Großbottwar Gmelich will in drei Abschnitten wachsen

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Im vergangenen Jahr hat die Firma Gmelich ein Umsatzplus von 18 Prozent erzielt. Foto: Werner Kuhnle

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am Mittwoch die erforderlichen Befreiungen vom Bebauungsplan erteilt.

Großbottwar - Die Firma Gmelich + Söhne GmbH hat in den kommenden Jahren einiges vor. Wie Geschäftsführer Volker Nagel auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt, will das Unternehmen auf seinem Gelände in der Kreuzstraße in drei Bauabschnitten bis 2019 einen Parkplatz, eine Lagerhalle, ein Verwaltungsgebäude sowie einen Erweiterungsbau für die Produktion errichten. Auswirkungen auf die Anzahl der Beschäftigten hätten die Maßnahmen nicht. „Das Auftragsvolumen wird zwischen fünf und sechs Millionen Euro betragen“, so Nagel.

Eine entsprechende Bauvoranfrage ist dem Gemeinderat am Mittwoch vorgelegt worden. Das Gremium hat dem Vorhaben einstimmig das Okay erteilt.

Das 1923 gegründete Unternehmen will demnach noch in diesem Jahr die neue Lagerhalle fertigstellen, 2017 soll das Verwaltungsgebäude folgen und in den Jahren 2018/2019 schließlich die bestehende Produktion erweitert und der Wassergraben um weitere 15 Meter in östliche Richtung verdolt werden. Volker Nagel erklärt die Notwendigkeit der Maßnahme unter anderem mit der derzeitigen Auftragslage. Von 2014 auf 2015 habe man ein Umsatzplus von 18 Prozent verzeichnen können. „Wir sind weitere Kooperationen eingegangen, beispielsweise in Amerika“, erklärt Nagel. Neue Geschäftspartner konnten in San Francisco und Virginia gewonnen werden. Die neuen Gebäude sollen der zu erwartenden anhaltend guten Nachfrage Rechnung tragen. „Ich gehe davon aus, dass wir uns in den kommenden Jahren auf dem Niveau von 2014 und 2015 bewegen.“

Allerdings sind die Bauten nicht ohne Befreiungen vom Bebauungsplan realisierbar. Weil unter wirtschaftlichen Aspekten die Lagerhalle möglichst nahe der Wasserwerkstatt, der Schlosserei und des Fertiglederlagers untergebracht sein soll, sei eine Verlegung des Bauplatzes in einen unkritischen Bereich nicht möglich, heißt es in der Bauvoranfrage. Das Baufenster wird in der nördlichen Ecke der Halle um circa15 Quadratmeter überschritten, im südlichen Teil um 120 Quadratmeter. Auch das Verwaltungsgebäude wird Flächen außerhalb benötigen. Zudem greifen Lagerhalle und Parkplatz in die Pflanzgebotszone ein. Ausgleichsflächen sollen jedoch innerhalb des Baufensters geschaffen werden.

Eine solche Bauvoranfrage müsse er einfach mal loben, sagte Aktiv-Rat Thomas Haag. „Die ist in ihrer Ausführlichkeit vorbildlich.“ Ein Unternehmen, das auf dem weltweiten Markt einen so guten Ruf genießt, müsse unterstützt werden. Haag signalisierte damit das Ja seiner Fraktion zur Bauvoranfrage.

Auch der Freie Wähler Stefan Apfelbach begrüßte das Vorhaben. „Mit Gmelich haben wir eine Firma am Ort, die floriert“, sagte er. Aus seiner Sicht spräche nichts gegen die erforderlichen Befreiungen vom Bebauungsplan.

Die SPD-Rätin Angelika Maier schlug vor, spätestens zeitgleich mit dem Bau des Verwaltungsgebäudes auch mit der Errichtung des Parkplatzes zu beginnen. „Alle Vorhaben sind genau terminiert, nur der Parkplatz nicht“, so Maier.

Diese Sorge kann ihr Volker Nagel jedoch nehmen. „Der Parkplatz wird als allererstes realisiert“, sagt der Geschäftsführer gegenüber unserer Zeitung. Ziel ist, allen Mitarbeitern auf dem firmeneigenen Gelände einen Parkplatz anzubieten.