Gartenkonzert in Marbach Volle Ladung Musik nach Corona-Pause

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The lost keys überzeugen bei ihrem Auftritt das Publikum Foto: Avanti/Ralf Poller

Beim Gartenkonzert des Jugend-Kultur-Hauses planet-x in Marbach treten drei komplett eigene Band-Charaktere auf. Das Publikum ist begeistert.

Marbach - Vier Bands waren angekündigt; lediglich drei aber nutzten die Chance, endlich wieder einmal auftreten zu können. Die Pop-Gruppe Wednesday, ein Gewächs der Musikschule Marbach- Bottwartal, konnte nicht auftreten. Für die anderen drei Bands mit ihren talentierten Nachwuchsmusikern, die allesamt Schützlinge von Musikschulen im Land sind, lief der Start etwas holprig. „Wir hatten technische Probleme“, so Jörg Bielfeldt, der die Kooperation zwischen Musikschulen und dem Jugend-Kultur-Haus planet-x in Marbach schon viele Jahre organisatorisch begleitet. Erst mit einer guten halben Stunde Verspätung konnte das Gartenkonzert mit der Rock/Funk-Band „The lost keys“ beginnen.

Erfrischend origineller Sound von The lost keys

Die vier Remsecker Musiker der kreativ-kessen Pop-Gruppe proben dort an der Musikschule. Sängerin Jule Raupp moderierte frisch und charmant die dargebotenen Songs und erklärte auch, weshalb sie bei dem Song „Sie ist ein Model und sie sieht gut aus“, jenen Part, den üblicherweise die Trompete spielt, „heute mit dem Glockenspiel begleite“. Das war – im klaren Kontrast zu den von Beeke Brinkmann lustvoll gespielten Drums – erfrischend originell und wurde auch vom Publikum mit kräftigem Beifall goutiert. Die Gruppe hat nämlich durch den Studienbeginn ihres früheren Gitarristen, der jetzt in Leipzig ist, eine Instrumentenrochade vorgenommen: Lukas Huber spielt nun nicht mehr die Trompete, sondern die Gitarre und am Keyboard. Hannah Demel sorgte bei dem Auftritt für einen spritzigen, wohltemperierten Bass.

Die Bandmitglieder von „Caramel Project“ haben ihr Handwerk bei der Tübinger Musikschule Jamclub gelernt. Mit welchem Erfolg, das haben die drei Musiker vor den knapp 60 Zuhörenden bei dem Open-Air-Konzert überzeugend dargeboten. Die elektronischen Elemente der selbstgeschriebenen Stücke geben den Liedern ein außergewöhnliches, modernes Klanggewand und wechseln vom mitunter träumerischen, sphärisch anmutenden Groove hin zu den handfesten, jazzigen Rhythmen des Schlagzeugers. Das sich als Indie-Pop-Band bezeichnende Trio rund um Sängerin Lea integriert in ansprechender Weise computer-programmierte Melodien in ihre von Drums und Gitarre edel intonierten Songs. 2019 hat die Band das Album „Dive Away“ auf Youtube und Spotify veröffentlicht.

Volle Breitseite von den Checkhead-Musikern

Quasi ein Heimspiel war der Abend für die Mitglieder der Rockband Checkhead, die ihren Weg zumeist an der Musikschule Marbach-Bottwartal starteten: die fünf Musiker mit einem deutlichen Hang zum knisternden Punkrock, pusteten jeglichen, durch Corona angesammelten Staub aus den Ohren. Für den Gitarristen Louis Inchingolo, der stimmlich auch Sängerin Mischa Kashefipour unterstützt, war es nach zwei Jahren jedenfalls wichtig: „Hauptsache, es scheppert!“

Maren Reck an der Gitarre, Marc Burckhardt (Bass) und Neuzugang Andreas Pfitscher (Trompete) halten das Ganze schließlich gemeinsam lebhaft am Kochen. „Ihr kriegt jetzt die volle Ladung“, kündigte Sängerin Mischa an. Und diese, mit Songs wie „Ich bin komplett im Arsch“ oder dem weltweiten Hit „Tainted Love“, hat die Stimmung auf der grünen Wiese noch einmal so richtig angeheizt.