Großaspach/Fußball Neuem Trainer sollen noch mehrere neue Spieler folgen

Von
Oliver Zapel (rechts) im Gespräch mit Philipp Hercher. Foto:  

Rückkehrer Oliver Zapel läutet bei Drittligist Sonnenhof Großaspach die Saisonvorbereitung ein.

Großaspach - Als Oliver Zapel am Donnerstagvormittag den Presseraum in den Katakomben der mechatronik Arena betritt, überkommt ihn ein breites Lächeln. Zwei Jahre sind vergangen, seit er und die SG Sonnenhof Großaspach ihre Zusammenarbeit beendet hatten – nun kehrt Zapel für seine zweite Trainer-Amtszeit zum Fußball-Drittligisten zurück. Entsprechend sind ihm viele Gesichter, die jetzt auf die Pressekonferenz mit ihm warten, noch wohlbekannt. Es werden fleißig Hände geschüttelt, bevor dann auch in seinen Statements Wiedersehensfreude rüberkommt.

„Ich war überrascht, aber natürlich auch total erfreut, als sich der Verein bei mir gemeldet hat. Ich bin gleich Feuer und Flamme gewesen, die Ideen auszutauschen“, sagt der 51-Jährige über die Kontaktaufnahme der SG in der nur dreieinhalbwöchigen Sommerpause. All das sei dann auf fruchtbaren Boden gefallen. „So war auch schnell klar, wie wir die Herausforderung angehen wollen“, erklärt der Cheftrainer. Die unterschiedlichen Ansichten einer Zukunftsausrichtung, die vor zwei Jahren zur Trennung geführt hatten, scheinen damit überwunden. „Der Verein hat sich schließlich auch entwickelt“, bekräftigt Vorstandsmitglied Michael Ferber. Die SG trete strukturell nicht auf der Stelle.

Bei der Trainersuche habe der Verein, so Ferber weiter, diesmal verstärkt Wert darauf gelegt, dass der neue Mann Erfolge in der Dritten Liga vorzuweisen hat und in seiner Vita auch Klubs mit Strukturen wie bei Sonnenhof Großaspach stehen hat. „Ganz oben auf unserer Liste stand dann Oliver Zapel, der bei uns erfolgreich gearbeitet hat und den Verein mit seinen Strukturen natürlich kennt.“

Das vorrangige Ziel ist klar: Wie in den vorherigen fünf Spielzeiten soll der Klassenerhalt erreicht werden, was wegen des starken Teilnehmerfeldes erneut zur Mammutaufgabe werden dürfte. Zumal der Verein mit Torhüter Kevin Broll (Dynamo Dresden) und Makana Baku (Holstein Kiel) zwei Leistungsträger verloren hat. Und mit Dominik Pelivan konnte man sich bislang nicht auf eine Vertragsverlängerung einigen – geplant wird ohne ihn. Insgesamt besteht die Liste an Abgängen aus sieben Spielern, denen mit Adis Omerbasic (Bonner SC) nur ein Neuer gegenübersteht. Sportdirektor Joannis Koukoutrigas wird bis zum Ligastart in fünf Wochen alle Hände voll zu tun haben.

„Ich denke, für einen Verein wie Großaspach ist es ganz normal, dass es zum Start der Saisonvorbereitung die üblichen Baustellen gibt. Geschuldet ist das sicherlich auch dem Klassenerhalt in letzter Sekunde, der die Kaderplanung verschoben hat“, sagt Oliver Zapel. So waren beim Trainingsauftakt am Donnerstag 18 Spieler mit dabei, der Kader soll einmal aus rund 24 Spielern bestehen.

Wie diese in die Saison gehen, ist schon klar formuliert. „Wir möchten unser Spiel aktiver gestalten, als die Zuschauer das in den vergangenen Jahren wahrgenommen haben“, setzt Zapel darauf, mehr Torchancen herauszuarbeiten und zu erspielen. Erreicht werden soll das über ein ebenso intensiveres Training. „Dieser Umdenkungsprozess wird auch erstmal unsere größte Baustelle sein. Man hat in den letzten beiden Saisonspielen gesehen, dass es der Mannschaft gut tut, wenn sie früher angreifen darf, wenn man ihr die Hand- und Fußfesseln löst. Das gilt es abzustimmen, damit aus Statischem Dynamisches wird.“

Erfahrungen sammelte Zapel dafür nicht nur bei seinen zwischenzeitlichen Stationen Werder Bremen II und Fortuna Köln, sondern auch bei Hospitationen, etwa in der Jugendschule von Ajax Amsterdam oder bei Frank Wormuth, dem Ex-Leiter der DFB-Fußballlehrerausbildung, der jetzt den niederländischen Erstligisten Heracles Almelo trainiert. „Vielleicht habe ich mich in den zwei Jahren dadurch sogar mehr entwickelt als die SG. Ich hatte ja aber auch mehr Zeit, zu reflektieren, was gut war und was besser hätte sein können. Da habe ich mir viele externe Meinungen eingeholt.“ In der Saisonvorbereitung möchte er das nun einbringen.