Großbottwar/Handball Derby, Fusion und zwei scheidende Trainer

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Eine Szene aus dem Hinspiel, als Tobias Mühlpointner würde seine TVG-Zeit gerne mit einem Sieg beenden. Foto: Archiv (avanti)

Großbottwar - Es endet vieles, wenn am Sonntag um 17 Uhr in der Großbottwarer Wunnensteinhalle die Landesliga-Handballer des TV Großbottwar auf den TV Mundelsheim treffen. Zum einen ist das Derby gleichzeitig das letzte Saisonspiel für beide Teams. Zum anderen ist es für die TVG-Männer die letzte Partie unter diesem Namen, da ja zur nächsten Runde bekanntlich die Fusion mit der HG Steinheim-Kleinbottwar zur HABO SG stattfindet. Und dann sind da natürlich noch die beiden Trainer: Sowohl Tobias Mühlpointner beim TVG als auch Dominic Schaudt beim TVM stehen das letzte Mal an der Seitenlinie.

Sportlich gesehen geht es um nichts mehr. Für die Großbottwarer könnte es von Platz fünf noch je einen Platz rauf oder runter gehen, die Mundelsheimer werden die Saison zwischen Rang acht und zehn beenden. Die Lage ist also entschärft – oder? „Kann man ein Derby entschärfen?“, fragt Tobias Mühlpointner zurück und liefert damit auch schon die Antwort. „Wir haben vor der Runde intern das Ziel Platz fünf ausgegeben. Das können und wollen wir erreichen. Ein Derby ist ein Derby, es sind alle heiß“, stellt er klar. Natürlich sei bei ihm persönlich auch etwas Wehmut dabei. „Es ist schon schade, wenn man eine Mannschaft verlässt, die sich mittlerweile doch entwickelt hat. Aber ich freue mich auch auf die Aussicht, mal ein Wochenende im Garten zu verbringen.“ Mühlpointner wird – ebenso wie einige Spieler – nach der Partie verabschiedet.

Für Dominic Schaudt gab es bereits am vergangenen Sonntag beim letzten Heimspiel einen gebührenden Abschied. Auch er hat keine große Lust, seine Trainerlaufbahn mit einer Niederlage beenden, zumal es die vierte in Folge wäre. „Es wäre natürlich schön, mit einem Sieg aufzuhören. Aber für den TVG ist es das letzte Spiel vor der Fusion – die werden die Punkte nicht freiwillig hergeben“, weiß der TVM-Coach. Zumal die Störche in dieser Saison lediglich gleich im ersten Heimspiel gegen Meister SG Weinstadt hauchdünn verloren haben. Ansonsten konnte bislang niemand aus der Wunnensteinhalle Punkte entführen. „Vielleicht sind die Gegner ja irritiert, weil da so extrem viele Linien auf dem Boden sind“, spekuliert Dominic Schaudt lachend. „Vielleicht haben wir ja das bestaussehende Publikum und das lenkt die Gegner ab“, setzt Tobias Mühlpointner eine andere These in den Raum. Eine wirkliche Erklärung dafür, dass der TVG zu Hause deutlich stärker ist als auswärts, haben beide nicht. „Wir hatten das in Mundelsheim ja auch schon. So etwas kann man nicht erklären“, findet Schaudt. Es sei ja bei den meisten Mannschaften so, dass sie zu Hause mehr Punkte holen als auswärts. „Doch eine so starke Heimbilanz wie bei uns in dieser Saison ist schon ungewöhnlich. Diese Serie wollen wir halten“, sagt Mühlpointner. Vielleicht einige man sich ja am Ende auch auf ein Unentschieden, spekuliert Schaudt. Das ist allerdings schwer vorstellbar. Denn neben allen bereits genannten Gründen könnten die Störche mit einem Sieg auch Revanche nehmen für die 25:30-Niederlage im Hinspiel.

Bis auf die Langzeitverletzten werden beim TV Großbottwar für dieses Derby alle Mann an Bord sein. Auch Michael Gerger, der seit Anfang Februar gefehlt hatte, soll zum Einsatz kommen, bevor er nächste Saison zurück zur HSG Neckar wechselt. Ein wenig schlechter ist die personelle Ausgangslage beim TVM: „Torhüter Hans Herrmann ist krank und kann voraussichtlich nicht dabei sein. Und Linkshänder Thomas Müller ist privat verhindert“, zählt Dominic Schaudt auf.

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