Glasfaserausbau im Landkreis Beim ultraschnellen Internet auf Kurs

Von Christian Kempf
Der Ausbau des Glasfasernetzes macht auch in Höpfigheim Fortschritte. Foto: Werner Kuhnle

Immer mehr Haushalte im Landkreis Ludwigsburg profitieren von der Gigabit-Offensive in der Region Stuttgart. So wurden bislang rund 50 000 Haushalte mit einem Glasfaseranschluss versorgt. Ganz vorne mit dabei sind Kleinbottwar und Höpfigheim.

Steinheim/Ludwigsburg - Immer wieder haben Experten in den vergangenen Jahren darauf hingewiesen, wie unentbehrlich ein schnelles Internet für verschiedene Bereiche des Lebens ist. Doch die Kommunen beklagten sich, dass der Ausbau nicht so richtig in die Gänge kam. Deshalb wurde in der Region Stuttgart die Gigabit-Offensive gestartet, die unter anderem vom eigens gegründeten Zweckverband Breitbandausbau Ludwigsburg getragen wird. Ziel ist es, bis 2025 rund 50 Prozent aller Haushalte mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen, bis 2030 soll sogar die 90-Prozent-Marke erreicht werden. Mittlerweile, das legen die Zahlen des Landratsamts nahe, ist man auf dem Weg dahin schon ein gutes Stück vorangekommen.

Insgesamt werde man im Landkreis zum Jahresende knapp 50 000 Haushalte ans Glasfasernetz angedockt haben, erklärt Andreas Fritz, Pressesprecher des Landratsamts Ludwigsburg. Man habe im laufenden Jahr eine Steigerung der Versorgungsquote um circa drei auf mittlerweile zehn Prozent erreichen können. Und auch mit der Resonanz der Bürger und Unternehmen, die sich auch immer erst für einen Anschluss entscheiden müssen, ist man „sehr zufrieden“. „Die Vorvermarktungsquoten wurden bisher im Landkreis Ludwigsburg bei jedem Projekt erreicht beziehungsweise weit übertroffen“, fasst Fritz zusammen.

Konkret sei 2020 in Ditzingen, Gemmrigheim, Korntal-Münchingen, den Steinheimer Stadtteilen Kleinbottwar und Höpfigheim sowie in Gerlingen im privaten Bereich der Ausbau vorangetrieben worden. Dazu standen fürs laufende Jahr Gewerbegebiete in Erligheim, Schwieberdingen, Korntal-Münchingen, Ditzingen, Besigheim, Bietigheim-Bissingen, Hemmingen, Murr und Steinheim auf der To-do-Liste. 2021 sollen Industrieflächen in Kirchheim, Löchgau, Möglingen, Pleidelsheim, Sersheim, Tamm, Vaihingen, Ludwigsburg und Freiberg in den Genuss einer Glasfaserverbindung kommen. Andreas Fritz hebt zudem hervor, dass alle Berufsschulen des Landkreises bis Ende 2020 mithilfe der hochmodernen Technologie durchs Netz surfen können.

Die erste Schule überhaupt im Raum Ludwigsburg, die mit einem Glasfaseranschluss ausgestattet wurde, was das Marbacher Friedrich-Schiller-Gymnasium. In einem symbolischen Akt wurden die letzten Meter Kabel Ende Juli im Beisein der Kultusministerin Susanne Eisenmann verlegt. Inzwischen könne das ultraschnelle Internet grundsätzlich im Haus auch genutzt werden, sagt der stellvertretende Marbacher Bauamtsleiter Markus Kaiser. Es müsse jetzt aber noch per WLAN in die einzelnen Klassenzimmer gebracht werden. Eine Firma wurde beauftragt, sich darum zu kümmern. „Daran wird gerade gearbeitet“, sagt Mathias Marmein, der bei der Kommune fürs Schulwesen zuständig ist. Das Ganze werde so schnell wie möglich umgesetzt, erklärt er.

Doch auch für alle anderen Schulen im Landkreis Ludwigsburg lautet die Marschroute, dass sie sich mit Höchstgeschwindigkeit durchs weltweite Netz bewegen können sollen. „Unser regionales Ausbauziel, alle Schulen im Landkreis bis 2023 mit einem gigabitfähigen Anschluss zu versorgen, kann eingehalten werden“, versichert Andreas Fritz. In diesem Bereich will man auch als nächstes den Hebel ansetzen. Für diejenigen Bildungsstätten, bei denen der Bedarf in Sachen Breitbandversorgung nicht gedeckt werden könne, werde man den Ausbau in die Wege leiten. „Dazu soll die entsprechende Ausschreibung zum Jahresende starten“, kündigt der Pressesprecher des Kreishauses an.

Wie es in den einzelnen Städten und Gemeinden weitergeht, dazu will sich das Landratsamt nicht äußern. „Angaben über zukünftige Ausbauprojekte erfolgen ausschließlich in den öffentlichen Gemeinderatssitzungen der jeweiligen Kommunen“, konstatiert Andreas Fritz.

Die Arbeiten am Glasfaserausbau in Kleinbottwar und Höpfigheim sind noch in vollem Gange

Im Raum Marbach haben Kleinbottwar und Höpfigheim in Sachen Glasfaseranschluss bis ins Haus die Nase vorn. Die Stadtteile profitieren von der Gigabit-Offensive  in der Region Stuttgart, in deren Rahmen sie von der Telekom mit ultraschnellem Internet versorgt werden.

Aktuell laufen die Arbeiten noch auf Hochtouren, sagt der Steinheimer Bürgermeister Thomas Winterhalter, der keinen Hehl daraus macht, dass das auch zu Beeinträchtigungen führt. „Es geht nicht ohne. Die Verlegung   bedingt Arbeiten im Tiefbau. Das wird auch noch Monate so sein, bis das Netz in Betrieb geht“, erklärt  Winterhalter. Im neuen Jahr dürfte es aber besser werden und eher unliebsame Begleiterscheinungen  durch die Baumaßnahme weniger groß sein, prognostiziert er. Wann die Anschlüsse genutzt werden können, lasse sich  nicht genau sagen. Der Bürgermeister schätzt jedoch, dass  die Inbetriebnahme  im Frühsommer 2021 erfolgen könne. Er gibt zu bedenken, dass das Projekt unter Coronabedingungen durchgezogen werden musste und muss. Damit brauche es entsprechend  Zeit.

Irgendwann werde es dann aber so weit  sein und   der Schalter könne gewissermaßen umgelegt werden, sodass  auf einen Schlag alle Glasfaserkunden  in Höchstgeschwindigkeit durchs Netz surfen können. Wobei es natürlich möglich sei, dass die Ampel in Kleinbottwar etwas früher auf Grün springt als in Höpfigheim – oder umgekehrt.

Die Nachfrage nach der neuen Technologie war in den Stadtteile enorm. 750 Anschlüsse hatte die Telekom als Mindestmarke für den Ausbau vorgegeben. Beim Spatenstich im Frühsommer freute man sich über rund 900 Interessenten. Laut dem letzten Stand von Bürgermeister Winterhalter haben inzwischen sogar etwa 1200 Haushalte einen Glasfaseranschluss bestellt.