Gronauer Aquädukt Nabu kritisiert Ausgleichskonzept

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Das Naturdenkmal liegt an der Landesstraße bei Gronau. Foto: KS-Images.de / /Karsten Schmalz

Der geplante Wegfall des Aquädukts in Gronau findet nicht das Gefallen der Naturaktivisten, die Fauna und Flora in dem Bereich schützen wollen.

Oberstenfeld-Gronau - Die Oberstenfelder Ortsgruppe des Naturschutzbunds spricht sich für die Erhaltung des Aquädukts aus. Auch empfiehlt der Nabu, den Bau der beiden Hochwasserrückhaltebecken Prevorster Tal und Kurzacher Tal auf andere Weise zu kompensieren als mit der inzwischen umstrittenen aquatischen Durchlässigkeit der Kurzach, die den Wegfall des Aquädukts mit früherem Freibad zur Folge hätte.

Erst kürzlich hatte der Oberstenfelder Bürgermeister Markus Kleemann im Ortschaftsrat in Gronau betont, die Gemeinde werde sich dafür einsetzen, dass der Aquädukt erhalten bleiben könne. Wichtig sei, dass verlässliche Daten über die Kosten vorliegen – auch mit Blick auf den Mühlbach. Das Planfeststellungsverfahren für die beiden Rückhaltebecken des Hochwasserschutz-Zweckverbandes Bottwartal läuft derzeit beim Landratsamt Ludwigsburg. Dazu gab die Nabu-Gruppe im Mai ihre Stellungnahme ab. Die Durchgängigkeit im Bereich des Naturdenkmals beim Aquädukt herzustellen, stelle für sich schon einen Eingriff dar, den man ausgleichen müsse, so der Nabu-Vorsitzende Bertram Hartmann. Der Eingriff erfordere eine detaillierte Bestandserfassung und eine qualifizierte Bewertung von Fauna und Flora. Die bisherige Bestandserhebung erscheine dem Naturschutzbund „oberflächlich, ja geradezu mangelhaft“. Sie sei nicht geeignet, als Entscheidungsgrundlage für einen solchen Abwägungsprozess zu dienen.

Nabu-Vorsitzender: Eingriff ins Naturdenkmal muss ausgeglichen werden

Inzwischen haben der BUND Heilbronn-Franken, der Nabu Oberstenfeld und der Historische Verein Bottwartal beantragt, das gesamte Ensemble aus Aquädukt mit Kanälen und Bachläufen unter Schutz zu stellen. Das Landesamt für Denkmalschutz (LAD) hält den Aquädukt bisher nicht für erhaltenswert. Die Gemeinde kann aber trotzdem, wenn auch unter Einbeziehung des LAD, das Ensemble unter Schutz stellen. Als Alternative für die aquatische Durchlässigkeit auf 150 Metern der Kurzach schlägt der Nabu vor zu prüfen, ob sich Mönch und Rohr am Bauwerk auf andere Weise entfernen lassen. Der Nabu nennt einige andere mögliche Ausgleichsmaßnahmen. Die Frage ist, ob sie im Verfahren genehmigungsfähig sind.

Der Nabu nennt alternative Ausgleichsmaßnahmen