Glosch’dr Hexa Steinheim Narren müssen spontan sein

Von Sandra Brock
Gloschd’r Hex und Bebbele’s Drescher beim Hexenball anno 2018. Foto: Archiv (avanti)

Alle öffentlichen Veranstaltungen der Steinheimer Hexen fallen aus, der Fasnetsbeginn am 6. Januar ist erst gar nicht gefeiert worden.

Steinheim - Traditionell beginnt am 6. Januar die schwäbisch-allemannische Fasnet. Da werden Masken abgestaubt und Hexen aus dem Schlaf geweckt. Da wird gefeiert und da werden – zum Beispiel in Steinheim – dem Bürgermeister die Füße gewaschen. Am 6. Januar 2022 gab es allerdings nichts dergleichen. Mal wieder. Der Tag ging einfach so vorüber.

Diesmal hatten die Verantwortlichen des 1. Fasnetsvereins Steinheim nicht einmal wie im Vorjahr zu einer Online-Zusammenkunft geladen, um die fünfte Jahreszeit zumindest halbwegs gebührend zu eröffnen. „Wir wollten nicht wieder die digitale Schiene fahren“, sagt Dany Arnold, der Vorsitzende der Glosch’dr Hexa und Bebbele’s Drescher. „Die Fasnet lebt einfach von Momenten und Begegnungen“, betont er. Damit der 6. Januar nicht „ganz so traurig“ ist, gab es für die Mitglieder ein Rückblicks-Video mit den schönsten Momenten der vergangenen drei Jahre.

Hoffnung liegt auf der Faschingswoche

Noch im November, am 11.11., hatten Dany Arnold und seine Mitstreiter gehofft, zum Fasnetsbeginn im Januar zumindest eine kleine interne Veranstaltung machen zu können. „Doch aufgrund der momentanen Lage war das leider nicht möglich“, räumt er nun ein. Die Hoffnung liege nun ganz auf der Faschingswoche Ende Februar/Anfang März. Sicher ist jedoch bereits, dass in Steinheim keine öffentlichen Veranstaltungen mit Publikum stattfinden werden. Der Hexenball und das Landesnarrentreffen sind auf kommendes Jahr verschoben. Eventuell werde es eine kleinere Veranstaltung im Mitgliederkreis geben. „Das wird dann aber ganz kurzfristig sein“, so Dany Arnold. „Wir sind am abwarten wie sich die Lage entwickelt und im ständigen Austausch mit unseren Mitgliedern. Und es ist klar: Alles, was kommt, wird recht spontan sein.“

Keine Verschiebung in den Sommer

Die Fasnet in den Sommer zu verschieben – so wie es derzeit diskutiert wird – das ist für den Vorsitzenden des 1. Steinheimer Fasnetsvereins keine Option. „Für uns ist das klipp und klar: Wir leben das schwäbisch-allemannische Brauchtum. Die Fasnet hat ihre Tradition und ihre Zeit – nämlich vom 6. Januar bis Aschermittwoch.“ Im zweiten Coronawinter in Folge „geben wir nicht gleich auf und verschieben alles auf den Sommer“, betont Dany Arnold. Vielmehr hofft er, dass sich die Lage wieder ein stückweit normalisiert und das eine oder andere möglich sein wird. „Hoffentlich auch das Landesnarrentreffen – die Planungen laufen schon an.“