Großbottwar/Fußball Der VfR Großbottwar möchte aufsteigen

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Die Mannschaft des VfR Großbottwar in der Saison 2019/2020 (hinten von links): Nico Elser, Nick Zuidema, Maik Knittel, Niko Giouroukalis, Aaron Ott, Maximilian Koch, Bojan Lukic. Vorne von links: Davide Pintus, Moritz Dürl, Marvin Rapp, Philipp Gscheidle, Yannik Baudisch, Fabian Bauer, Simon Benz. Foto: avanti

Großbottwar - Vor seiner zweiten Saison hintereinander in der B-Klassigkeit steht der VfR Großbottwar. Nur denkbar knapp verpasste man im Juni den Aufstieg. Nachdem man die B2-Staffel als Zweiter hinter dem in der Vorsaison in einer eigenen Liga spielenden GSV Höpfigheim abschloss, scheiterten die Großbottwarer erst in der Verlängerung der Relegation am TSG Steinheim. „Für den Reifeprozess unserer Mannschaft war das sicherlich ein wichtiges Ereignis. Die Niederlage ist aber längst vergessen und aus den Köpfen raus“, versichert Großbottwars Trainer Thomas Rapp und gibt vor dem nächsten Anlauf die Parole aus: „Wir schauen nach vorne.“

Zweifellos gehört der VfR in der für ihn am 15. September mit der kniffligen Auswärtsaufgabe bei Absteiger FV Oberstenfeld beginnenden neuen Runde zum engsten Favoritenkreis. Vor allem den TuS Freiberg, den man im Vorjahr nur aufgrund der besseren Tordifferenz hinter sich ließ, und die Zweiten des SGV Murr und des TSV 1899 Benningen hat Rapp als potenzielle Konkurrenten auf dem Zettel, doch er sagt auch frank und frei heraus: „Nach dem zweiten Platz im vergangenen Jahr kann diesmal nur der Aufstieg unser Ziel sein.“

Um dieses ambitionierte Vorhaben zu verwirklichen, setzt man beim VfR ganz auf das eingespielte Team der Vorsaison. Lediglich Torhüter Aaron Ott, der aus Höpfigheim kam, und der Fußballnovize Jonas Gröninger, der zuvor in einer CVJM-Mannschaft gespielt hat, sind im Sommer neu zum Kader gestoßen. Nennenswerte Abgänge stehen dem nicht gegenüber. „Eingespielt sollten wir sein. Das kommt jetzt auch schon in der laufenden Vorbereitung langsam wieder“, erklärt Rapp und sieht sein junges Team inzwischen auch deutlich reifer als noch vor Jahresfrist: „Was das Passspiel und Spielzüge angeht, setzen die Spieler Einstudiertes mittlerweile viel besser um“, urteilt er. Zum Pferdefuß, das weiß auch der Coach, könnte jedoch die Tatsache werden, dass man in die Saison mit einem doch recht übersichtlichen Personalstamm geht. „Unser Kader ist eigentlich zu klein“, räumt auch Rapp ein, daher werde man im Bedarfsfall „immer wieder auf Spieler unserer zweiten Mannschaft zurückgreifen müssen“. Da diese VfR-Zweite aber in der Parallelstaffel B3 eine Spielgemeinschaft mit der Zweiten des Ortsrivalen Club L’Italiano bildet, trainieren die beiden VfR-Teams getrennt voneinander. Muss Rapp also Reservespieler einbauen, dürften nicht viele eingespielte Abläufe dasein.

Mehr als sehen lassen kann sich jedoch die potenziell erste Elf, mit der die Großbottwarer ins Rennen gehen. Im Tor liefern sich Neuzugang Ott und Bastian Göpfert ein ganz enges Rennen um die Rolle der Nummer eins. „Das wird eine schwere Entscheidung, die möglicherweise auch zum ersten Punktspiel noch nicht endgültig geklärt sein wird“, erklärt der Trainer, der im Normalfall auf eine 4-4-2-Formation (Rapp: „Gegen schwächere Gegner kann aber auch ein 3-5-2 zum Einsatz kommen“) setzen will. In der Viererkette gibt dabei der noch junge Innenverteidiger Philipp Gscheidle schon den Ton an. Moritz Dürl als dessen Partner im Zentrum sowie Lukas Kramer und Yannick Baudisch als Außenverteidiger dürften ihn flankieren. Auf der Doppelsechs hat der VfR viele Optionen. Niko Giouroukalis, wenn er denn endlich einmal fit ist, oder Routinier Timo Hauler sind nur zwei der denkbaren Varianten. Entwickelt wird das Offensivspiel beim VfR jedoch maßgeblich über die beiden Außenbahnen, auf denen die laufstarken und schnellen Maik Knittel und Marvin Rapp erste Wahl sein dürften. Deren Flanken und Zuspiele zu verwerten, ist schließlich in vorderster Front der Job des Sturmduos Nick Zuidema und Maximilian Preiss. Beide Youngsters sind physisch enorm robuste Akteure. Nicht von ungefähr waren Zuidema, der einige höherklassige Angebote hatte, aber sich entschied, noch ein Jahr beim VfR zu bleiben, und Preiss (Rapp: „Er ist ein echter Brecher“) in der vergangenen Saison mit zusammen 67 Treffern das erfolgreichste Angreiferpaar der Kreisliga B2. Quasi als Joker hat man in der Offensive zudem noch Chris Brucker und Patrick Schorr in der Hinterhand. Beide weilen jedoch schon länger auf einer Weltreise – wann sie zurückkehren, ist derzeit ungewiss.