Großbottwar Neuer Kommandant für Großbottwar

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Die Feuerwehr hat einen neuen Kommandanten. Foto: Frank Wittmer

Großbottwar - Der Neue startet leicht lädiert ins Amt. Christian Brückel hat den Kopf bandagiert. Das liege aber nicht daran, dass seine Frau mit seiner neuen Aufgabe nicht einverstanden gewesen sei, scherzt der bisherige Abteilungskommandant Großbottwar. Er sei nur etwas zu dynamisch gewesen und gegen das Garagentor gerannt.

Mit den 27 von insgesamt 42 Stimmen ist der neue Kommandant zufrieden. „Klar, ich hätte mir schon ein besseres Ergebnis gewünscht. Aber das sind 64 Prozent, das reicht mir als Vertrauensbeweis“, sagt der neu gewählte Kommandant im Gespräch mit unserer Zeitung. Den von seinem Vorgänger Martin Kolb eingeschlagenen guten Weg will Brückel weitergehen und zusammen mit dem Ausschuss und seinem Stellvertreter Michael De Noni die Gesamtwehr der Storchenstadt voranbringen.

Dass von den Gegenstimmen acht auf De Noni entfallen sind (sieben Stimmzettel waren ungültig) wertet Brückel als Beleg für das Vertrauen in die neue Führungsspitze, und natürlich auch das sehr gute Ergebnis bei der Wahl des stellvertretenden Kommandanten, bei der De Noni 38 von 42 Stimmen bekommen hat. Und selbstverständlich auch als Ansporn: „Bis zur nächsten Wahl in drei Jahren will ich die Gegenstimmen in positive ummünzen.“

Mit 31 Jahren ist Brückel halb so alt wie sein Vorgänger Martin Kolb. „Ich bin schon oft gefragt worden, warum ich aufhöre“, sagte Kolb bei der Hauptversammlung, bei der bei allem Wehmut über den Rücktritt auch viel gelacht und reichlich Erinnerungen ausgetauscht wurden. „Ich hab dann immer gesagt: ,Jetzt ist es gut. Jetzt soll ein Nachfolger das Ruder übernehmen. Ich glaube nicht, dass ich unersetzlich bin.’“

Das sei schon vor 22 Jahren seine Ansicht gewesen, als es zunächst den Anschein hatte, dass niemand anderes die Wehr leiten wolle. „Es ist dann doch noch ein Gegenkandidat aufgetaucht, aber ihr kennt mich: Wenn ich sage, ich mache was, dann mache ich es auch.“

Obwohl er keine Ehrungen und keinen großen Abschied wollte, gab es doch reichlich Lob für Martin Kolb. „Sie sind stolz auf Ihre Wehr und das können wir alle sein“, stellte der Großbottwarer Bürgermeister Ralf Zimmermann bei der Hauptversammlung die professionellen Abläufe und den sorgfältigen Einsatz der Mittel heraus. „Ihren persönlichen Einsatz hat man an vielen Kleinigkeiten gemerkt. Sie haben Ihre Wehr mit viel Herzblut geleitet.“

Auf Antrag der Großbottwarer Kameraden hatte Kreisfeuerwehrverbandsvorsitzender Helmut Wibel dann doch eine gewichtige Ehrung dabei: „In Anerkennung der hervorragenden Leistungen“ wurde Hauptbrandmeister Martin Kolb mit der Ehrenmedaille in Silber des Landesfeuerwehrverbandes ausgezeichnet. Schließlich sei er schon 40 Jahre aktives Mitglied und davon 22 Jahre Kommandant. Eine weitere Ehrung bekam Brandmeister Manfred Fritz, Kommandant der Abteilung Winzerhausen, der besondere Grüße und den Dank seiner Aktiven mitbrachte: Für 25 Jahre Dienst wurde Fritz mit dem Feuerwehrehrenabzeichen in Silber geehrt.

Kolb blickte auf seine Jahre bei der Feuerwehr zurück: Er wolle keine Stunde missen. Gut gelaunt erinnerte er an manche Begebenheit. „Du hast immer offen deine Meinung vertreten, auch wenn das manchmal etwas unbequem war“, sagte der fast gleichaltrige Wegbegleiter Wibel. Mit vielen Dankesworten und Geschenken wurde Martin Kolb in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

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