Großaspach/Fußball Die SG verspielt in fünf Minuten alle Chancen

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Ein Bild mit Symbolcharakter: Die SG-Spieler sind Foto: Fotostand

Großaspach - Eine 1:4-Niederlage hört sich deutlich an – und sie ist es auch. Das war beim Saisonstart von Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach beim MSV Duisburg nicht anders. Einerseits. Andererseits waren die Schwaben über weite Strecken mindestens gleichwertig. Doch ein regelrechter Blackout zwischen der 55. und der 60. Minute, in denen Duisburg dank zweier Tore von Moritz Stoppelkampf und eines Treffers von Connor Krempicki aus einem 1:1 ein 4:1 machte, raubten Aspach alle Chancen.

SG-Trainer Oliver Zapel und seine Spieler standen nach dem Abpfiff wie begossene Pudel da. Und das in doppelter Hinsicht. Erstens hatten Starkregen und Hagel Aspachs Fußballer nass gemacht, ehe Schiedsrichter Sascha Stegemann die Partie eine Viertelstunde vor Schluss für zehn Minuten unterbrach. Zweitens hatten sie die Auftaktpartie verloren. An der ersten kalten Dusche war die SG völlig schuldlos. Bei der zweiten hatte sie tatkräftig mitgeholfen, in dem sie wenigstens sechs Minuten lang in entscheidenden Zweikämpfen einfach zu wenig tat.

„Darüber müssen wir reden“, kündigte Zapel nach der Partie an. Offenbar sieht er reichlich Gesprächsbedarf. Denn sprechen will der 51-Jährige mit seiner Mannschaft nicht nur über die drei Gegentore binnen sechs Minuten. Diskutieren will er auch darüber, warum seine Elf in der Schlussviertelstunde gleich dreimal frei vor Duisburgs Torwart Leo Weinkauf stand und den Ball dabei kein einziges Mal über die Linie brachte. Wissen will er zudem, weshalb sein Team in den zehn Minuten nach der Pause zweimal frei im und am Fünfmeterraum stand, Nico Jüllich aber beide Male zu unentschlossen war. „Ich habe gewartet und gewartet, dass ich in der Mitte jemanden finde der frei steht“, sagte der Mittelfeldmann zur ersten Chance und ärgerte sich aber vor allem über die zweite: „Das muss ich selbst machen und nicht noch quer spielen.“

Für Großaspach war der Vergleich mit dem Zweitligaabsteiger insgesamt irgendwie ein Duell der verpassten Gelegenheiten.„Wenn das Ergebnis jemand liest, der nicht dabei war, dann denkt er, wir sind abgeschlachtet worden. So war es aber nicht“, verstand Abwehrkante Kai Gehring die Fußballwelt nicht mehr so ganz. Denn 75 von 90 Minuten waren die Gäste mindestens gleichauf. Nur in einer kurzen Phase vor und nach der 1:0-Führung der Zebras sowie in den schon geschilderten verhängnisvollen sechs Minuten eben nicht. Zumindest in der zweiten Periode war die SG sogar richtig von der Rolle. „Das kenne ich nicht von meiner Mannschaft, dass wir uns so hängen lassen“, gestand Oliver Zapel und sprach „von rätselhaften fünf Minuten“. Und das in einer Phase, „in der wir alle Trümpfe in der Hand hatten, in der du mit Selbstvertrauen aufgepumpt bis“. Vielleicht lag darin gar der Hund begraben. Duisburg schlug zu, als Aspach Stärke zeigte und prompt den Rückwärtsgang nicht mehr fand. Die SG ließ Ball und Gegner laufen, vergaß bei all dem Vorwärtsdrang aber, „die Zweikämpfe zu gewinnen“, wie der Coach urteilte.

Eine Analyse, der Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht nicht groß widersprechen wollte, denn auch er hatte das Team aus dem Fautenhau besser gesehen, als es das Ergebnis am Ende besagte. Dem Coach der Zebras war wie alle anderen zudem nicht entgangen, dass seine Mannschaft direkt nach der Pause enorme Schwierigkeiten hatte. „Da haben wir zu weit nach hinten, zu viel quer gedacht“, erklärte Lieberknecht und wusste, welcher seiner Spieler die Partie in die entscheidende Richtung drehte, sein Kapitän: „Moritz Stoppelkamp ist ein außergewöhnlicher Fußballer, darüber gibt es nichts zu diskutieren, Der Lupfer zum 2:1 von ihm war sensationell.“

Dabei hatte es auch auf Seiten der Schwaben einen Spieler gegeben, der durchaus zum Helden der Partie getaugt hätte. Der vom Regionalligisten Alemannia Aachen gekommene Dimitriy Imbongo feierte ein vielversprechendes Punktspieldebüt für die SG. Der Unterschied zwischen ihm und Duisburgs Mann des Spiels: Imbongo hatte wie Stoppelkampf einige gute Szenen, machte aus drei guten Möglichkeiten aber nur ein Tor. Der Spielführer der Zebras hatte zwei Chancen, die er beide nutzte, und er bereitete das Führungstor von Vincent Vermeij in der ersten Halbzeit klasse vor. Manchmal sind es kleine Dinge, die am Ende große Unterschiede machen.

Das weiß auch SG-Torwart Maximilian Reule, der zum Auftakt den Vorzug vor Constantin Frommann erhalten hatte. Er forderte: „Wir müssen das abschütteln, denn wir haben ja guten Fußball gespielt.“ Worte, die von Aspachs Akteuren immer wieder zu hören waren. Ein Satz, den Routinier Timo Röttger ebenfalls unterschrieben hätte, obwohl er wusste: „Das Ergebnis sagt: sch . . . Auftakt.“ Zumindest einer, nach dem Trainer Oliver Zapel viel Gesprächsbedarf sieht. Denn: „Wir müssen ganz schnell wieder die richtige Balance in unser Spiel kriegen.“

SG Sonnenhof Großaspach:
Reule – Gehring, Leist, Burger – Behounek, Bösel, Jüllich, Poggenberg (74. Hottmann), Hingerl (59. Häusl) – Röttger (59. McKinze Gaines), Imbongo.