Großaspach/Fußball Nach 18 Tagen ist die Pause bereits vorbei

Von
Vor dem Trainingsauftakt hat der Kunstrasen im Fautenhau erst vom Schnee befreit werden müssen.Winterneuzugang Mario Rodriguez. Foto: Alexander Becher

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach ist gestern wieder ins Training eingestiegen.

Großaspach - Eigentlich hat Oliver Zapel in den vergangenen Tagen ja genug Schnee gehabt, denn der Trainer von Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach nutzte die Winterpause zum Skiurlaub. Dass dann zum gestrigen Trainingsauftakt der Kunstrasenplatz im Fautenhau erst einmal von einer Schicht der weißen Pracht befreit werden muss, darauf hätten dieSG-Spieler und ihr Trainerteam sicher gerne verzichtet. „Aber das gehört auch zum Fußball, da muss man sich drauf einstellen“, findet Zapel und stapft mit dicken Winterstiefeln und tief ins Gesicht gezogener Mütze auf den Platz.

Seine Spieler sind unterdessen bereits in Bewegung, und sie waren auch in der freien Zeit nicht untätig. „Jeder hat seinen individuellen Trainingsplan gehabt. Sie sind alle Profis und wissen, was sie zu tun haben. Die Stammspieler wollen ihren Status ja behalten, diejenigen, die zuletzt weniger Spielzeit hatten, wollen sich empfehlen. Sie wissen alle, dass es hier genug Augen gibt, die auf sie gerichtet sind“, erklärt Oliver Zapel.

Einer ist dabei neu im Bunde: Mario Rodriguez trainiert erstmals mit der Mannschaft. „Er ist ein sehr schneller und robuster Spieler, der nicht nur über die Technik kommt, sondern auch über das Körperliche. Er kann in der Offensive sowohl in der Zentrale als auch auf dem Flügel spielen“, beschreibt Zapel den 22-Jährigen US-Boy. Rodriguez ist der einzige Winterneuzugang – bislang. Allerdings betont Zapel, dass der Kader „derzeit voll ist. Und solange dies der Fall ist, werden wir nicht tätig werden.“ Doch schließt der SG-Coach nicht aus, „dass wir in den nächsten Tagen irgendein Gespräch führen müssen. Aber das liegt an den Spielern.“ Zum Auftakt sind außer den verletzten Timo Röttger und Niklas Gutjahr sowie dem erkrankten Felice Vecchione jedoch alle an Bord.

Nur 18 Tage sind vergangen, seit die SG im letzten Spiel des Jahres 2016 mit 2:1 gegen RW Erfurt gewonnen und damit den dritten Sieg in Folge gefeiert hat. „Ich hoffe, dass wir die mentale Frische schon wieder mitbringen, um dort anzuknüpfen, wo wir aufgehört haben. Das Gute ist, dass der Substanzverlust minimal ist, da braucht es nur wenige Tage, um das wieder aufzuholen“, glaubt Oliver Zapel. Trotz der guten Serie hätte er nicht unbedingt gleich weiter spielen wollen. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Spieler nach den stressigen letzten Wochen der Hinrunde froh waren, mal einen Cut machen zu können.“

Innenverteidiger Kai Gehring und Stürmer Lucas Röser bestätigen ihren Coach. „Eine Pause tut immer gut. Aber wir versuchen jetzt natürlich, genau dort weiterzumachen“, sagt Gehring, der insbesondere im letzten Hinrundenspiel so etwas wie eine Sternstunde hatte und beide SG-Treffer erzielte. „Ich weiß gar nicht, wann ich zuletzt zwei Tore in einem Spiel geschossen habe“, gibt er zu. Erfreulicher Nebeneffekt war die insgesamt dritte Nominierung für das „Team des Spieltages“ im Laufe der Hinrunde. Damit sicherte sich Gehring ebenso wie Teamkollege Röser auch einen Platz im „Team der Hinrunde“ – was beide aber nicht überbewerten möchten: „Ich habe mir das jetzt nicht ausgedruckt und übers Bett gehängt“, stellt Gehring klar, und Röser ergänzt: „Ich habe es gelesen und mich gefreut, aber mehr auch nicht. Wichtig ist, dass wir mit der Mannschaft Erfolg haben. Da haben wir bislang zwar gut gepunktet, aber genau genommen noch gar nichts erreicht.“

Bis zum ersten Spiel der Rückrunde sind es noch dreieinhalb Wochen. Bis dahin stehen ein viertägiges Trainingslager sowie mehrere Testspiele – darunter am 15. Januar gegen Erstligist Hoffenheim – auf dem Programm. Und am Donnerstag das Hallenturnier um den AL-KO Cup in Ulm mit Gegnern wie dem 1. FC Kaiserslautern oder Greuther Fürth. Obwohl bei einem Hallenturnier natürlich auch das Spektakel im Vordergrund steht, will Oliver Zapel diesen Auftritt nicht als Gaudi-Veranstaltung verstanden wissen. „Natürlich soll uns das Spaß machen. Aber wir haben auch eine Verpflichtung, uns anständig zu präsentieren, und es gibt auch durchaus Dinge wie zum Beispiel das Zweikampfverhalten, die man in der Halle trainieren kann. Ich erwarte, dass wir das Turnier gewinnen“, gibt sich der Coach selbstbewusst.