Fußball Milorad Pilipovic wird neuer SGV-Trainer

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Milorad Pilipovic ist ab sofort Trainer des SGV Freiberg. Foto: SGV Freiberg

Der 61-jährige Ex-Profi übernimmt ab sofort das Ruder beim Oberligisten SGV Freiberg.

Freiberg - Die Interimslösung mit Marcel Ivanusa und Ferdinand Groß hat nur gut eine Woche und ein Spiel Bestand gehabt. Milorad Pilipovic ist ab sofort neuer Cheftrainer beim Fußball-Oberligisten SGV Freiberg. „Mit Pilipovic verpflichtet der SGV einen erfahrenen Fußballlehrer für den Cheftrainer-Posten“, heißt es in einer Pressemitteilung des Vereins. „Er war schon im Sommer ein Kandidat. Wir haben uns dann aber für Mario Estasi entschieden, weil er schon ein Jahr als Co-Trainer von Ramon Gehrmann bei uns war“, ergänzt SGV-Präsident Emir Cerkez.

Doch nach einem durchwachsenen Saisonstart und einer 0:5-Heimniederlage gegen den Aufsteiger 1. FC Rielasingen-Arlen am 9. November hatte der SGV sich von Estasi getrennt. Als Interimslösung übernahmen die Co-Trainer Ivanusa und Groß. „Wir hatten da sofort wieder mit Milorad Pilipovic Kontakt aufgenommen, er sollte aber eigentlich erst zur Winterpause kommen“, sagt Cerkez. Doch am vergangenen Samstag folgte mit dem 0:7 beim SSV Reutlingen „eine Blamage“, wie der Präsident es formuliert. „Daraufhin hat Marcel Ivanusa selbst gesagt, dass sofort ein neutraler Trainer kommen solle, weil Ferdinand Groß und er die Mannschaft nicht mehr erreichen würden.“

Das soll nun also Milorad Pilipovic schaffen. Der 61-Jährige trainierte in der Vergangenheit unter anderem den Bahlinger SC, den FC 08 Villingen und auch die Damenmannschaft vom SC Freiburg, die er zuerst in die Bundesliga führte und dort dann etablierte. In seiner aktiven Zeit spielte der Serbe zunächst für die jugoslawischen Vereine FK Vojvodina Novi Sad und Spartak Subotica. In der Saison 1984/85 heuerte er dann als offensiver Mittelfeldspieler beim damaligen Zweitligisten SC Freiburg an. Zur darauffolgenden Spielzeit wechselte er zum Ligarivalen Karlsruher SC, mit dem er 1987 in die Bundesliga aufstieg. Dort stand Pilipovic in drei Jahren 56-mal für die Badener auf dem Platz.

Nach seiner aktiven Karriere war er zudem fünf Jahre als Scout für Roter Stern Belgrad aktiv, ehe er seine Laufbahn als Trainer in Deutschland fortsetzte. Seit Sommer 2016 hatte er kein Traineramt mehr, war aber „immer im Fußball tätig“, wie er selbst sagt. Pilipovic wohnt in Freiburg und plant, die Trainingswochen mit drei Übernachtungen. „Da suchen wir dann eine kleine Wohnung hier in der Nähe.“

Von der Spielphilosophie her hat es ihm der FC Barcelona angetan. „Das ist mein Herzensverein.“ Beim SGV Freiberg sei angesichts der mit Abstand meisten Gegentore der Liga derzeit die wichtigste Aufgabe, die Defensive zu stabilisieren. Einen Widerspruch zum „Barca-Stil“ sieht er darin nicht. „Kann der Gegner ein Tor erzielen, wenn er den Ball nicht hat? Wir müssen die Ballbesitzzeiten erhöhen“, sagt der Coach. Das Wort Kampf hingegen gebe es bei ihm nicht. „Wer kämpfen will, soll zum Boxen gehen. Ich erwarte Einsatz und Laufbereitschaft.“ Er werde von seinen Prinzipien nicht abrücken, schließlich habe er mit seinen Mannschaften damit stets Erfolg gehabt, betont Pilipovic.

„Wir freuen uns, mit Milorad Pilipovic einen Trainer für uns gewonnen zu haben, der besonderen Wert auf Disziplin, Einsatz- und Laufbereitschaft legt. Wir sind davon überzeugt, dass er die Mannschaft in die Erfolgsspur zurückführen wird“, sagt Emir Cerkez. Pilipovic erhält einen Vertrag bis 30. Juni 2021, er hat bereits am Montag die erste Trainingseinheit geleitet. Marcel Ivanusa und Ferdinand Groß stehen ihm als Co-Trainer zur Seite.