderats das weitere Vorgehen abstimmen – das möglicherweise davon abhängt, ob einem Antrag der Stadt beim Land auf Förderung für die Erstellungskosten stattgegeben wird. Noch nicht abschätzen lässt sich, wann dann mit der Fertigstellung des Konzepts zu rechnen ist. „Klar ist, dass das Zeit braucht und nicht morgen fertiggestellt sein wird“, betont Zimmermann. Mit dem Gemeinderat müsse auch erst abgestimmt werden, welche Themen auf jeden Fall gesetzt sein sollen.

Einzelhandel wird wichtige Rolle spielen

Ein Inhalt steht dabei schon fest: die Stärkung des Einzelhandels in der Altstadt. Hierfür lässt die Stadt gerade ein Einzelhandelskonzept erstellen, das zu einer Säule des Gesamtentwicklungskonzepts werden soll. Ins Spiel gebracht hatte das Einzelhandelskonzept im vergangenen Jahr die Fraktion der Freien Bürgerlichen Wählervereinigung, die mit ihrem Antrag im übrigen Gemeinderat offene Türen einrannte und Einstimmigkeit erzielte. Die Erstellung läuft inzwischen auf Hochtouren, was eine Versammlung am Donnerstagabend belegt: Grundstückseigentümer im Altstadtgebiet waren eingeladen, und mit mehr als 50 Anmeldungen war die Resonanz groß. „Das zeigt, dass Gesprächsbereitschaft und vielleicht -bedarf besteht“, konstatiert Ralf Zimmermann. Auch die Einzelhändler selbst seien abgefragt worden, mit ihnen habe es zwei Treffen gegeben, so der Bürgermeister weiter. Das Ergebnis des Einzelhandelskonzepts wird dann im Gemeinderat vorgestellt – und könnte einen Vorgeschmack geben auf die weiteren Prozesse, die in der Storchenstadt angepackt werden sollen.