Großaspach/Fußball Auf Großaspach soll sich kein Gegner freuen

Von Lars Laucke
Kapitän Julian Leist ist der „Häuptling“ unter elf „Kriegern“. Foto: Archiv (avanti)

Die Sonnenhof-Elf empfängt am Sonntag (14 Uhr) den Karlsruher SC zum Drittliga-Duell.

Großaspach - Aspach ist die kleinste aller in der 3. Liga vertretenen Städte und Gemeinden. Selbst Lotte wirkt mit seinen 14 000 Einwohnern gegenüber den 8300 im schwäbischen Provinznest wie eine Metropole. Und die SG Sonnenhof Großaspach kultiviert ihren Status als „Dorfklub“ ja auch reichlich. Das ist mittlerweile auch bei den Spielern angekommen. „Wir sind in jedem Spiel der kleinere Club, diese Rolle haben wir angenommen. Wir wissen aber auch, dass wir in jedem Spiel die Chance haben zu gewinnen“, sagt Kapitän Julian Leist vor dem Duell gegen den Karlsruher SC am Sonntag um 14 Uhr.

Die Voraussetzung sei allerdings, „dass wir unser Leistungsvermögen voll abrufen. Karlsruhe ist Favorit. Aber wir haben zu Hause zuletzt den Tabellenzweiten Preußen Münster geschlagen und sind daheim diese Saison noch ungeschlagen. Das macht uns Mut, und so werden wir am Sonntag auch ins Spiel gehen.“ Und während es in der Liga ja einige sehr attraktive Auswärtsspiele wie zum Beispiel auf dem Lauterer Betzenberg oder bei den Münchner Löwen an der Grünwalder Straße gibt, zählt die Fahrt nach Aspach sicher nicht zu den Saison-Highlights der Konkurrenz. „Wir wollen ein unbequemer Gegner sein. Die Konkurrenz soll sich nicht drauf freuen, wenn sie nach Großaspach muss. Für viele Mannschaften ist wahrscheinlich auch schon die Anreise hierher nervig. Und dann wollen wir noch dazu elf Krieger auf dem Platz sein, die alles dafür tun, dass es dem Gegner hier noch weniger gefällt“, sagt der „Sonnenhof-Häuptling“.

Der Karlsruher SC wird am Sonntag die neunte Mannschaft sein, die in dieser Saison den Versuch unternimmt, die SG Sonnenhof Großaspach in ihrer heimischen mechatronik Arena zu bezwingen. Gelungen ist das noch keinem, auch nicht Tabellenführer VfL Osnabrück – hier gab es ein 0:0 – oder dem Zweiten Preußen Münster, der vor drei Wochen mit 1:3 beim Dorfklub verlor. Und auch der KSC hat schon schlechte Erfahrungen in der schwäbischen Provinz gemacht: Vergangene Saison siegte die SG im Heimspiel mit 1:0. „Wir hätten natürlich nichts gegen eine Wiederholung“, sagt Julian Leist.

Dass die Karlsruher aber alles andere als Laufkundschaft sind, ist natürlich auch dem Team und Trainer Florian Schnorrenberg bewusst: „Ich habe mir den KSC vergangenes Wochenende beim 3:2 gegen 1860 München nochmal angeschaut. Das ist eine Mannschaft, die sehr kompakt ist, sehr viel Erfahrung in ihren Reihen hat. Und mit Anton Fink haben sie vorne einen Ausnahmespieler in dieser Liga, weil er eine unheimliche Übersicht hat und Situationen sehr gut erkennt.“ Zudem warnt Schnorrenberg vor den Standards der Badener: „Alle drei Tore gegen die 60er sind aus Standards heraus gefallen – zwei Eckbälle und ein weiter Einwurf. Ich glaube, dass der KSC am Anfang etwas gebraucht hat, um das Scheitern in der Aufstiegsrelegation zu verkraften. Jetzt sind sie aber wieder richtig gut in der Spur.“ Die drei Siege, die der Tabellendritte zuletzt in der Liga gefeiert hat, belegen Schnorrenbergs Einschätzung.

Für den Dorfklub kommt am Sonntag erschwerend hinzu, dass sich die angespannte Personalsituation nicht gravierend verbessert hat. Zwar kommt Korbinian Burger nach überstandener Erkältung zurück. Aber neben den Langzeitverletzten wird auch Dominik Pelivan sicher ausfallen, das Gleiche gilt wohl für Michael Vitzthum. „Es wäre ein Wunder, wenn er bis zum Spiel fit wird“, sagt Schnorrenberg. Und auch Timo Röttger, gegen Münster zweifacher Torschütze, ist aufgrund muskulärer Probleme mehr als fraglich. „Er wird wahrscheinlich spielen wollen. Aber wir müssen auch vernünftig sein“, sagt Schnorrenberg. „Wir haben nach dem KSC noch drei Spiele in diesem Jahr. Timo ist für uns sehr wichtig. Und wenn ich die Wahl habe, ob ich ihn für ein Spiel habe oder für drei, dann nehme ich lieber drei.“