Großbottwar Bus und Wein – die Mischung passt

Von
Herrliche Ausblicke gewährt die Oldtimerbus-Ausfahrt. Foto: KS-Images.de / Karsten Schmalz

Großbottwar - Wir wollen mit Bus und Wein von Berg zu Berg“, erklärt Albert Schlipf den Plan für den Samstagnachmittag. Der Großbottwarer Wengerter schenkt den 25 Gästen in der Kellerei der Bottwartaler Winzer dazu einen spritzigen zart-gelben Secco ein. Eines der breiten Palette feiner Produkte, deren Ursprung an den Winzerhängen zu finden ist. Um verschiedene Weine ganz stilvoll erkunden zu können, steigen die Teilnehmer in ein besonderes Gefährt. „Mercedes 1927“ steht auf dem markanten Kühlergrill des feuerroten Busses.

Und mit dem textilen Faltdach, das bei schönen herrlichem Sommerwetter am Samstag freilich aufgeklappt ist, kann man sich ein wenig eine Fahrt ins Grüne von anno dazumal vorstellen. Man fahre mit moderner Technik, versichert und ernüchtert Fahrer Manfred Heinzmann, der Bus sei gerade mal gut 20 Jahre alt und nach Vorlage des Originals gebaut worden. Aber das tut der heiteren Atmosphäre keinen Abbruch. Zudem gibt es echte fachmännische Anleitung von Albert Schlipf. Als „SOS Wengerter“ bezeichnet er sich augenzwinkernd, er kenne den Weinbau von Jugend an. Wie die meisten Weinbauern im Bottwartal bewirtschaftet er die Rebenpflege nebenberuflich.

Ein Bild, wo und wie das geschieht, wird schon nach ein paar Minuten Fahrt offenbar. Ordentlich in Reih und Glied stehende Rebenreihen zeigen frisches Laub, teils wild in alle Richtungen wachsend. „Die Triebe müssen in die Drahtanlage eingeschleift werden“, erklärt Schlipf den interessierten Gästen die aktuelle Arbeit. Unterhaltsam erzählt der Lem­bacher Anekdoten beispielsweise über die alten Wengerthäusle. Highlights auf der Tour sind zweifellos die grandioses Fernsichten an markanten Plätzen. Halt gemacht wird auf dem Wunnenstein, beim Lichtenberg, oberhalb vom Harzberghaus sowie auf dem Benning. „Das ist wie Urlaub“, erklärt ein Teilnehmer mit sächsischem Akzent. Auch Einheimische sind dabei, und sie besinnen sich auf die Heimat, ihre „schwäbische Toskana“ sei doch wunderschön.

Inmitten dieser Lokation gibt es den stimmigen Gaumengenuss. Ob Grauburgunder, Riesling, der neue Storchenwein oder ein Muskattrollinger, die Weine werden nicht nur verkostet, man diskutiert auch über die verschiedenen Aromen. Dabei werden Lieblingssorten ausgelotet. Dazu gibt es auf der Fahrt allerhand zu entdecken. Etwa die Holzstatue „Buttenträger“ unterhalb des Wunnensteins. Dort findet sich auch der Knotenpunkt des Weinlehrpfades, des Württembergischen Weinwanderweges und der Weg der „Dichter und Denker“. Viel Spaß bereiten die prägenden Tiere der Stadt. Der Storch sei zwar im Stadtwappen verankert, würde aber trotz einladender Nester nicht darin brüten, so Schlipf. Man hört Geschichten, wie die Legende vom braven Esel, der ganz selbstständig Wasser zur Burg auf dem Lichtenberg getragen haben soll. Und von den steilsten Hängen aus, kann man die seit Kurzem im Tal angesiedelte Wasserbüffel entdecken.