Großbottwar Mit Kind und Kegel auf einer Genusstour

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Der Wettergott Petrus hat es gut gemeint mit den Genussfreunden. Foto: Werner Kuhnle

Großbottwar - Fast sah es so aus, als ob der „Klingende Weinberg“ am Wunnenstein dieses Mal ein „schwimmender Weinberg“ werden würde. Doch die dunklen Wolken verzogen sich, und dafür wurden die Gäste von einem traumhaften Abendhimmel verzaubert. Ohnehin hatte sich wohl kaum jemand von einem Besuch des musikalisch-kulinarischen Weinbergfests der Bottwartaler Winzer abhalten lassen. Dicht an dicht parkten die Fahrzeuge, die nicht nur Nummernschilder aus der Region bis nach Esslingen trugen, sondern auch aus Mayen-Koblenz, Sachsen-Anhalt Bitterfeld oder der Schweiz. Der laue Sommerabend war perfekt, um ihn bei einem oder auch mehreren Gläschen Weißen, Roten oder Rosé im Freien zu genießen.

Mit Kind und Kegel zogen die Besucher zum Gipfel des Wunnensteins. Ein paar Optimistische, die geglaubt hatten, auch oben noch ihr Gefährt abstellen zu können, wurden bald eines Besseren belehrt und mussten etwas unterhalb auf die Suche gehen. Das lag zum einen am großen Andrang, zum anderen daran, dass ein Teil des Parkplatzes ebenfalls vom Fest belegt war. Hier gab es nicht nur Weinausschank, sondern auch knusprigen Flammkuchen oder Pitta von der Gipshütte. Für viele war das der erste Treffpunkt auf der Genussrunde. Da begrüßten sich Freunde und Bekannte mit lautem Hallo und entschieden gemeinsam, ob man die Tour oben- oder untenherum marschieren wollte. Der eine oder die andere mag auch unterwegs schon an einem der Stände hängengeblieben sein, die mit verschiedenen Weinen sowie mit Leckerem wie herzhaften Kuchen, Holzofenpizza, Spezialitäten aus dem Wok oder Winzerwurst mit Brötchen lockten. Eine Gruppe hatte es sich auf einer großen Decke am Wegrand bequem gemacht und genoss den weiten Blick ins Tal, ein paar Männer begutachteten unterdessen fachmännisch die Reben. Dazu gab es Live-Musik für jeden Geschmack. Bernd Schäfer unterhielt mit „Unplugged Music“, „Sound Menu“ spielten aktuelle deutsche und englischsprachige Charthits, das „Acoustic Swing Duo“, bestehend aus einer Akustik-Gitarre und einem Saxofon, präsentierte „Swing-Musik von heute“, und „Miriam und Julian“ spielten Jazz. Alles immer wieder mit längeren Pausen und in angenehm dezenter Lautstärke, so dass man sich auch noch gut unterhalten konnte. Auch wer – wie die meisten – erst im Dunkeln den Heimweg antrat, fand sich zurecht. Dafür sorgten Strahler, die an Autobatterien hingen.

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