Großbottwar/Handball Theresa Müller fällt auf unbestimmte Zeit aus

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Theresa Müller fällt weiterhin aus. Foto: Archiv (avanti)

Die Außenspielerin laboriert weiterhin an einem Fingerbruch und kann deshalb auch am Samstag (20 Uhr) nicht spielen.

Großbottwar - Es ist der Wurm drin! Eigentlich wollte Theresa Müller vergangene Woche bei der TG Nürtingen schon wieder auf dem Feld stehen, stattdessen war sie abermals zum Zuschauen verdammt. „So langsam nervt es“, sagt die Handballerin des TV Großbottwar, die sich vor rund acht Wochen den Ringfinger an ihrem Wurfarm gebrochen hat. Das Problem: Besserung ist bis heute nicht in Sicht. Dabei sollte der Bruch längst ausgeheilt sein, sie wieder auf dem Feld stehen. Gegen den VfL Waiblingen wird Theresa Müller am Samstagabend aber auch wieder nur auf der Tribüne sitzen und ihren verletzten Teamkameradinnen Denise Geier (Schulter-OP), Bianca Weber (Knie-Verletzung) und Saskia Benz (Fingerprobleme) Gesellschaft leisten. Dabei könnte der Tabellenelfte auf dem Feld jede Hilfe gebrauchen. Mit dem VfL Waiblingen kommt nämlich der Tabellenvierte in die Wunnensteinhalle.

„Wir werden deshalb drei Spielerinnen aus der zweiten Mannschaft dabei haben“, sagt TVG-Trainerin Kornelia Baboi: Lisa Döttinger, Melanie Rittmaier und Marie-Luies Ziegler. Alle drei spielen zuvor bereits bei der zweiten Mannschaft, bleiben dann aber direkt auf der Bank, falls ihre Hilfe benötigt wird. Was gut sein kann, denn: „Waiblingen ist gut, das wird sicher schwer. Aber vielleicht sind die Unruhen, die momentan bei ihnen herrschen, ja unsere Chance“, sagt Müller und spielt damit auf die Trainerentlassung ihres ehemaligen Coaches an. Vor eineinhalb Jahren war Paul Herbinger von Großbottwar aus nach Waiblingen gewechselt – vor etwa zwei Wochen wurde er dort entlassen. Der bisherige sportliche Leiter Nadir Arif hat inzwischen zwar übernommen, wirklich rund und geordnet läuft es aber noch nicht. Und genau das könnte den TVG-Frauen zu Gute kommen – auch, wenn erneut zahlreiche Spielerinnen fehlen. „In Nürtingen hat man wieder gesehen, dass wir es können. Da haben wir 31 Tore erzielt und es wäre mehr drin gewesen“, sagt Theresa Müller und fügt an: „Gegen Waiblingen muss man, wie gegen Ketsch, nicht gewinnen. Aber man muss sich immer Chancen ausrechnen.“ Liebend gerne würde sie am Samstag mit auf dem Feld stehen, wann sie jedoch wirklich wieder einen Ball in den Händen halten kann, steht momentan noch in den Sternen. „Als ich vor zwei Wochen beim Arzt war, sah das Röntgenbild fast genauso aus wie beim ersten Mal. Der Finger wächst einfach nicht zusammen“, berichtet die Frau auf Linksaußen und Mitte. Spätestens da wurde ihr bewusst: „Das Ganze wird sich noch eine Weile in die Länge ziehen.“

Kommenden Dienstag hat die Studentin nun einen Termin bei einem zweiten Arzt. Bei diesem wird sich entscheiden, ob Theresa Müller operiert werden muss. „Ich hoffe, ich komme drum herum und es dauert eben nur etwas länger mit dem Zusammenwachsen, denn sonst bekomme ich Probleme mit meinen Prüfungen in der Uni“, sagt sie. Schuld, dass der Bruch nicht verheilt wie er soll, ist wohl das Spiel gegen Holzheim. Bereits in der Woche davor – gegen den TV Grenzach – hatte Müller sich den Finger gebrochen. „Ich dachte aber, ich habe nur einen Kapselriss und habe deshalb weitergespielt“, sagt sie. Als sie dann gegen Holzheim noch einmal auf den Finger fiel, wurden die Schmerzen schlimmer. „Da ist wohl noch mehr gesplittert. Deshalb dauert es jetzt länger“, sagt die Handballerin, die zumindest im Alltag keine Schmerzen hat und die Hand normal gebrauchen kann. Aus diesem Grund trainiert die Frau mit der Nummer sieben auch mit.

„Ich kann joggen sowie beim Schnelligkeitszirkel und beim Krafttraining mitmachen, nur handballspezifisches geht eben nicht“, erklärt die Außenspielerin, die seit der B-Jugend beim TVG ist. In all diesen Jahren musste Theresa Müller eines nie: wegen einer Verletzung auf der Tribüne sitzen und zuschauen. Umso schwerer fällt es ihr nun. Zumal ihr Team im Kampf um den Klassenerhalt dringend Punkte braucht und über jede Unterstützung froh wäre. Etwas anderes als abwarten kann Theresa Müller derzeit aber eben einfach nicht.